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Pückler-Stein und Maßmann-Schrott

Wie eine Stadt einen Fürsten und zwei Bürger ehrt

Von biF


Wie die Bad Muskauer Bürger einen Aristokraten ehren

ehre wem ehre gebuehrt puecklerstein bad muskau
© Petra Schwarz


Wie die Bad Muskauer Bürger einen Demokraten ehren

ehre wem ehre gebuehrt massmannplatz bad muskau


Hans Ferdinand Maßmann, geboren am 15. August 1797 in Berlin, gestorben am 3. August 1874 in Muskau in der Lausitz, war ein mediävistischer Philologe, der in München einen der ersten Lehrstühle für Germanistik innehatte. Maßmann wurde auch als Dichter und Aktivist der Turnbewegung bekannt. Von dem folgenden Liedtext mag man halten, was man will, - Männer wie Maßmann haben der deutschen Demokratie vorgearbeitet. „Ich hab mich ergeben“ wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in der Bundesrepublik Deutschland bis zur Festlegung auf das „Lied der Deutschen“ als Nationalhymne bei feierlichen Anlässen häufig gesungen, zum Beispiel zur konstituierenden Sitzung des ersten Bundestages.

Ich hab mich ergeben
Mit Herz und mit Hand,
Dir Land voll Lieb´ und Leben
Mein deutsches Vaterland!

Mein Herz ist entglommen,
Dir treu zugewandt,
Du Land der Frei'n und Frommen,
Du herrlich Hermannsland!

Du Land, reich an Ruhme,
Wo Luther erstand,
Für deines Volkes Tume
Reich ich mein Herz und Hand!

Ach Gott, tu erheben
Mein jung Herzensblut
Zu frischem freud'gem Leben,
Zu freiem frommem Mut!

Will halten und glauben
an Gott fromm und frei
will Vaterland dir bleiben
auf ewig fest und treu.

Laß Kraft mich erwerben
in Herz und in Hand,
zu leben und zu sterben
fürs heil'ge Vaterland!

(1820)

Maßmann hat wenigstens eine, wenn auch schäbige, kleine Gedenktafel abbekommen; für Leopold Schefer war bisher (2011) noch gar kein Geld übrig.
Der Gedenkstein auf seinem Grab an der St. Jakobskirche wurde 1884 von der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften gestiftet ...

Nachtrag vom 16. Februar 2012: In einem leider ohne Verfasser und bibliographische Angaben überlieferten Zeitungsartikel zu Schefers „50jährigem Todestage am 13. Februar“ (1912) wird mitgeteilt, daß die Gedenktafel am Günzelschen Haus Schefers einziger noch lebender Tochter Hilda, „die ihren Wohnsitz in Görlitz hat“, zu danken gewesen sei. Das ist so typisch Muskau, daß es stimmen muß.

Zur kultischen Fürst-Pückler-Verehrung der Neuzeit siehe auch die Fürst-Pückler- und Park-Geschichten auf aphorismen.hirnsalz.de.
„R(w)ichtige“ Artikel über den Fürsten, über sein Geld, seine Frauen, Reisen, Duelle, Bücher und so weiter befinden sich auf pueckler.kulturpixel.de.
Um leckere Sachen - zum Beispiel Pücklereis - geht es auf kochbuch.kulturpixel.de.
Zu Leopold Schefer und anderen gestandenen Männern geht es mit schefer.kulturpixel.de.

(06.05.2011)

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