Gesundheit & Medizin

Spazieren gehen nach Schulter-OP: Worauf muss man achten?

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Eine Schulteroperation erfordert eine gründliche Nachbehandlung und Genesung. Unmittelbar nach der Operation sollten körperliche Betätigungen, selbst Physiotherapie oder entspanntes Spazierengehen allerdings vermieden werden. Um Komplikationen vorzubeugen und eine vollständige Erholung zu gewährleisten, muss die Schulter in einer stabilen Position ruhen. Durch die Nachbehandlung werden Schmerzen reduziert und die Flexibilität der Schulter zurückgewonnen.

Der folgende Artikel zeigt, wie man nach der Operation schnellstmöglich in den Alltag zurückfindet und seinen gewohnten sportlichen Betätigungen wie Schwimmen, Laufen oder Krafttraining schrittweise wieder nachgehen kann.

Spazieren gehen & Co.: Empfehlungen für das Training nach einer Schulter-OP

Der Moment, ab dem sportliche Aktivitäten nach einer Schulter-OP wieder aufgenommen werden können, variiert stark und ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Hierzu gehören die Art des chirurgischen Eingriffs, die spezifische Art des Sports, der wieder aufgenommen werden soll, sowie der individuelle Verlauf der Heilung beim Patienten. Leichtere körperliche Aktivitäten wie Walken, Wandern oder Spazierengehen können grundsätzlich frühzeitig in den täglichen Ablauf eingebunden werden. Da diese Sportarten nicht ganz so anspruchsvoll sind, wird das Schultergelenk weniger strapaziert, weshalb sie eine optimale Option sind, wieder mit sportlichen Betätigungen zu beginnen.

Im Unterschied dazu benötigen gelenkbelastende und äußerst anspruchsvolle Sportarten wie Tennis, Handball, Volleyball, Krafttraining oder Basketball eine ausgedehnte Genesungszeit. Für diese Sportarten sind Ausdauer, Beweglichkeit und Kraft erforderlich, außerdem wird das Gelenk stark beansprucht. Deshalb ist vor der Wiederaufnahme eine vollständige und gründliche Genesung unerlässlich.

training nach schulter-op
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Wie sollte das Training nach einer Schulteroperation aussehen?

Nach einer Operation an der Schulter sollte man mit dem Training sehr vorsichtig beginnen und je nach Genesungsverlauf langsam steigern.

Folgende Tipps und Vorsichtsmaßnahmen sind hilfreich dabei, die Schultermuskulatur zu stärken, die Heilung zu fördern und Rückschlägen vorzubeugen:

  • Ein entspannter Spaziergang ist ein idealer Einstieg, der sowohl den Heilungsprozess der Schulter fördert als auch die körperliche Fitness unterstützt. Er trägt zu einer besseren Durchblutung bei, lindert Schmerzen und wirkt entzündungshemmend.
  • Mit der Physiotherapie behutsam starten: Mit sanften Übungen beginnen und die Intensität schrittweise steigern. Man sollte dem Körper ausreichend Zeit lassen, sich auf die Beanspruchung einzustellen.
  • Sorgfältiges Aufwärmen ist entscheidend: Vor jeder Trainingseinheit sollte ein umfassendes Aufwärmprogramm durchgeführt werden. Dies fördert die Durchblutung und bereitet die Muskulatur optimal auf das Training vor.
  • Eine gesunde Körperhaltung beibehalten: Im Verlauf des Trainings sollte auf eine angemessene Körperhaltung geachtet werden. Eine präzise Ausführung der Trainingseinheiten ist wichtig, um Verletzungen vorzubeugen und bestmögliche Resultate zu erreichen.
  • Gemäßigtes Tempo: Die Übungen sollten kontrolliert und langsam ausgeführt werden. Übermäßige Belastung der behandelten Schulter und abrupte Bewegungen unbedingt vermeiden!
  • Regelmäßig trainieren: Es ist ratsam, in regelmäßigen Abständen zu trainieren, um die Genesung voranzutreiben. Ein beständiges Training unterstützt den Muskelaufbau und fördert die Flexibilität der Schulter.

Genesungsprozess nach der Schulter-OP

Es ist wichtig, den Verlauf des Heilungsprozesses nach einer Schulter-OP zu verstehen. Hier einige hilfreiche Infos:

  1. Die Erholungsphase nach einer Schulter-OP erfordert möglicherweise etwas Zeit. Man sollte sich nicht übermäßig belasten und ein wenig Geduld aufbringen, um eine vollständige Heilung zu gewährleisten.
  2. Vom behandelnden Arzt erhält man präzise Anweisungen bezüglich der Pflege und einzuhaltenden Bewegungseinschränkungen der Schulter. An diese Vorgaben sollte man sich strikt halten und die Ratschläge des Arztes exakt befolgen, um eventuellen Komplikationen vorzubeugen.
  3. Die erste Zeit nach dem chirurgischen Eingriff treten eventuell Schmerzen auf. Der Arzt wird Schmerzmittel verordnen, sodass diese gelindert werden.
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Was sind die Ursachen für eine Schulter-OP?

Es gibt verschiedene Ursachen, warum man an der Schulter operiert werden muss. Häufig werden Bewegungseinschränkungen und Schmerzen aufgrund von Verschleißerscheinungen oder Verletzungen behandelt. Beispielsweise machen Verletzungen wie Frakturen, Bänderrisse oder Sehnenrisse eine Operation oft unumgänglich. Erkrankungen wie Kalkschulter oder Arthrose führen möglicherweise ebenfalls zu einer Operation.

Eine zusätzliche potenzielle Indikation für eine Schulter-OP ist die Therapie von chronischen Sehnenentzündungen im Bereich der Schulter, wie beispielsweise bei einer Bursitis (Schleimbeutelentzündung) oder einer Tendinitis (Sehnenentzündung). Unter Umständen wird auch eine ständig ausgekugelte Schulter einer Operation unterzogen.

So wichtig ist die Nachbehandlung

Die Nachsorge nach einer Schulteroperation ist ausschlaggebend für die Erholung des Patienten und den positiven Verlauf des medizinischen Eingriffs. Nach der OP sollte man gezielt Maßnahmen ergreifen, um Schmerzen zu verringern und die Mobilität der Schulter zu verbessern. Dies beinhaltet gegebenenfalls eine Zusammenstellung aus physiotherapeutischen Maßnahmen, spezifischen Übungseinheiten und der Beachtung festgelegter Verhaltensrichtlinien.

Die postoperative Betreuung wird individuell auf die Art der Operation und den Patienten abgestimmt. Aufgrund dessen ist es für den Genesungsprozess von entscheidender Bedeutung, die Vorgaben des Arztes zu berücksichtigen. Eine Nachbehandlung trägt dazu bei, dass man den Alltag wieder uneingeschränkt genießen kann, einschließlich der üblichen Aktivitäten wie Joggen, Spazierengehen und auch schwierigeren sportlichen Aktivitäten.

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Den Alltag nach der OP leichter gestalten

Nach der Schulter-OP sind Veränderungen im häuslichen Umfeld und bei routinemäßigen Aufgaben äußerst hilfreich. Dies unterstützt den Heilungsprozess und reduziert die Gefahr von Komplikationen. Hier einige Empfehlungen:

  • Den Haushalt vorbereiten:

Gegenstände, die oft genutzt werden, sollten so angeordnet werden, dass man keine höheren Schränke oder Regale öffnen muss und sie leicht erreichen kann.

  • Kleidung anpassen:

Es ist ratsam, leicht anzuziehende Kleidung zu tragen, die keine anspruchsvollen Bewegungen benötigt, beispielsweise Bekleidung mit Knöpfen oder Reißverschluss vorne.

  • Hilfsmittel nutzen:

Es stehen viele unterstützende Geräte zur Verfügung, die den Alltag erleichtern, beispielsweise längere Schuhhilfen, welche das Schuheanziehen vereinfachen oder Greifhilfen zum Aufheben von Gegenständen.

  • Ändern der Schlafposition:

Nach einer Schulteroperation ist es von Vorteil, in Rückenlage zu schlafen, außerdem sollte man Kissen als Armstütze verwenden und die Schulter in einer angenehmen Lage halten.

  • Verpflegung:

    Eine ausbalancierte Kost, die einen hohen Gehalt an Vitaminen und Proteinen aufweist, beschleunigt den Heilungsprozess und stärkt das Immunsystem.

  • Hygiene:

Man sollte darüber nachdenken, wie man das Baden und Duschen möglichst sicher und angenehm gestalten kann. Eine Möglichkeit ist beispielsweise die Verwendung einer Duschbank, sodass man nicht stehen muss.

  • Nicht schwer heben:

Man sollte darauf verzichten, schwerere Lasten zu tragen oder zu heben, bis der zuständige Arzt grünes Licht dafür gibt.

  • Bewegung:

Bewegungen, welche die Schulter beanspruchen oder Schmerzen auslösen, sollten vermieden werden. Der Physiotherapeut zeigt dem Patienten gezielte Übungen, um die Kraft und Beweglichkeit der Schulter zu fördern.

Fazit: Spazieren gehen nach einer Schulter-OP im moderaten Tempo ist empfehlenswert

Nach einer Schulter-OP ist moderates Spazierengehen eine unterstützende Aktivität. Es verbessert die Durchblutung, fördert die Genesung und trägt zur allmählichen Wiedererlangung der Beweglichkeit bei. Dennoch sollte man Überanstrengung vermeiden und auf individuelle Anweisungen des Arztes achten.

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