Gesundheit & Medizin

Metallischer Geschmack im Mund: Ursachen und Behandlung

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Ein metallischer Geschmack im Mund kann viele Ursachen haben. Aber in den meisten Fällen erweist dieses Erlebnis sich als harmlos und abstellbar. Dennoch sollten die Betroffenen versuchen, die Ursache für den metallischenGeschmack zu ermitteln. Wichtig ist nämlich die Unterscheidung zwischen harmlosen und weniger harmlosen Ursachen. Erstere kann der Betroffene oft selbst abstellen. Letzere bedürfen einer näheren Begutachtung und einer fachgerechten Behandlung durch einen Mediziner. Manchmal muss der Notarzt gerufen werden.

Eine der naheliegenden Ursachen für einen metallischen Geschmack, der sich oft aus heiterem Himmel einstellt, ist eine geringfügige Blutung im Mundraum – zum Beispiel am Zahnfleisch, an der Mundschleimhaut oder aus der Speiseröhre. Auch Nasenbluten oder ein versehentlicher Biss auf die Zunge können einen Metallgeschmack nach sich ziehen. In diesem Fall ist der Eisengehalt des Blutes bzw. der roten Blutkörperchen dafür verantwortlich.

Metallischer Geschmack im Mund: Rote Blutkörperchen & Co.

Marathonläufer und Extrembergsteiger wie Reinhold Messner erleben häufiger als andere einen metallischen Geschmack im Mund. Der Grund liegt auch hier in den roten Blutkörperchen und deren Eisengehalt. Dieses Mal gerät jedoch etwas Blut in die Atemwege statt in den Mundraum. Da aber die Atemwege über die offene Verbindung zwischen Rachen und Nase nicht unerheblich am Geschmackserleben beteiligt sind, schmeckt das ausgetretene Blut nach Metall.

Die Ursache für den Blutgeschmack bei Leistungssportlern ist die extreme Anstrengung durch sportliche Spitzenleistungen. Dies liegt jenseits normaler sportlicher Betätigungen und verlangt dem Körper alles ab.

Die möglichen Ursachen von metallischen Geschmack im Mund

Tatsächlich gibt es viele Verursacher, die einen metallischen Geschmack nach sich ziehen können. Wichtig ist, den Ursachen nachzugehen und diese zu hinterfragen. Manche Verursacher sind offensichtlicher. Andere müssen durch sorgsames Beobachten ermittelt werden. Interessant ist zum Beispiel der Zeitpunkt, an dem der metallische Geschmack auftritt. Tritt ein metallischer Geschmack bevorzugt nach der Einnahme einer Tablette oder nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel auf, ist die wahrscheinliche Ursache ermittelt. Die häufigsten Ursachen für einen Metallgeschmack sind die folgenden.

Medikamenteneinnahme

Bei der Einnahme bestimmter Medikamente könnte beispielsweise der Beipackzettel darüber Auskunft geben, ob ein metallischer Geschmack zu den bekannten Nebenwirkungen des Medikaments gehört. Wer den Beipackzettel vor der ersten Einnahme des Präparates gelesen hat, erinnert sich möglicherweise an eine solche Nebenwirkung. Typisch ist diese Nebenwirkung beispielsweise bei einigen Antidepressiva oder Antibiotika.

Nach der Einnahme von Metronidazol gegen eine Infektion und bei bestimmten Krebsmedikamenten, zum Beispiel Vorinostat oder Istodax, kann ein Metallgeschmack die Folge sein. Der metallische Geschmack durch medikamente ist hinzunehmen. Er verdirbt einem bestenfalls den Appetit. Nach dem Absetzen des Medikaments verschwindet der Metallgeschmack wieder.

Vergiftungserscheinungen

Ein metallischer Geschmack kann allerdings auch auf eine orale oder inhalatorische Vergiftung mit metallischen Mineralien hinweisen. Typischerweise kommen Blei, Zinkoxid, Eisen oder Quecksilber dafür infrage. An manchen Orten ist das Trinkwasser früher stark eisenhaltig gewesen. In diesem Fall wäre ein Metallgeschmack normal. Angenehm ist er aber trotzdem nicht. Ein vergiftungsbedingter Metallgeschmack kann tödlich enden. Das kann beispielsweise bei oralen Vergiftungen oder nach der Inhalation von Lacken oder Quecksilberdämpfen passieren.

Der daraus resultierende Geschmack ist meist metallisch-chemisch. Beim verdahct auf Vergiftungen ist auf weitere Begleiterscheinungen zu achten. Quecksilbervergiftungen führen beispielsweise neben dem Metallgeschmack zu geschwollenen Schleimhäuten und Husten. Bei einer Bleivergiftung wird der metallische Geschmack von Übelkeit, vermehrtem Speichelfluss, Erbrechen, Darmkrämpfen oder Verstopfung begleitet. Besteht auch nur der geringste Verdacht auf eine inhalatorische Quecksilber- oder Bleivergiftung, ist umgehend ein Notarzt zu rufen.

Eine anhaltende Exposition gegenüber Zinkoxiden führt zu einem metallischen Geschmack und dem sogenannten Zinkfieber. Auch bestimmte Pflanzengifte können einen Metallgeschmack, Sehstörungen und Krämpfe auslösen. Bei erkennbaren Toxin-Belastungen muss sofort gehandelt werden.

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Hormonelle Veränderungen

Manchmal ist ein metallischer Geschmack ein Indikator dafür, dass die hormonelle Lage sich verändert. So erleben beispielsweise schwangere Frauen, dass sie in den ersten Wochen ihrer Schwangerschaft an einem metallischen Geschmack leiden. Dieser ist harmloser Natur. Er vergeht mit dem Fortschreiten der Schwangerschaft wieder.

Infektionen oder Blutungen im Mund

Die Untersuchung von Zunge und Mundraum kann eine gute Idee sein. Wenn nach dem Zähneputzen regelmäßig Blut ausgespuckt wird, liegt eine entzündungsbedingte Zahnfleischblutung als Ursache nahe. Es kann sich um Gingivitis oder Parodontitis handeln – Entzündungen des Zahnfleisches oder des Zahnbetts. Auch Zahnfleischtaschen können gelegentlich einen metallischen Geschmack auslösen. Infektiöse Vorgänge im Mundraum können ebenfalls zu einem metallischen Geschmack führen. Pilze, Viren oder Bakterien – etwa Herpesviren oder Candida-Pilze – können an der Entstehung der Entzündungen beteiligt sein.

Vermutlich genügt häufigeres Zähneputzen nicht, um dagegen vorzugehen. Bei Mundfäule oder Pilzbefall sind die Geschmacksnerven irritiert. Ohne eine Behandlung ändert sich das nicht.

Ein metallisch-fauliger Geschmack im Mund ist ein Warnzeichen, das zu einem Arztbesuch führen sollte. Früher kam es bei Seeleuten infolge eines Mangels an Vitamin C zum gefürchteten Skorbut. Heute sorgen HIV-Viren oft für einen metallischen Geschmack. Außerdem können kleine Mundgeschwüre (Aphten), die sehr schmerzhaft sind, den Geschmackssinn beeinflussen. Der Grund dafür ist, dass die Aphten zum Bluten neigen.

Sportliche Anstrengungen

Sportliche Betätigung steigert bekanntermaßen die Durchblutung. Auch die Lunge wird besser durchblutet, damit eine bessere Sauerstoffaufnahme gelingt. Bei Extremsportarten wie dem Bergsteigen oder einem Marathonlauf können kleine Blutungen an der Lunge oder den Atemwegen ausgelöst werden. Diese werden durch schnelles Atmen, austrocknende Schleimhäute und Mikrorisse an den Schleimhäuten von Nase und Mund verursacht. Der Metallgeschmack kommt also auch hier von kleinen Blutmengen und dem darin enthaltenen Eisen. Ein ähnliches Phänomen erleben Menschen, die körperlich anstrengende Arbeiten verrichten.

Implantate und Zahnprothesen

Viele Menschen klagen über einen metallischen Geschmack, nachdem sie Implantate, Prothesen oder Brücken-Kronen-Konstruktionen eingebaut bekamen. Der Metallgeschmack stammt hier meistens aus metallischen Bauteilen, die verarbeitet wurden. Es handelt sich dabei meistens um Edelstahl. Obwohl Edelmetalle nicht sehr zu Korrosion neigen, können Säureeinwirkungen beim Essen Metallionen auslösen. Daher ist es auch erklärlich, dass der Biss in einen sauren Apfel einen Metallgeschmack nach sich ziehen kann.

Hyperkaliämie

Ein metallischer Geschmack im Mund, der durch eine seltene Erkrankung namens Hyperkaliämie entsteht, ist lebensgefährlich. Hier kommt es durch einen Überschuss von Kalium im Blut zu einer Elektrolyt-Entgleisung. Davon sind der Herzrhythmus und Nervenimpulse zwischen Muskulatur und Nerven betroffen. Oftmals sind Nierenprobleme die Ursache der Hyperkaliämie. Andere Gründe sind eine zu hohe Kaliumaufnahme oder bestimmte Medikamente. Um Lebensgefahr zu vermeiden, sollten die Medikamenten-Einahme oder der übermäßige Verzehr kaliumreicher Obst- und Gemüsesorten sofort zurückgenommen werden. Ein Arzt ist umgehend aufzusuchen, weil eventuell eine Dialyse notwendig wird.

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Wann ist der Arztbesuch unumgänglich?

Wenn keine hinreichende und harmlose Erklärung für einen metallischen Geschmack im Mund gefunden wird, sollten ein Zahnarzt und der Hausarzt davon in Kenntnis gesetzt werden. Dieser kann durch weitere Befragungen und Labortests feststellen, was zu tun ist. Neben allen bereits genannten Ursachen können auch Lebensmittelunverträglichkeiten und -allergien zu einem metallischen Geschmack führen. In diesem Fall sind entsprechende Tests durchzuführen.

Bei den oben genannten Vergiftungserscheinungen oder dem Verdacht auf eine Hyperkaliämie ist der Notarzt zu benachrichtigen. Außerdem sollte der Art informiert werden, wenn es weitere Begleiterscheinungen gibt, die auf eine ernsthafte Erkrankung hindeuten könnten.

Metallischer Geschmack im Mund: Was können Betroffene tun?

Wenn eine der ungefährlichen Ursachen als Grund für einen metallischen Geschmack im Mund feststeht, sind mehrere Gegenmaßnahmen möglich. Bei Zahnbelag und Zahnfleischproblemen helfen häufigeres Zähneputzen und Spülungen mit Salzwasser. Salzwasser ist gegenüber Zahnbelägen und den dafür verantwortlichen Plaque-Bakterien ein sehr wirksames Gegenmittel. Durch die Spülung werden zudem zwischen den Zähnen oder in Zahnfleischtaschen festsitzende Essensreste ausgespült. Salzwasser ist außerdem ein gutes Gegenmittel gegen einen metallischen Geschmack.

Die Meidung von Zitrusfrüchten kann bei Zahnersatz mit Metallanteilen hilfreich sein. Die Fruchtsäure löst Metallionen aus, die dann den metallischen Geschmack auslösen. Andererseits können aber gerade Zitrusfrüchte wie Orangen, Mandarinen, Zitronen und Limetten durch vermehrten Speichelfluss ein Gegenmittel gegen den unangenehm metallischen Geschmack darstellen. Dieser sollte dann aber nicht gerade von Metallen im Mund ausgelöst worden sein.

Infektionen, Zahnfleischbluten & Co.

Wenn Infektionen oder Aphten im Mund zu einem Metallgeschmack geführt haben, können die Betroffenen mit Pfefferminzpastillen, Lakritz-Bonbons, einem Stück Schokolade, dem Kauen von Gewürznelken oder Kardamom-Samen dagegen an gehen. Gewürznelken sind als entzündungshemmend bekannt. Außerdem überlagern alle eben genannten Hilfsmittel den unangenehmen Metallgeschmack. Zudem regen scharfe Gewürze oder Pfefferminze den Speichelfluss an. Im menschlichen Speichel sind natürliche Bestandteile enthalten, die entzündungshemmend wirken.

Bei häufigem Zahnfleischbluten, Zahnbelägen und Karies sollte die Mundhygiene deutlich verbessert werden. Die Nutzung von Zahnseide ist eine gute Idee. Antiseptische Mundspülungen und dreimaliges Zähneputzen sind sinnvoll. Eine Vorbeugung gegen gelegentliche Metallgeschmacks-Erlebnisse gibt es eigentlich nicht. Die Zahl möglicher Auslöser ist zu hoch. Auch Demenz oder Diabetes können zu solchen Geschmacks-Erlebnissen führen. Lediglich gegen die eben genannten Probleme der Mund-Hygiene gibt es ein einfaches vorbeugendes Mittel: diese zu verbessern und regelmäßige Prophylaxe-Behandlungen beim Zahnarzt zu nutzen.

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