Gesundheit & Medizin

Chips in der Schwangerschaft: Ohne schlechtes Gewissen schlemmen?

schwangere frau mit chips
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Die optimale Ernährung in der Schwangerschaft besteht aus gesunden Lebensmitteln, ist abwechslungsreich und deckt den Bedarf an wichtigen Vitaminen und Nährstoffen. Das unterscheidet sich nicht wesentlich von den allgemeingültigen Ernährungsempfehlungen. Einige Dinge jedoch sollten in der Schwangerschaft nicht auf dem Speiseplan stehen. Manchmal taucht erst mit dem Heißhunger auf bestimmte Nahrungsmittel die Frage auf, ob man diesen speziellen Gelüsten nachgehen darf.

Darf man in der Schwangerschaft Chips essen?

Hier gilt wie in vielen anderen Bereichen das Motto: Die Dosis macht das Gift. Gemäßigter Konsum von Chips ist für gesunde werdende Mütter erlaubt. Die salzige Knabberei fällt zwar nicht in die Kategorie der hochwertigen Nahrungsmittel, dennoch müssen Schwangere nicht komplett darauf verzichten. Hin und wieder eine kleine Menge gilt gesundheitlich als unbedenklich. Es ist allerdings nicht empfehlenswert, jeden Tag eine Tüte Chips zu verzehren. Dafür gibt es gleich mehrere Gründe.

Was steckt drin in den Chips?

Kartoffelchips enthalten jede Menge Fett und Salz. Beides kann im Übermaß genossen gesundheitliche Probleme verursachen, nicht nur in der Schwangerschaft. Chips bestehen etwa zu 30 Prozent aus Fett. Mit einer Tüte Chips ist der empfohlene Richtwert für Schwangere auch schon erreicht. Der Kaloriengehalt ist hoch und entspricht bei dieser Menge etwa dem einer vollen Mahlzeit, liefert aber kaum wichtige Nährstoffe. In Chips stecken nicht nur jede Menge Kalorien, sie enthalten noch dazu sogenannte Transfettsäuren, die im Herstellungsprozess durch das Erhitzen ungesättigter Fettsäuren entstehen.

Dabei kommt bei Lebensmitteln mit einem hohen Kohlenhydratanteil zur Bildung von Acrylamid, das nach Ergebnissen aus Tierstudien als potenziell krebserregend gilt. Frittierte oder gebratene Erzeugnisse aus Kartoffeln wie Kartoffelchips oder Pommes frites enthalten relativ hohe Mengen Acrylamid.

Ist die Lust auf Salziges in der Schwangerschaft problematisch?

Speisesalz besteht zum überwiegenden Teil aus Natriumchlorid. Der Anteil anderer Salze wie beispielsweise Magnesiumchlorid beträgt bis zu drei Prozent der Gesamtmenge. Hinzu kommen je nach Sorte unterschiedliche Zusätze wie Jod oder Fluorid, die vor Mangelerscheinungen schützen sollen und chemische Substanzen zur Verbesserung des Rieselverhaltens. Natrium wird im menschlichen Organismus für den reibungslosen Ablauf vieler Körperfunktionen benötigt. Der Natriumgehalt im Körper wird durch verschiedene Mechanismen und Hormone reguliert. Eines dieser Hormone ist das Aldosteron.

chips in der schwangerschaft
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In der Schwangerschaft kommt es zu einem signifikanten Anstieg von Aldosteron, was eine Ursache für Heißhungerattacken nach salzigen Nahrungsmitteln sein könnte, die Schwangere häufig verspüren. Wissenschaftlich belegt ist diese Theorie bislang nicht. Galt noch vor einigen Jahren die Empfehlung, den Salzkonsum in der Schwangerschaft einzuschränken, hat eine Studie ergeben, eine Reduzierung ist in der Regel nicht erforderlich. Demzufolge reagieren Schwangere anders auf Salz als bisher angenommen. In der Schwangerschaft besteht ein erhöhtes Risiko von Wassereinlagerungen (Ödemen) im Körper. Ödeme können ebenso wie ein erhöhter Blutdruck durch einen ausgeprägten Salzkonsum begünstigt werden.

Die bereits erwähnte Studie zeigte jedoch keine negative Auswirkung durch den durchschnittlichen Salzkonsum bei Schwangeren. Das Gegenteil war der Fall. Bei bewusst salzarmer Ernährung neigten die Frauen eher zu erhöhten Blutdruckwerten. Dennoch ist der empfohlene Tagesbedarf an Salz schnell erreicht und kein Grund für einen übertriebenen Konsum von Kartoffelchips.

Inhaltsstoff Glutamat in Kartoffelchips

Diverse verarbeitete Lebensmittel enthalten den Geschmacksverstärker Mononatriumglutamat. Häufig zu finden in Chips, Tütensuppen, Gewürzmischungen und vielen weiteren Produkten. Bei Menschen, die empfindlich auf Glutamat reagieren, kann künstlich hergestelltes Glutamat Symptome wie Kopfschmerzen und Übelkeit verursachen. In natürlicher Form wird Mononatriumglutamat vom Körper selbst hergestellt und ist wichtig für die Hirnfunktion.

Als Zusatzstoff in Nahrungsmitteln verstärkt es den salzigen Geschmack und dient dazu, Lebensmittel schmackhafter zu machen. In größeren Mengen verzehrt, gilt der Nahrungsmittelzusatz als gesundheitlich bedenklich und kann durch den veränderten Geschmack der Lebensmittel eventuell dazu beitragen, über den Hunger hinaus zu essen.

Sind Gemüsechips eine gesunde Alternative für Schwangere?

In den Supermarktregalen finden sich zunehmend häufiger Chips aus diversen Gemüsesorten als Alternative zu herkömmlichen Kartoffelchips. Spontan entsteht der Eindruck, es könnte sich um eine gesündere Variante handeln. Bei genauerer Betrachtung ergibt sich häufig ein anderes Bild. Der Fettanteil ist nicht selten höher als der in Kartoffelchips. Auch beim Salzanteil und dem Gehalt an Acrylamid sieht es nicht besser aus. Vom gesundheitlichen Aspekt her sind auch diese Chips durchaus schmackhaft, aber keine gesunde Knabberei.

gemüsechips
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Wer es gesünder haben möchte, dem bleibt die Möglichkeit, Chips selbst herzustellen und eigene Kreationen mit frei wählbaren Zutaten zu kreieren. Das wäre auch eine bekömmliche Alternative für Frauen, die in der Schwangerschaft unter Sodbrennen leiden. Viele Frauen haben bei fortgeschrittener Schwangerschaft hin und wieder Sodbrennen. Scharf gewürzte oder fettige Nahrung verschärft die Symptome in der Regel.

Chips in Maßen genießen, nicht nur in der Schwangerschaft

Chips sind beliebte Snacks, lecker, salzig und fettig. Sie gehören zweifelsohne nicht zu den gesündesten Nahrungsmitteln, sind jedoch, sofern sie nicht regelmäßig und in großen Mengen verzehrt werden, eine Versuchung, der auch Schwangere hin und wieder nachgeben dürfen. Wichtig ist es nur, darauf zu achten, dass die Ernährung insgesamt die nötigen Nährstoffe liefert. Dann sind kleine Sünden erlaubt und können ohne schlechtes Gewissen auch in der Schwangerschaft genossen werden.