Reisen & Tourismus

Frankfurt am Main: Mehr als nur Börse und Banken

Christian Mueller/shutterstock.com

Frankfurt am Main ist für viele nur eine Zwischenstation, denn der dortige Flughafen ist der größte Verkehrsflughafen Deutschlands und wird somit von unzähligen Touristen genutzt, um in die ganze Welt zu gelangen. Dabei hat Frankfurt selbst auch einiges zu bieten. Die hessische Großstadt mit mehr als 750.000 Einwohnern ist in erster Linie für ihre Banken bekannt. Diese prägen mit ihren Wolkenkratzern die berühmte Skyline der Stadt, was Frankfurt auch den Spitznamen „Mainhattan“ eingebracht hat.

Die EZB, die europäische Zentralbank hat hier ihren Sitz, ebenso wie die größte Wertpapierbörse Deutschlands. Dort sind die Skulpturen Bulle und Bär zu finden, die anlässlich des 400-jährigen Bestehens der Börse auf deren Vorplatz platziert wurden. Die Tiere symbolisieren das Auf und Ab an der Börse und sind ein beliebtes Fotomotiv. Der Finanzsektor spielt in Frankfurt ohne Zweifel eine große Rolle. Darüber hinaus gibt es jedoch noch sehr viel mehr zu entdecken.

Die Frankfurter Altstadt

Ganz anders als im Bankenviertel ist der Flair in der Frankfurter Altstadt. Die originalen Bauten wurden leider während des Krieges vollständig oder teilweise zerstört, auch vom Römer, dem historischen Rathaus Frankfurts blieben nur die Erdgeschosse und die steinerne Fassade. Solche wichtigen Bauten und zahlreiche Fachwerkhäuser wurden jedoch im Laufe der Zeit wiederaufgebaut. Ein ganz besonderes Projekt war der Bau der neuen Altstadt, der von 2012 bis 2018 andauerte.

Auf rund 7.000 Quadratmetern wurden insgesamt 35 Häuser gebaut, 15 davon sind Rekonstruktionen von historischen Altstadthäusern. Hier durch die Gassen zu schlendern, in Cafés und Restaurants einzukehren, und in den kleinen Läden zu stöbern sollte bei einem Aufenthalt in Frankfurt am Main unbedingt eingeplant werden. Auch der Römerberg, der Rathausplatz, ist einen Abstecher wert. Dort gibt es nicht nur das wiederaufgebaute Rathaus und weitere schöne Fachwerkhäuser zu bewundern, sondern auch den Gerechtigkeitsbrunnen, dessen Mitte Justitia ziert. Ein paar Meter weiter steht die Alte Nikolaikirche, deren Glockenspiel mit 47 Glocken viele Besucher erfreuen kann.

Der Palmengarten

Der Palmengarten ist eine grüne Oase, die in der oft hektischen Großstadt zum Runterkommen und Durchatmen einlädt. Mit rund 22 Hektar Parkanlage und 7.000 Quadratmetern Gewächshäusern gehört der botanische Garten zu den größten seiner Art in Deutschland. Hier können eine Vielzahl an exotischen Pflanzen bestaunt werden. Rund 4.800 Pflanzenarten aus Europa, Asien und Nordamerika werden im botanischen Garten kultiviert. Außerdem finden hier regelmäßig Events statt, beispielsweise Musikveranstaltungen, Ausstellungen und Lesungen.

Mit dem Boot über den Main

Vom Wasser aus kann Frankfurt aus einer ganz neuen Perspektive entdeckt werden. Möglichkeiten gibt es dazu viele. So werden Sightseeing-Touren von Bootsführern angeboten, bei denen man an historischen, aber auch modernen Sehenswürdigkeiten entspannt vorbeischippert und währenddessen interessante Informationen erhält. Per Boot können auch unbekanntere Orte wie die Hafen- und Industrieanlagen am Main erkundet werden. Eine Panoramafahrt bietet außerdem einen tollen Blick auf die Frankfurter Skyline.

Wenn es dunkel ist, ist diese mit all ihren erleuchteten Fenstern besonders beeindruckend. Es gibt darüber hinaus Angebote für Genuss-Schifffahrten, bei denen ein Dinner inklusive ist, die Möglichkeit, ein Partyboot zu buchen, was immer wieder gerne für Teamevents in Frankfurt, aber auch für andere Anlässe in Anspruch genommen wird, und wer es gern actionreich mag, kann auf dem Main mit dem Speedboat herumdüsen.

Das Goethe-Haus

Zu den berühmtesten Kindern der Stadt gehört kein geringerer als Johann Wolfgang von Goethe. Er wurde 1749 in Frankfurt am Main geboren. Sein Elternhaus, Am Großen Hirschgraben 23, ist heutzutage für die Öffentlichkeit zugänglich. Es wurde zwar ebenfalls im Zweiten Weltkrieg zerstört, das Mobiliar konnte aber zuvor gerettet werden. Das wiederaufgebaute Haus konnte somit originalgetreu eingerichtet werden, sodass es authentisch zeigt, wie Goethe aufwuchs. In diesem Haus schrieb Goethe unter anderem die Urfassung des „Faust“ und „Die Leiden des jungen Werther“. Die Theater-Führungen sind besonders zu empfehlen.

Die Paulskirche

Für ein weiteres bedeutendes Stück Geschichte steht die Frankfurter Paulskirche. Sie diente als Sitz für das erste gesamtdeutsche Parlament und war 1849 Entstehungsort der ersten Demokratischen Verfassung für Deutschland. Diese konnte sich zwar nicht durchsetzen, prägte jedoch die folgende Weimarer Verfassung sowie das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland. Im Jahr 1944 wurde die Paulskirche bei Bombenangriffen fast vollständig zerstört, bereits 1948 war sie jedoch wiederaufgebaut. Damals wurde sie zur politischen Gedenkstätte umgewidmet, als die sich noch heute fungiert.

Fazit

Frankfurt am Main ist ein attraktives Reiseziel, an dem viel entdeckt und erlebt werden kann. Die hier vorgestellten Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten bilden gerade mal einen kleinen Teil dessen ab, was Frankfurt zu bieten hat. So könnte beispielsweise noch eine der bedeutendsten und umsatzstärksten Einkaufsstraßen Deutschlands, die Zeil, Erwähnung finden, genauso wie die abwechslungsreichen Museen am Museumsufer, der Eiserne Steg, der Kaiserdom St. Bartholomäus und noch vieles mehr. Es lohnt sich, in Frankfurt am Main auf Erkundungstour zu gehen und die Stadt nicht nur als Verkehrsknotenpunkt und Finanzmetropole zu sehen.

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