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Bruder Chingachgook

Die Herrnhuter Indianermission und Coopers Lederstrumpf-Romane

von Bernd-Ingo Friedrich



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Als James Fenimore Cooper im Grenzgebiet der großen Seen Nordamerikas geboren wurde, erschien in Deutschland, und wenig später in der englischen Übersetzung auch in Amerika, die Missionsgeschichte der Nordamerikanischen Indianer des Herrnhuter Missionars Georg Heinrich Loskiel.1 Loskiel (1740-1814), Prediger in Bethlehem und 1804 Bischof der Brüdergemeinen in Pennsylvanien, gibt darin einen umfassenden, faktenreichen Bericht über die Missionsarbeit der Herrnhuter Brüder bei den Delawaren und Irokesen in Pennsylvanien und New York. Grundlage für seinen Bericht waren die Aufzeichnungen des Bischofs August Gottlieb Spangenberg (1704-1792), der an der Indianermission einen wesentlichen Anteil hatte, und der in seinen Aufzeichnungen wiederum die verschiedensten Berichte von Mitarbeitern zusammenfaßte, darunter die David Zeisbergers (1721-1808) und Christian Heinrich Rauchs (1718-1763). Im ihrem ersten Teil beschreibt er unter anderem Aussehen, körperliche Eigenschaften, Gemüt, Krankheiten, Religion, Riten, Aberglauben, Kriegsbräuche, Tänze und Spiele, Jagd und Fischfang der Indianer, im zweiten Teil folgt die eigentliche Missionsgeschichte.

Ein zweites, diesbezüglich wichtiges Werk von John Heckewelder erschien 1819.2 Heckewelder (1743-1823), kam mit 11 Jahren nach Amerika, wurde Missionar der Brüdergemeine und hatte, als er seine Aufzeichnungen niederschrieb, fast 40 Jahre Aufenthalt unter den Indianern hinter sich, zu einer Zeit, als diese noch nicht durch den Kontakt mit den Weißen beeinflußt waren. Seine genauen Beobachtungen und nirgendwo anders zu findende Details machten seine Berichte über Geschichte, Kultur und Lebensweise der Indianer zu wertvollem Material, das für die Völkerkunde lange unverzichtbar blieb. Ein drittes, für die Ethnologie Nordamerikas bedeutendes Werk erschien 1841.3 Die ersten beiden hat Cooper mit Sicherheit gekannt, letzteres vielleicht. Wichtig für die Lederstrumpf-Erzählungen wurden die Berichte der Herrnhuter.

James Fenimore Cooper wurde am 15. 9. 1789 in Burlington, N.Y. als Sohn eines reichen Grundstücksmaklers geboren. Er wuchs in Cooperstown, einer Stadtgründung seines Vaters im Indianergebiet auf, ging später zur See und ließ sich dann als Grundherr in der Heimat nieder. Seine Darstellungen des Grenzer- und Indianerlebens in den Lederstrumpf-Romanen und zwei Seeromane machten ihn berühmt. Er wurde mit ihnen zum Begründer des historischen Romans in der amerikanischen Literatur und verfaßte auch Schriften über die amerikanische Demokratie. Er starb am 14. 9. 1851 in Cooperstown, N.Y.4

Cooper kannte also zum einen Nordamerikas Geographie aus eigener Anschauung, die politischen Verhältnisse aus eigenem Erleben. Zum anderen bezog er zahlreiche Anregungen aus Berichten und Erzählungen. Für seine plastischen Schilderungen der Konflikte zwischen Weißen und Indianern und selbst seine Romanhelden gab es teils anonyme, teils nachweisbare Quellen. Vieles entstammte den Darstellungen Loskiels und Heckewelders, und einiges erfuhr Cooper möglicherweise noch von Heckewelder persönlich. In den USA erschien 1964 eine Dissertation über den Einfluß der Brüdergemeine auf die Lederstrumpfgeschichten.5

Die fünf Lederstrumpf-Romane entstanden in den Jahren 1823-41. Abweichend von der Chronologie der Handlung entstand mit Wildtöter der erste Teil des Zyklus zuletzt (1841). Zuerst erschien der vorletzte Teil, Die Ansiedler (1823). Zum besseren Verständnis:

Wildtöter erschien 1841, handelt im Jahre 1745, Nathaniel Bumppo ist darin 23 Jahre alt.
Pfadfinder, veröffentlicht 1840, handelt 1757, Bumppo ist 40, im besten Mannesalter.
Der letzte Mohikaner (1826) handelt ebenfalls 1757, in ihm stirbt Unkas.
Die Ansiedler erschienen 1823, es ist 1793, Bumppo ist 70, Chingachgook stirbt.
Die Prärie kam 1827 heraus, das Jahr der Handlung ist 1804, und Natty Bumppo ist 90.

Nach Nathaniel Bumppo, dessen Vorbild der mit einem biblischen Alter gesegnet gewesene Daniel Boone war, ist Chingachgook, "Die Große Schlange", die wohl markanteste Gestalt der Romane.* Er erscheint, der Chronologie der Handlung folgend, zwar bereits im Wildtöter, der seiner Entstehung nach jedoch der zuletzt veröffentlichte Teil ist. In die Romanhandlung eingeführt wird die Figur des Chingachgook aber im zuerst entstandenen, Die Ansiedler, im Ablauf der Handlung innerhalb des Zyklus der vierte. Daraus ergeben sich für die Lektüre einige irritierende Vor- und Rückgriffe.

In Chingachgook begegnen wir einer authentischen Person, die Cooper unter verschiedenen Namen durch die Herrnhuter Brüder kennengelernt und für seine Romane adaptiert hat. Ursprünglich hieß der Indianer Tschop (oder Coop). Er kam aus der Familie der Mohikaner, die zu jener Zeit bereits dezimiert im Bündnis und unter dem Schutz der Delawaren lebte. Aus dem Indianer Tschop wurde nach der Bekehrung und Taufe durch die Missionare „Bruder Johannes" (oder John), im Roman auch „Mohican John", „Indian John" oder „old brother John" genannt. Cooper gab ihm den Namen Chingachgook, "Die Große Schlange", und erklärt auf Seite 67 der Ansiedler auch, warum.6 Eine zuverlässige Brücke zu dem Indianer Tschop weist eine Abhandlung, die im Unitätsarchiv in Herrnhut aufbewahrt wird, und die einen handschriftlichen „Entwurf zur Historie der Nordamerikanischen Indianer-Bekehrung 1738-52" zitiert.7

„Ein respektabler Chief seines Volkes, ohne dessen Rat und Consens sie in politicis nichts taten", heißt es darin „und weil dieser Indianer ... ein sehr bekannter Säufer war (wie er sich denn einmal in der Trunkenheit ins Feuer gewälzt und sich so verbrannt hatte, daß er lahm blieb und an einer Krücke gehen mußte), auch auf der Violine spielen gelernt und in allen Companien bei seinem Volk einen der wildesten abgab, so machte seine remarkable Veränderung ein besonderes Aufsehen ... Und wie er in seinem Heidenstand ein Ausbund aller Bosheit war, so wurde er hernach ein gesegnetes Werkzeug des Heilands unter seiner Nation. Sein Verstand und Gaben wurden durch die Gnade geheiligt, und er war zum Segen und Erbauung sowohl den braunen als weißen Leuten. Er war ein großer Orator in seiner Sprache. Wenn er predigte, so lebte sein Herz in der Materie von des Heilands Marter und Tod, und hatte großen Eingang bei seinem Volk. Er war über vier Jahre Lehrer in der Indianer-Gemeinde. Anno 1746 aber im August kriegte er die Blattern, und diese war die Gelegenheit, daß ihn der Heiland zu sich heim nahm."

In dieser Beschreibung erkennt man partiell wörtlich Coopers Charakteristik Chingachgooks auf Seite 66 der Ansiedler wieder. In der Beschreibung wird auch das Sterbejahr Tschops genannt: 1746. Bei Cooper taucht Chingachgook im Jahre 1745 auf, im vierten Teil der Folge läßt er ihn sterben. Er verschiebt also die Zeit seines Agierens im Roman um einige Jahre in die Zeit zwischen 1745 und 1797.

(Der Autor der genannten Abhandlung verlegt Chingachgooks Tod irrtümlich in Der letzte Mohikaner, doch es ist Unkas, der Sohn Chingachgooks, der dort begraben wird; er ist der letzte Mohikaner. Der reale Indianer Tschop lebte da allerdings auch nicht mehr.)


herrnhut cooper mohikaner      herrnut cooper ansiedler      herrnhut cooper zeisberger


Auf Seite 121 der Ansiedler wird schließlich explizit hingewiesen auf seine Bekehrung durch die Mährischen Brüder, oder die Moravians, wie sich die Herrnhuter in Amerika nennen. Die Geschichte der Bekehrung Tschops in der Beschreibung eines Missionars, vielleicht Rauchs, der ihn getauft hatte, oder Zeisbergers, des wohl bekanntesten Indianermissionars, bestätigt auch diese Episode. Sie findet sich bei Loskiel und wird zitiert in dem Buch Die Brüder.8 In dem Buch wird in einer Anmerkung mitgeteilt, daß Tschop der „letzte Mohikaner" sei. Die Bekehrungsgeschichte Tschops, von ihm selbst erzählt, ist ein schönes Beispiel für die Eloquenz, die man an ihm rühmte:

„Brüder! Ich bin Heide gewesen und ich bin unter Heiden alt geworden, weiß also wohl, wie es mit den Heiden ist. Es kam einmal ein Prediger zu uns, der wollte uns lehren und fing an, uns zu beweisen, daß ein Gott sei. Da sagten wir: Ei, meinst du, daß wir es nicht wissen? Geh nur wieder hin, wo du hergekommen bist. Ein andermal kam ein Prediger und wollte uns lehren. Ihr müßt nicht stehlen, sagte er, nicht saufen, nicht lügen usw. Wir antworteten ihm: Du Narr! Denkst du denn, daß wir das nicht wissen? Lerne das erst selbst, und lehre den Leuten, zu denen du gehörst, daß sie das nicht tun; denn wer säuft, wer stiehlt, wer lügt mehr als deine eigenen Leute? Und so schickten wir ihn fort. Nach einiger Zeit kam Christian Heinrich zu mir in die Hütte und setzte sich zu mir. Der Inhalt seiner Rede an mich war ungefähr dieser: Ich komme zu dir im Namen des Herrn des Himmels und der Erde; der läßt dich wissen, daß er dich gern selig machen und aus dem Elend reißen will, in dem du liegst. Er ist zu dem Ende Mensch geworden, hat sein Leben für die Menschen gegeben und sein Blut für sie vergossen usw. Er setzte sich daraufhin in meiner Hütte auf ein Brett und schlief ein, denn er war müde von seiner Reise. Da dachte ich: Ei, was ist das für ein Mann? Er liegt da und schläft so sanft. Ich könnte ihn gleich totschlagen und in den Wald werfen – wer würde danach fragen? Aber er ist ohne Sorgen. Seine Worte konnte ich nicht loswerden. Sie fielen mir immer wieder ein, und wenn ich einschlief, so träumte ich von dem Blut, das Christus für uns vergossen. Da dachte ich: Das ist etwas anderes, und verdolmetschte den anderen Indianern die Worte, die Christian Heinrich noch ferner mit uns redete."

Auf Seite 144f. läßt Cooper in Anspielung auf Tschops sündiges Vorleben den betrunkenen Chingachgook monologisieren und seinen Jammer beklagen, der ihm aus der schmerzlich empfundenen Abhängigkeit vom Alkohol erwuchs: „In ihren Branntweinkrügen wohnte ein böser Geist, den haben sie herausgelassen. Ja, ja, junger Adler, du sagst die Wahrheit, sie machten John zum Christen, und sie erniedrigten ihn zum Tier.", womit im Roman jedoch nicht die Herrnhuter, sondern die weißen Siedler allgemein angesprochen werden.

Die Missionen der Herrnhuter unterschieden sich allerdings von der anderer religiöser Vereinigungen, weil sie die Eingeborenen als gleichberechtigte Brüder und Schwestern in ihren Alltag einbezogen. Dabei gerieten sie oft in kaum zu umgehende Konflikte mit den Interessen konkurrierender Missionen, deren Aufgabe auch darin bestand, der Inbesitznahme des Landes durch begleitende oder nachrückende Kolonialisten Vorschub zu leisten. Ihre Resistenz gegen staatliche Einflußnahmen machte sie darüber hinaus wiederholt zum Ziel von Restriktionen, wie das bereits seit dem 15. Jahrhundert in Böhmen, dem Ursprungsland der Mährischen (oder Böhmischen) Brüder der Fall war. Verfolgungen durch die „Obrigkeit" ziehen sich als roter Faden durch ihre Geschichte, was nicht zuletzt auch durch die Entstehungsgeschichte der Herrnhuter Gemeinde belegt wird.

So gerieten die Brüder am Ontariosee folgerichtig zunächst in den Konflikt zwischen Engländern und Franzosen, der im Jahre 1755 entfacht wurde. Ihre Weigerung, in diesem Krieg Partei zu ergreifen, führte zu ihrer Vertreibung in weiter westlich gelegene Gebiete. Sie errichteten neue Siedlungen an den Ufern des Susquehannahflusses, im Gebiet der großen Seen, und beschlossen wegen sich häufender Schwierigkeiten mit den immer weiter in das Landesinnere eindringenden Siedlern die Versetzung aller älteren Indianergemeinen von ihren bisherigen Wohnorten an den Muskingum. Hier wiederholte sich die Vertreibung im Konflikt zwischen England und der amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung mit weit drastischeren Folgen. Eine Gruppe aus 63 Erwachsenen und 34 Kindern kehrte aus purer Hungersnot an den Ort ihrer Vertreibung zurück, um sich Lebensmittel zu holen. Sie wurden von einer kleinen Abteilung des amerikanischen Heeres gefangen genommen und bis auf zwei Jugendliche, die den Vorfall später berichteten, mit Eisenhämmern erschlagen. Zu jenen Missionaren der ersten Stunde gehörten David Zeisberger und John Heckewelder.9

Es sind Ereignisse wie dieses, die den Hintergrund für Coopers Erzählungen bilden. Die Missionstätigkeit der Herrnhuter hatte am 21. August 1732 begonnen; dieser Tag ist bis heute in allen Brüdergemeinen ein Feiertag. Bereits 1735 begann die Indianermission, und am 16. April 1742 fand die Taufe Tschops durch Christian Heinrich Rauch statt. Der Graf von Zinzendorf hielt sich von 1741-43 in Amerika auf und begegnete dem Indianer vermutlich im Sommer 1742 in Bethlehem. Ende August besuchte Zinzendorf die kleine Indianergemeinde in Schekomeko und setzte einige getaufte Indianer in Gemeindeämter ein, darunter „den Bruder Johannes zum Lehrer und Dolmetscher". Die Authentizität Tschops ist somit auch prominent verbürgt. 1744 kam Spangenberg nach Bethlehem, wo er Bischof bis 1750 war, und 1745 traf auch David Zeisberger in Amerika ein. Mithin war Tschop allen bekannt, von denen Berichte über ihn vorliegen. Er starb, wie gesagt, im Jahre 1746.


herrnhut cooper erstlingsbild


Als man in den europäischen Brüdergemeinen von seinem Tode erfuhr, machte das einen solchen Eindruck, daß man beschloß, das sogenannte „Erstlingsbild" malen zu lassen. Der Bruder Johann Valentin Haidt (1700-1780) wurde beauftragt, alle bekehrten Heiden, die bis 1747 verstorben waren, in ihrer natürlichen Hautfarbe und Landestracht darzustellen. Er malte zunächst ein Bild für die Brüdergemeine in Herrnhaag in Hessen. Ein Jahr später fertigte er für die Herrnhuter Gemeine eine Kopie des Gemäldes an. Das originäre Bild hängt heute im kleinen Saal der Evangelischen Broedergemeente Zeist in den Niederlanden. Das Herrnhuter Bild ist 1945 leider verbrannt; nur eine Vorstudie dazu ist erhalten geblieben. Haidt malte die „Erstlinge" sicherlich anhand von Personenbeschreibungen. Für den Indianer Tschop stand ihm dabei eine prägnante Aussage in dem oben genannten „Entwurf zur Historie" usw. zur Verfügung. Es heißt darin: „Ein Mann, der nach aller Geständnis, die eine richtige Abbildung von Luther gesehen, wie sein Abdruck war nach Leib und Gemüt."

Tschop ist unter den Dargestellten derjenige, der mit seiner rechten Hand auf sein Herz weisend zur Linken Jesu kniet. Sein Bild entspricht ganz und gar nicht dem Ideal des edlen Wilden, das man aus den Büchern kennt. Vor allem seine massige Statur ist für einen Prärie- Indianer untypisch. Sie dürfte wohl eine Folge erzwungenen Bewegungsmangels durch seine Behinderung gewesen sein.

Über die Stimmigkeit des Porträts wird man streiten können. Unbestreitbar ist, dass ein Vergleich mit Porträts Martin Luthers die Aussage des Berichtes bekräftigt und somit die Malerei Haidts den Vorzug gegenüber späteren, freien Interpretationen darstellender und bildender Künstler verdient. Natürlich wird sie nicht bestehen können im Nebeneinander von Illusion und Wirklichkeit, weil der Mensch nun einmal am Gewohnten und an den Kindern seiner Einbildungskraft besonders hängt.

(2005. In: Sächsische Heimatblätter 4/ 2006)


herrnhut cooper briefmarke


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Anmerkungen
1 Loskiel, Georg Heinrich: Geschichte der Mission der evangelischen Brüder unter den Indianern in Nordamerika. Barby: Brüdergemeine 1789. Zu Loskiel s. auch ADB XIX, 214. Loskiel veröffentlichte anonym auch ein Erbauungsbuch mit 366 Sprüchen, das zahlreiche Auflagen erlebte.
2 Heckewelder, John: „An Account of the History, Manners and Customs of the Indian Nations, who once inhabited Pennsylvania and the neighbouring States". In: Transactions of the Historical and Literary Committee of the American Philosophical Society, Vol. I. Philadelphia 1819. Deutsch: Johann Heckewelder's Nachricht von der Geschichte, den Sitten und Gebräuchen der Indianischen Völkerschaften, welche ehemals Pennsylvania und die benachbarten Staaten bewohnten. Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht 1821. Photomech. Nachdruck 1975. Zu Heckewelder s. auch ADB XI, 214f.
3 Catlin, George: Letters and Notes on the Manners, Customs and Condition of the North American Indians. Two volumes. London: by the author 1841. Deutsch: Catlin, George: Die Indianer Nordamerikas und die während eines achtjährigen Aufenthalts unter den wildesten Stämmen erlebten Abenteuer und Schicksale. Leipzig: Paul List Verlag 1982. Catlin (1796-1872) wurde durch eine Begegnung mit Indianern in seiner Kindheit geprägt: sie entführten seine Mutter. Zunächst Rechtsanwalt, gab er den Broterwerb für eine freie Tätigkeit auf. Er bildete sich autodidaktisch zum Maler, reiste durch Nordamerika und fand in den Indianern sein Motiv. Sein selbst illustrierter Reisebericht zählt noch immer zu den Standardwerken über die Indianer Nordamerikas.
4 Zur Indianerliteratur u. J.F. Cooper siehe auch: Seidler, Reinhard: „150 Jahre Indianer- und Wildwestliteratur. Aus der Sicht eines Sammlers". In: Marginalien 92 (1983); S. 58-67.
5 Edwin L. Stockton, Jr.: „The influence of the Moravians Upon the Leather-Stocking Tales". Transactions of the Moravian Historical Society 20 (1964).
6 Zitate u. Seitenangaben nach den Lederstrumpf-Ausgaben aus dem Verlag Neues Leben, Berlin, mit den Illustrationen von Gerhard Goßmann und den nach wie vor empfehlenswerten Begleittexten von Liselotte Welskopf-Henrich: Wildtöter, Pfadfinder 1957, Der letzte Mohikaner 1954, Die Ansiedler, Die Prärie 1957.
7 Burckhardt, Werner: „Luther und Chingachgook". In: Die Kirche, 38. Jg. 1983, 25. Unitätsarchiv R 2103/24 und „Entwurf zur Historie usw." Unitätsarchiv R.15.H.I.a.1.1.
8 Die Brüder. Aus Vergangenheit und Gegenwart der Brüdergemeinde. Hrsg. Otto Uttendörfer u. Walther E. Schmidt. Herrnhut: Selbstverlag 1914; S. 153-158. Hierin finden sich auch interessante Informationen zu Biographien einzelner Brüder und Schwestern.
9 Grunwald, Johannes: David Zeisberger, ein Apostel der Indianer. Herrnhut: Missionsbuchhandlung der Missionsanstalt der Evangelischen Brüderunität o.J. (um 1920), (Kleine Traktate aus der Brüdermission), und Krause, Werner : Meine Brüder - die Indianer. Eine Erzählung um David Zeisberger, den Apostel der Indianer. Wuppertal: Blaukreuz-Verlag 1973.

Die Illustrationen von Gerhrd Goßmann werden mit freundlicher Genehmigung von Frau Charlotte Goßmann, Fürstenwalde, wiedergegeben; die Wiedergabe des "Erstlingsbildes" erfolgt mit der Erlaubnis des Leiters des Herrnhuter Unitäts-Archivs.


* Nachtrag
Mit Hilfe von Robert Wohlleben/ Hamburg und Prof. Dr. Hans Joachim Schmidt/ Schwerin angestellte Recherchen zur Herkunft und korrekten Aussprache des Namens ergaben folgendes:
Chingachgook offers little excitement. Etymologically it is a Unami Delaware word meaning Big Snake, „ching”, „big”, and „achgook”, „snake”. Cooper took the term directly from Heckewelder. However, it has been pronounced incorrectly since its appearance in Cooper’s works. It is pronounced properly „chingachgook”, the „ch” in initial position resembling a gutteral „h”. Heckewelder, a German, rendered the spelling as Cooper wrote it, but the pronunciation would be as in Heckewelder’s native language.
(S. dazu James Fenimore Cooper Society Website, University of New York/ pl. Oneonta, USA: http://external.oneonta.edu/cooper/articles/suny/1979suny-starna.html.)


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