Die Exlibrissammlung Dr. Axel Leier im Stadtmuseum Cottbus
Von Bernd-Ingo Friedrich

Der Cottbuser Bibliophile und Exlibrissammler Dr. Axel Leier (1924–2006) hat um sich und seine Sammlung nie viel Aufhebens gemacht. Der Name des Pirckheimers taucht in den Marginalien (Heft 102/1986) nur einmal am Rande auf. Öfter findet man ihn in älteren Periodika des Bezirkes Cottbus, wie der Lausitzer Rundschau, oder in Katalogen der Pirckheimer-Gesellschaft. 1982 fand in der Bibliothek des damaligen Bezirksmuseums Cottbus im Schloß Branitz eine Sonderausstellung mit einigen seiner Akt-Exlibris statt. Dazu veröffentlichte die Pirckheimer-Bezirksorganisation die Broschüre Akt-Exlibris (Cottbus 1982); ein Jahr zuvor, ebenfalls von der Pirckheimer-Gesellschaft herausgegeben, waren bereits Ärzte-Exlibris 1900–1930 (Dresden 1981) mit Bucheignerzeichen von Axel Leier erschienen. Die Akt-Exlibris waren die Lieblingskinder (nicht nur) des gebürtigen Hallensers. 2003, noch zu seinen Lebzeiten, übergab er seine Sammlung dem Cottbuser Stadtmuseum, das sich im weiteren erfolgreich darum bemühte, die komplette Exlibris-Bibliothek mit Hilfe von Sponsoren zu erwerben. Zu diesem Zweck erschien in der Reihe „Das Fenster“ auch eine attraktive Publikation, in der die Sammlung in thematischen Querschnitten vorgestellt wird. Inzwischen ist diese in den Fundus des Museums integriert und annähernd erschlossen. Sie umfaßt ca. 60.000 Exlibris in Ordnern, Spezial- und Sekundärliteratur, Kataloge sowie Duplikate und Zeitungsausschnitte in Kartons. Die gesamte Sammlung füllt eine Regalwand von etwa zwei ein halb mal drei Metern. In der genannten Publikation stellt sich Axel Leier in Abschnitten wie „Exlibris eines Zahnarztes“, „Ein Lebensweg im Exlibris“, „Erotische Kunstwerke“, „Sinnbilder des Lebens“ oder „Der Musik und Literatur verpflichtet“ selbst vor, schreiben Andere über ihn und seine Sammlung, werden ausgewählte Exlibris von bekannten und weniger bekannten Schöpfern aus aller Herren Länder vorgestellt. Darunter sind natürlich so bekannte Namen wie Oswin Volkamer, Harry Jürgens, Heinz Plank, Gerhard Tag, Herbert Ott und Detlef Olschewski; Pavel Hlavatý, Leonid Kuris, Jiri Bouda und Elena Antimonowa, aber auch der zu Unrecht wohl nur wenigen „Esoterikern“ bekannte Graphiker und Pirckheimer Peter Müller aus Cottbus mit einem filigranen Holzstich. Die Exlibris ... nicht ohne Biss können über das Stadtmuseum oder den Regia-Verlag Cottbus bezogen werden. Die bibliographischen Angaben dafür lauten: Exlibris ... nicht ohne Biss! Exlibris aus dem Bestand des Zahnarztes und Sammlers Dr. Axel Leier. Hrsg. Steffen Krestin. Cottbus: Stadtgeschichtliche Sammlungen Cottbus/ Regia Verlag 2003. (Reihe „Das Fenster. Die besondere Reihe aus der Bahnhofstraße“.) 4°, 110 Seiten mit ca. 200 Farbabb., ISBN 3-936092-90-7, Preis 19,80 Euro.
(31.03.2009. In: Marginalien 194/ 2.2009.)



Abbildungen mit freundlicher Genehmigung des Stadtmuseums Cottbus.
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