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Rosen pinzieren: Tipps und Anleitung für Hobby-Gärtner

Rosen pinzieren
OlgaPonomarenko/shutterstock.com

Damit der Rosengarten in seiner schönsten Blüte erstrahlt, müssen die Sträucher regelmäßig gepflegt werden. Neben dem Schnitt gehört hier auch das Pinzieren dazu. Denn mit diesem sorgen Sie für einen buschigen Strauch und schöne Blüten. Darüber hinaus können Sie somit auch einen beinahe ständig blühenden Strauch erzielen. Was dabei jedoch zu beachten ist, erfahren Sie hier.

Rosen pinzieren: Was bedeutet das überhaupt?

Beim Pinzieren spricht man auch vom Entspitzen. Dabei werden die Triebe kurz vor der Blüte entfernt. Somit steht das Pinzieren auch klar dem Schneiden der Rosen entgegen. Bei diesem werden nämlich auch alte Triebe entfernt. Das Pinzieren zeichnet sich jedoch dadurch aus, dass frische Triebe entfernt werden, um somit eine Wachstumsrichtung zu bestimmen und ein buschigeres Wachsen zu ermöglichen. In diesem Sinne gehört das Pinzieren zum Pflichtprogramm im Bereich der Rosenpflege.

Wozu pinziert man Rosen?

Nicht nur Rosen werden pinziert. Stattdessen handelt es sich um eine Technik aus dem Gartenbau, welche bei allerhand Pflanzen genutzt wird. Dadurch greifen Sie im Grunde in das natürliche Wachstum der Rosen ein. Denn indem die einzelnen Triebspitzen entfernt werden, wird der Strauch zur Bildung weiterer Seitentriebe und somit neuer Knospen angeregt. Dadurch vermeiden Sie, dass das Gehölz zu weit nach oben wächst. Stattdessen wird das Austreiben in die Seiten angestrebt, was zu einem buschigeren Strauch mit mehr Blüten führt. Somit dient das Pinzieren in erster Linie dazu, mehr Ästhetik zu erzielen.

Da Sie mit dem Pinzieren außerdem die Triebanzahl erhöhen, können Sie die Technik auch bei Historischen Rosen anwenden. Dadurch ermöglichen Sie, dass diese im nächsten Jahr prächtig blühen. Außerdem kann auf diese Weise bei verwahrlosten Rosen wieder die Schönheit des Strauchs ins Leben gerufen werden. Dasselbe gilt für Rosensträucher mit nur zwei Trieben, welche dadurch buschiger werden können.

Der richtige Zeitpunkt

Damit die Rosen auch tatsächlich genügend Kraft haben, um neue Seitentriebe und Blüten zu bilden, sollten Sie das Pinzieren fest im Kalender vermerken. Warten Sie daher nicht zu lange und führen Sie das Pinzieren keinesfalls nach Mitte Mai aus. Ideal sind stattdessen die Wochen vor der Blüte. Dadurch kann das Gehölz genügend Energie sammeln, um diese in die Entwicklung von neuen Austrieben zu stecken. Nach dem Schnitt dauert es wiederum rund sechs Wochen bis das Gewächs wieder vor der Knospenöffnung steht. Somit verschiebt sich der Zeitpunkt der Blüte um ungefähr zwei Wochen.

rosenbusch schneiden
Olena Siemer/shutterstock.com

Trick: Immer blühende Rosen durch das richtige Pinzieren

Sie können beim Pinzieren auch raffiniert vorgehen und somit beinahe ständig blühende Rosen erzielen. Dabei pinzieren lediglich jeden vierten Trieb mit Knospe. Das Ergebnis ist ein Strauch, der beinahe ständig blüht. Denn die Blühpause zwischen den Trieben verschiebt sich somit. Die erste Blüte dauert von Mai bis Juni, wobei es danach rund sechs Wochen bis zur nächsten Blüte dauert. Schneiden Sie aber Mitte Mai einige Knospen durch das Pinzieren, entwickeln sich hier schon während der Hauptblüte neue Knospen.

Diese blühen also kurz nach der Hauptblüte wieder und Sie erfreuen sich durchgängig an der Schönheit des Gehölzes. Für ein besonders üppiges Wachstum empfiehlt sich hier das Pinzieren der roten Triebe. Diese wachsen in der Regel nämlich sehr hoch und müssten im Nachhinein sowieso gekürzt werden.

Dieses Werkzeug benötigen Sie

Für das Pinzieren von Rosen benötigen Sie nicht viel. Hier reicht das übliche Werkzeug für die Rosenpflege, wie eine scharfe Rosenschere. Damit das Pinzieren auch genau abläuft, empfiehlt sich das erneute Schärfen der Schere vor dem Schnitt.

Rosen selber pinzieren oder Gärtner beauftragen?

Viele Hobby-Gärtner fühlen sich mit der Pflege von Rosen überfordert. Immerhin wird hier befürchtet, dass die Rosen mit einem falschen Schnitt nachhaltig zerstört werden würden. Dabei gilt jedoch grundsätzlich, dass das Pinzieren sowie der Rosenschnitt auch problemlos selber durchgeführt werden können. Hierfür benötigt es nicht viel Arbeit. Drüber hinaus verzeihen Rosen in der Regel auch einen Fehlschnitt. Sie erholen sich daher schnell und wachsen danach wie gewohnt weiter. Sollten Sie sich dennoch Sorgen machen, beauftragen Sie lieber einen Gärtner für das Schneiden und Pinzieren der Rosen. Dies ist besser, als die Pflege komplett auszulassen.

Anleitung für Hobby-Gärtner

Müssen oder sollen die Rosen punziert werden, können Sie dies ganz einfach und in kürzester Zeit selber durchführen. Wählen Sie dafür den richtigen Zeitpunkt vor der Blüte und schärfen Sie Ihre Rosenschere noch einmal vor der Verwendung. Dabei lassen sich die Rosen ab einem Trieb mit einer Länge von rund 20 Zentimeter pinzieren. Kürzen Sie die gewählten Triebe einfach bis auf ein bis zwei Blattpaare. Danach werden Sie nach rund sechs Wochen wieder neue Triebe und Knospen, die kurz vor der Blüte stehen vermerken.

Lässt es der Busch zu, wählen Sie außerdem nur jeden vierten Trieb zum Pinzieren, um somit ein ständiges Blühen zu erzielen. Achten Sie außerdem auch beim Pinzieren auf die Grundregeln des Rosenschneidens. So sollte die entstandene Wunde nur klein sein. Durch das schräge Ansetzen der Schere gewähren Sie außerdem einen Schnitt, der das Abfließen von Regenwasser erleichtert.