Gesundheit & Medizin

Ein Auge größer als das andere: Ursachen und Wissenswertes

Ein Auge größer als das andere
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Vielleicht ist es dem einen oder anderen schon mal begegnet: man sieht seinem Gegenüber ins Gesicht uns stellt fest, dass die Augen nicht die gleiche Größe haben. Ein Auge ist dabei kleiner als das andere. Dieses Phänomen tritt durchaus häufiger auf. Die Gründe, die diesem Größenunterschied zugrunde liegen, können dabei vielfältig sein. Häufig sind Grunderkrankungen der Auslöser.

Ein Auge ist größer als das andere: Die natürliche Asymmetrie

Es kann durchaus sein, dass die unterschiedliche Größe der Augen auf eine natürliche Asymmetrie zurückzuführen ist. Dies bedeutet, dass das eine Auge tatsächlich schmaler ist als das andere. Das „normale“ Auge hat nach wie vor seine natürliche und runde Form. Mögliche Gründe für eine natürliche Asymmetrie können eine Dehydrierung oder auch Müdigkeit sein. Häufig ist in diesem Zusammenhang auch von einem Augeninfarkt die Rede. Eine Korrektur ist demnach einfach und schnell möglich, indem man zum einen den Feuchtigkeitshaushalt des Körpers auffüllt durch die Aufnahme von ausreichend Flüssigkeit.

Zum anderen sollte man sich Ruhe und Entspannung gönnen und dem Körper ausreichend Schlaf schenken. Dann kann sich das schmalere Auge auf natürlichem Wege wieder normalisieren und angleichen. Man hat zudem die Möglichkeit, die Ungleichheit durch Make-up zu korrigieren. Ein hellgoldener Lidschatten unter dem Auge aufgetragen öffnet den Blick. Zusätzlich kann ein Eyeliner aufgetragen werden, um das Auge optisch zu vergrößern. Auch Mascara öffnet das Auge optisch und verschafft so mehr Größe.

junge frau unterschiedlich große augen
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Das hängende Augenlid

Viele Menschen leiden unter einem hängenden Augenlid. Dies hat zur Folge, dass das betroffene Auge optisch kleiner wirkt als das andere Auge. Gründe für hängende Lider können sein eine allergische Reaktion, ein Migräneanfall, ein Nervenproblem oder auch eine Augeninfektion. Ein weiteres Krankheitsbild ist in diesem Zusammenhang das Autoimmunproblem Myasthenia gravis. Auch kann sich ein hängendes Augenlid mit zunehmendem Alter und gleichzeitiger Erschlaffung der Haut ausbilden. Grundsätzlich muss ein hängendes Augenlid nicht zwingend behandelt werden. Möglich ist dies jedoch im Rahmen eines Liftings. Dies sollte auch dann in Betracht gezogen werden, wenn das hängende Lid zu Beeinträchtigungen beim Sehen führt oder andere Augenerkrankungen nach sich zieht.

Die Anisokorie

Bei der Anisokorie hat der Patient unterschiedlich große Pupillen. Dies wiederum erweckt optisch den Anschein, ein Auge sei kleiner als das andere. Die Pupillengrößen können zwischen 0,5 und 1 mm differieren. Die Anisokorie ist eine Erkrankung, die bereits mit der Geburt vorliegt. Ursächlich hierfür sind in der Regel Störungen des Gehirns, der Blutgefäße oder auch der Nerven und der Augen selbst. Möglich ist auch ein lediglich vorübergehender Zustand bei Menschen, deren Pupillen eigentlich gleich groß sind. Die Anisocoria verschwindet irgendwann von alleine. Besorgnis erregend ist die Erkrankung dann, wenn sie in Verbindung mit Fieber, Kopfverletzungen oder –schmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder auch Sehstörungen auftritt.

Die Amblyopie

Die Amblyopie beginnt im frühen Kindesalter. Ursächlich ist hier, dass sich das Sehvermögen fehlerhaft ausbildet. Eines der Augen oder auch beide bewegen sich einwärts. Die Augen erwecken den Anschein, nicht zu harmonieren. Es treten Sehstörungen auf und ein Auge ist größer als das andere. Die Amblyopie bedarf einer schnellen Behandlung, da die Erkrankung sonst im Extremfall zur Erblindung oder einer starken Einschränkung des Sehvermögens führen kann.

Der Exophthalmus

Bei dieser Erkrankung treten die Augen weit hervor. Diesem Symptom können verschiedene Erkrankungen zugrunde liegen. Dazu gehört beispielsweise eine Schilddrüsenüberfunktion oder auch ein Tumor im Bereich der Augen. Die Wölbung entsteht schleichend. Die Behebung dieser Form der Augenungleichheit kann nur durch die Diagnose der Grunderkrankung und deren Behandlung erfolgen.

Das Schielen oder Strabismus

Das Schielen gehört zu den eher bekannteren und verbreiteteren Augenfehlstellungen. Betroffen können sowohl Kinder als auch Erwachsene sein. Sehr häufig ist das Schielen bei Babys zu erkennen. Das Schielen bewirkt, dass die Augen nicht synchron bewegt werden können. Jedes Auge hat damit quasi sein Eigenleben. Wohin die Bewegungen gehen, ist ganz unterschiedlich und kann in alle Richtungen sein. Der Strabismus muss ärztlich behandelt werden, da er sonst in den meisten Fällen anhaltend ist. Als Hilfsmittel werden hier Augenklappen, Brillen oder Augentropfen verwendet. Auch bestimmte Sehübungen können Erfolge erzielen. Bei dem Strabismus kann es zudem dazu kommen, dass die Augen unterschiedlich groß werden. Auch doppeltes oder vermindertes Sehen ist möglich.

Die Graves-Krankheit oder Morbus Basedow

Dieser Erkrankung liegt eine hyperaktive Schilddrüse zugrunde. Die Augen schwellen an und es wird der Eindruck erweckt, das eine Auge sei größer als das andere. Hinzu kommen meist noch weitere Symptome wie Rötungen, Wundsein, tränende Augen und ein kiesiges Gefühl. Die Symptome sollten wieder verschwinden, sobald die Schilddrüsenerkrankung geheilt ist. Unterstützend helfen auch Salben, Augentropfen und Augenkissen.

Morbus Basedow
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Allergien als Auslöser für unterschiedlich große Augen

Generell können auch Allergien zu optischen Veränderungen der Augen führen. Reagiert der Körper allergisch auf etwas, dann können die Augen beispielsweise anschwellen. Bei einer akuten allergischen Reaktion sollten die allergieauslösenden Substanzen gemieden und Antihistamine eingenommen werden.

Die Bulbenlähmung

Bei dem Bulbar-Syndrom zeigen sich typischerweise unterschiedlich große Augen. Das Bulbarsyndrom kann auftreten im Zusammenhang mit einem Schlaganfall der Medulla, einer Lyme- Borreliose, einer Syringobulbia, Neroplasmen am Hirnstamm oder auch einer traumatischen Hirnverletzung.

Traumata

Ein Trauma kann die Ursache dafür sein, das das Auge anschwillt und dadurch größer erscheint. Es kann aber gleichzeitig auch zu einer Abnahme des Auges führen. Auch äußere Verletzungen führen zu Wunden und Hämatomen, die sich in einer Schwellung äußern können. Auch können sich Entzündungen bilden, wenn in das Auge beispielsweise Fremdkörper gelangen. Hierzu können kleine Härchen oder auch Sandkörner gehören. Die Reizung führt dann zu einer Schwellung, welche Auge größer erscheinen lässt. Ödeme können mit Kälte behandelt werden. Infektionen lassen sich mit Antibiotika bekämpfen.

Muss ich mir Sorgen machen, wenn ein Auge größer als das andere ist?

Generell zeigen sich viele Krankheiten durch Veränderungen der Augen. Auch bei einer Magen- oder Nierenerkrankung sowie anderen Organschäden oder Schädigungen des Nervensystems können sowohl Schwellungen auftreten als auch Taschen unter den Augen oder Augenringe. Dies alles führt optisch dazu, dass ein Auge größer als das andere wirken kann. Der Augenmuskel kann verletzt sein, so dass sich eine Fehlfunktion ausbildet, in dessen Folge ein Auge größer wirkt. Bei vielen Menschen wird ein Auge im Laufe des Lebens kleiner. Besonders ist dies kurz vor dem Tod zu beobachten. Auch ein Gerstenkorn ist eine typische Erkrankung, die mit einer Vergrößerung eines Auges einhergeht. Gleiches gilt für die Blepharitis und die Chalazionen.

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