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Auferstanden aus Ruinen

Turmvilla und Villa Caroline

Von Bernd-Ingo Friedrich


Mit Dank an Holger Klein, Bad Muskau, der mir großzügig einschlägiges Archivmaterial überließ.


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Bei der Herstellung einer langen Ahnenreihe, so hat es der Adel schon immer gehalten, darf man nicht pingelig sein. - Wie die Wettiner immer wieder mit List und (Heim-) Tücke eindrucksvoll demonstrieren, heißt vom Adel lernen: siegen lernen. (Einfüg. 2007) - Und deshalb wollen auch wir so früh als möglich mit der Geschichte unserer Häuser beginnen, und zwar fangen wir mit der Eiszeit an. Muskau liegt seitdem zwischen 94 und 105 m über dem Meeresspiegel; die verschiedenen Chronisten sind sich darüber nicht ganz einig. Die im Pleistozän erfolgte, besondere geologische Schichtung des Muskauer Faltenbogens schuf günstige Siedlungsbedingungen und führte dazu, daß Muskau zum ersten und heute ältesten Bergbauort der Oberlausitz werden konnte, denn bereits für das Jahr 1573 ist der Abbau von Alaun hier schriftlich bezeugt.

Eine geologische Besonderheit ließ hier auch die stärkste Eisenvitriolquelle Mitteleuropas entstehen und diese wiederum aus Muskau einige Zeit später einen Badeort werden. In Summe bewirkten hauptsächlich diese Umstände, daß hier und heute unsere Häuser stehen. Aber wir wollen unsere Darstellung nicht unnötig komplizieren und beginnen etwas ausführlicher erst mit dem Jahre 1811, dem Jahr, in dem Hermann Ludwig Heinrich Graf von Pückler-Muskau (1785-1871) die Standesherrschaft Muskau erbte, bzw., dem folgenden Zitat nach, 1815, dem Jahr, in dem Muskau preußisch und somit schlesisch wurde (oder umgekehrt, je nachdem, welche Sicht man bevorzugt).

„Seit der Angliederung der Oberlausitz an Schlesien gehörten auch die Grafen Pückler-Muskau zu den schlesischen Magnaten, deren Reichtum in provozierendem Widerspruch stand. Der 1822 in den preußischen Fürstenstand erhobene Hermann Graf Pückler machte nach den Befreiungskriegen zunächst durch seine Extravaganzen von sich reden. Mit einem Hirschgespann fuhr er 1815 über die Berliner Linden. Erst danach wurde er zum Schöpfer der berühmten Parkanlagen von Muskau und Branitz und zum vielgelesenen Reiseschriftsteller." (Conrads)

„Immer ist er auf der Jagd nach Geld zur Befriedigung seiner persönlichen Marotten und Leidenschaften, die von plattester Erotik bis zu ‚seriöser' Schriftstellerei, von billiger Verspottung seiner Untertanen bis zur besessenen Umgestaltung der Natur reichen. Er ist der weltmännische Fürst, der durch kleine Sensationen die Blicke der Umwelt auf sich zu lenken suchte. Pückler selbst machte auch gar kein Hehl daraus und schreibt: ‚Bei mir heißt es nicht: Was werden die Leute davon sagen?, sondern: Werden auch die Leute etwas davon sagen?' (An seine Braut, 1817, Briefwechsel Bd. IV, S. 230). Die Idee, Muskau mit einem Landschaftsgarten zu umgeben, stammt zwar von ihm und Pückler hat auch in den ersten dreißig Jahren (1815-1845) direkt die Arbeit angeordnet und überwacht und sich selbst bis zu einem gewissen Grade gärtnerische und vor allem künstlerische Fähigkeiten angeeignet. Geschaffen ist er aber von leibeigenen Bauern und ausgebildeten Fachkräften." (Hetzel)

Die Stimmen der Herren Conrads und Hetzel waren 1994 bzw. 1963 zu hören. Es sind nur zwei aus dem Chore derer, die sich nun schon seit rund 200 Jahren zum gleichen Gegenstand und durchaus widersprüchlich äußern. Hier sei dazu nur gesagt, daß sich eine Beschäftigung mit dem skurrilen Fürsten und seinen Werken durchaus lohnt. (Als Einstieg für Interessenten möchten wir ein Büchlein empfehlen, das preiswert zu haben ist: Pücklers Parke von Wolfgang Knape und Erich Schutt, erschienen 1985 bei Brockhaus in Leipzig. Das gibt es tatsächlich noch immer!)

Im Jahre 1822 begann Lucie von Pückler, den Badepark, das Hermannsbad, anzulegen. Auf dem Terrain des Badeparks befanden sich damals sowohl Anlagen und Gebäude, die dem Alaunabbau und seiner Verarbeitung dienten, als auch einfache Holzhäuser, die zum Teil in die Anlage des Bades einbezogen wurden. Darunter befanden sich zwei Wohnhäuser mit einem etwa 10 Meter tiefen Brunnen, die bereits die Fundamente unserer heutigen Anlage besaßen. In ihnen ließen sich Schlackesteine, die so genannten „blauen Steine" vom Eisenhammer Keula aus der Zeit um 1750 nachweisen. Ebenso enthält der Brunnenschacht speziell dafür ausgeformte Schlackesteine. Aus der Zeit um 1800 blieben Bauteile erhalten.

Ob damals auch eins unserer Häuser als Logierhaus genutzt wurde, lässt sich nicht mehr sicher ermitteln. In alten Unterlagen der Standesherrschaft werden u.a. ein „Logis über dem Moorschuppen" und ein „Waschhaus im Bade" verzeichnet, und es wäre denkbar, daß damit erstmals die heute noch existierenden Gebäude erwähnt wurden.

Der Kurbetrieb musste damals mit zahlreichen Provisorien auskommen, was gelegentlich zu Beanstandungen führte. Eine interessante Antwort des Fürsten Pückler auf eine solche Reklamation ist überliefert:

„Einem preußischen Major aus Cottbus und seiner Frau, die sich über schlechte Bedienung und Ausstattung im Bad beschwerten, antwortete Pückler am 5. August 1824: ‚Es ist daher wohl keinem Zweifel unterworfen, daß wir auch in Zukunft nicht vermögend sein werden, ihren Ansprüchen zu genügen (...) so ersuche ich euer Hochwohlgeboren gehorsamst, dem Muskauer Bade keine fernere Aufmerksamkeit zu schenken (...)". (Vaupel) Mit der Zeit entwickelt sich das Hermannsbad und mit ihm die Qualität der Unterbringung seiner Gäste und es erschienen erste Broschüren darüber.

1845 mußten Pücklers ihre Standesherrschaft verkaufen, der nächste Besitzer, der sich ebenfalls um den Kurbetrieb bemühte, wurde Wilhelm Friedrich Carl Prinz der Niederlande (1797-1881). Unter ihm wurden 1872 die bis dahin einstöckigen Holzhäuser in mehrstöckige Villen umgebaut und erhielten in wesentlichen Teilen ihr heutiges Gesicht.

„Im Jahre 1883 wechselt der Besitzer der Standesherrschaft abermals. Mit den Grafen von Arnim tritt das letzte Geschlecht der Ausbeuterklasse in Bad Muskau seine Herrschaft an. Diese Zeit war gekennzeichnet durch kapitalistische Weiterentwicklung der feudalen Standesherrschaft Muskau. Ausdruck hierfür war unter anderem der im Jahre 1884 erfolgte Bau der Muskauer Holzstoff- und Papierfabrik mitten im Schlosspark. Der Park wird schon 1880 vernachlässigt. E. PETZOLD schreibt in einem Brief an seinen Bruder am 27. Juli 1885: ‚Der Park wird sehr vernachlässigt, ich habe ihn mit Trauer gesehen, bei der jetzigen Wirtschaft geht er mit Riesenschritten seinem Verfall entgegen. Nach der Vernachlässigung der Außenbezirke des Parks wird auch nach der Stillegung des Moorbades (1930) dem Badepark nicht mehr die nötige Aufmerksamkeit geschenkt. Im Jahre 1945 setzt schließlich die Pflege des Parkes nicht nur ganz aus, sondern durch Kampfhandlungen – die faschistische Heeresleitung lässt quer durch den Schloßpark eine pioniermäßig ausgebaute Hauptkampflinie errichten und mit SS-Truppen besetzen – wurde der Park stark in Mitleidenschaft gezogen und die Stadt zu 70 Prozent zerstört, zerstört werden dadurch auch die Schlösser und das Hermannsbad." (Kurland)

Wir haben hier ein wenig vorgegriffen. Zunächst einmal erhielt das Hermannsbad nämlich elektrisches Licht. Das war damals ein großes Ereignis, und die Zeitschrift Der Gebirgsfreund berichtete darüber:

„Jetzt flammt es auf, das elektrische Licht, eine der neuesten Einrichtungen im Hermanns-Bade! Wunderschön paßt dieser Alles verklärende märchenhafte Schein in die uns umgebende Park-Scenerie hinein, zumal, wenn es, wie üblich, an schönen Sommer-Abenden manchmal noch durch Abbrennen bengalischer Flammen unterstützt wird. Der Badepark mit seinen Höhen, Baumgruppen und Rasenflächen ist wie geschaffen zur Aufnahme einer solchen ‚feenhaften' Beleuchtung, und besonders die dem Gesellschafts-Platze zugekehrte Berglehne mit ihren hervortretenden Büschen erscheint dann gleichsam als die natürliche Bühne eines wirklichen Sommernachts-Traumes. Die aus Bogen- und Glühlicht bestehende elektrische Beleuchtung des Gesellschafts-Platzes und der Räume in den beiden Kurhäusern erfordert eine zwanzigpferdige Kraft, welche von der hinter den Kurhäusern im Maschinen-Gebäude (1889) aufgestellten Dampfmaschine abgegeben wird."

1891 meldete Der Gebirgsfreund in der Rubrik „Bädernachrichten" „(...) ein neues Logierhaus, die ‚Thurmvilla' ausgebaut (...)". Das heißt, die Turmvilla bekam bei diesem neuerlichen Umbau den Turm und ihren Namen. Anlässlich der Hochzeit des Grafen Arnim mit Caroline von Bismarck-Bohlen hatte die Villa „Caroline" zwei Jahre zuvor (1889) schon den ihren erhalten. Seitdem sahen sie so aus, wie wir sie heute (wieder) kennen.

Dem Gebirgsfreund sind auch die folgenden Zitate entnommen, die recht euphorisch die Muskauer Kuren preisen. „Aus Bädern und Sommerfrischen":

„(...) In 7 Jahrzehnten hat der heilkräftige Moor Tausenden die verlorene Gesundheit wiedergegeben und oft für unheilbar erklärte Krankheiten zum Schwinden gebracht (...)."
„(...) Hat man einmal erlebt, wie eine große Zahl von Gelähmten in Muskau einzieht, an den Fahrstuhl gefesselt und in jeder Bewegung auf fremde Hilfe angewiesen und gesehen, wie die steifen Glieder der Armen in den Bädern geschmeidig werden, die Patienten bald am Stock und zuletzt ohne Stütze gehen; hat man je gesehen, wie die blassen, an heftigen Beschwerden leidenden Frauen und Mädchen körperlich und geistig frisch und munter werden, so kann man nur einen Wunsch hegen, daß die Wirkung der Muskauer Bäder immer bekannter und ihre Verwendung im Interesse der Kranken immer verbreiteter werden möchte (...)"
„(...) Daß die Heilkraft unserer Bäder eine große ist, beweisen die Krücken und Stöcke, welche als überflüssig weggelegt werden (...)".

Am Rande sei noch vermerkt, daß der elektrische Strom den Kurgästen gesondert berechnet wurde – und daß es keine Zimmernummer 13 gab, sondern der 12 die 12a folgte.

Im I. Weltkrieg wurden die Anlagen des Hermannsbades zum Kriegslazarett und danach zum Teil von Baltendeutschen bewohnt, u.a. eine zeitlang von der bis zu ihrem Tode in Muskau tätigen Malerin Lucy von Barclay de Tolly und von Angestellten der Standesherrschaft.

(In einem „Einschub für Interessierte" rekonstruiert Heinz Miethe die Nutzung der beiden Häuser zu Wohnzwecken für den Zeitraum 1921-1950; im Archiv der Turmvilla.)


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In den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde die SA in der Turmvilla ansässig. Im Adreß- und Verkehrsbuch für den Kreis Rothenburg aus dem Jahre 1937 findet sich dazu der Eintrag: „SA-Sturm 33/19 Muskau O.=L. Turmvilla". Der SA-Sturmbann IV/19 mit Stürmen in Weißwasser, Boxberg, Lugknitz und Priebus nahm im Hause des Bäckermeisters Ewald Anders vermutlich bereits in den zwanziger Jahren Quartier und stellte nach der Übernahme des „Stahlhelms" (des Bundes der Frontsoldaten, des späteren Nationalsozialistischen Deutschen Frontkämpferbundes NSDFB) im Jahre 1931 zusammen mit je einem Sturm SS und NSKK eine beachtliche paramilitärische Kraft im Kreis Rothenburg dar. (Ein Sturm entsprach etwa einer Kompanie der Wehrmacht - rund 100 Soldaten!) Aufschlussreich ist in diesem Zusammenhang auch die folgende Notiz aus den Neuesten Nachrichten für Weißwasser, Muskau, Rietschen und Schleife, Nr. 273 vom 21.11.1935:

„(...) Später als in anderen Gegenden unseres Vaterlandes fanden sich in Weißwasser, dieser Hochburg der Gegner des Nationalsozialismus, SA-Männer zusammen. Im Jahre 1930 trafen sich die ersten Kämpfer zum Dienst. Sie gehörten zum Sturm Muskau und scheuten nicht den weiten Weg, oft bei Wind und Wetter, um ihre Pflicht zu erfüllen. Um die wenigen am Anfang scharten sich bald mehr und mehr und bereits im Jahre 1931 konnte der Trupp Weißwasser aufgestellt werden (...) Im Jahre 1932 war der Trupp Weißwasser so angewachsen, daß ein eigener Sturm aufgestellt werden konnte (...)".

Der Standesherr von Muskau und Besitzer der Turmvilla war übrigens schon 1933 der NSDAP beigetreten, aus „Opportunitätsgründen", wie er betont, und spendete seiner Partei noch im Jahre 1944 die stolze Summe von 16.972 Reichsmark! Ihm gehörte auch das „Waldhaus", in dem sich die Weißwasseraner SA etablierte. (Arnim, Hetzel)

Damit sind wir im Jahre 1945 und dem bereits beschriebenen schrecklichen Ende des folgenreichen 12jährigen Tausendjährigen Reiches. - Die m. W. einzige Arbeit, die sich damit befaßt, ist eine Studie zu den Vorgängen, die zu dem von SA-Mitgliedern – von Zeugen namentlich benannt wurde der Sohn des Druckereibesitzers Donath - provozierten Selbstmord von Rosa und Sally Teitelbohm nach der Reichskristallnacht führten, von Werner Schubert! (Einfüg. 2007) –

Das Hermannsbad gab es nun nicht mehr. Der Kurbetrieb in Bad (!) Muskau wurde 1950 an anderem Ort wiederbelebt und die Heilquelle ab 1961 wieder genutzt, Die Villa „Caroline" beherbergte von 1977 bis 1985 Kinder, die zu prophylaktischen Kuren nach Bad Muskau kamen. In der Turmvilla wurden Gäste des Moorbades untergebracht. Von 1985-90 standen die Villen leer und wurden nach der „Wende" zusammen mit dem Park an die Landesregierung übergeben.

Das definitive Ende des Kurbetriebes im Badepark sei noch durch zwei kuriose Einträge in der Chronik von Stadt und Park Bad Muskau illustriert:

„1989 Beginn der Rekonstruktion der Heilquelle im Badepark und Kennzeichnung als ‚Bergquelle'."
„1992 Abriß des Pumpenhäuschens der Heilquelle im Badepark. Damit ist die Quelle nicht mehr nutzbar."


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1992 wurden der Park und die zugehörigen Immobilien Eigentum des Freistaates Sachsen und 1993 von der inzwischen gegründeten Stiftung „Fürst-Pückler-Park" übernommen. Von dieser übernahm das „Jugendprojekt im Muskauer Park e.V.", im folgenden kurz „Jugendprojekt" genannt, im März 1994 die Häuser Turmvilla und „Caroline" mit Erbbaupachtvertrag für 99 Jahre. Das Jugendprojekt hatte sich aus dem 1990 gegründeten Jugendclub im Muskauer Park über verschiedene Umbenennungen und –strukturierungen entwickelt und war zunächst in der Orangerie im Schloßpark ansässig. Nachdem dort die Umbauten bereits relativ weit fortgeschritten waren, stand es nun allerdings der Nutzungskonzeption der Stiftung im Wege; das Jugendprojekt war in seiner Existenz gefährdet. Von dem inzwischen durch seine Mitglieder und Aktivitäten stark genug gewordenen Jugendprojekt initiiert und organisiert erlebte Bad Muskau seine erste (ordentlich angemeldete) „Spontandemo". Diese und zahlreiche andere Interventionen führten zu dem Ergebnis, daß der Verein neue Quartiere erhielt – siehe oben. Allerdings bedeutete das einen vollständigen Neubeginn. Die Häuser brauchten eine Komplettsanierung. Zunächst wurde das Büro in der Orangerie geräumt und bezog eine leerstehende Wohnung im Bauhof, später im Hermannsbad. Als auch diese geräumt werden musste, zog ein Teil, der Computer und die teure Bibliothek, in die Wohnung eines Mitarbeiters, der Rest in Bauwagen, vorläufig ohne Stromanschluß. Telefoniert wurde mit einem Sack voll Kleingeld von der Telefonzelle der Post aus.

Die Bauarbeiten begannen sofort. Als erstes wurde im Februar 1994 provisorisch ein Raum im Erdgeschoß der Turmvilla als offener Treff und Kneipe eröffnet. Im August 1995 konnte schon das neue Büro im ehemaligen Schuppen bezogen werden. Parallel zu den Bauarbeiten fanden, mit großem Aufwand an Zeit, Kraft und Improvisationstalent, mitunter wirklich „mitten im Dreck", internationale und deutsch-polnische Jugendbegegnungen, Konzerte, Ausstellungen und andere Veranstaltungen statt. Ende 1995 wurde die Villa „Caroline" bezogen, und am 18. Dezember 1995 wurde Richtfest an der Turmvilla gefeiert. Reisende Gesellen hatten den Turm wieder aufgesetzt. Der Tag des Richtfestes ist seitdem der Tag des alljährlich stattfindenden Turmfestes.

1996 wurde die Bauplanung wieder einmal, diesmal gründlich, geändert. Für den Kulturkeller und den Pavillon wurde das Fundament ausgehoben. Ein zeitgleich einsetzender Dauerregen gefährdete die angrenzenden Häuser und machte zusätzliche umfangreiche Sicherungsarbeiten notwendig. Der Kalender 1997 nennt als Höhepunkte die Errichtung des Zwischenbaus von Villa „Caroline" und Pavillon sowie des Büros und die Einrichtung der Küche für die Gastronomie in der Turmvilla. Noch am 30. Oktober des gleichen Jahres, am Geburtstag Pücklers, konnte der Kulturkeller eingeweiht werden.

Am 6. Dezember 1998 (eigentlich hatte es wieder zu Pücklers Geburtstag sein sollen) konnte der Pavillon als „Restauration im Badepark", eingeweiht werden, so genannt nach dem 1945 zerstörten Vorbild. Die Anlage nennt sich heute das „Soziokulturelle Zentrum Turmvilla", bestehend aus Seminar- und Gästehaus, Restauration und Kulturkeller mit Treff im Keller (TiK) und Kreativbereich.

(Es folgt eine Selbstdarstellung durch den Geschäftsführer; im Archiv der Turmvilla)

(1999, überarbeitet 2007)

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Anmerkung
Alle Zitate und Quellen sind nachgewiesen und können im Archiv des Autors oder der Turmvilla eingesehen werden. Die Chronik liegt druckfertig vor. Sie entstand zwar, noch ehe die Besser-Historiker aus dem Westen hier einfielen und m. H. einheimischer Kollaborateure daran gingen, die Geschichte der Standesherrschaft Muskau und ihrer prominentesten Persönlichkeit zu einer Burlesque-Show umzugestalten, doch unsere Ossi-Cleverle mit dem feinen Gespür für künftige Windrichtungen zogen ihre Nichtveröffentlichung gewisser Stellen wegen bereits vor. Teile der Chronik waren immerhin wert, einer panegyrischen Dichtung zum 10jährigen Bestehen der Turmvilla einverleibt zu werden ...

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