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Osterbräuche in Deutschland: Eine kurze Übersicht

Osterbräuche in Deutschland
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Beim Osterfest geht es nicht nur um süße Leckereien wie Ostereier oder Schokoladenhasen, sondern auch (oder gerade) um diverse Bräuche. In diesem Artikel finden Sie einen umfangreichen Überblick über die beliebtesten Bräuche des Osterfestes, sowie deren Bedeutung.

Tradition trifft auf Moderne: Osterbräuche in Deutschland

Sowohl bei uns, als auch in vielen anderen Teilen der Welt ist Ostern ein Familienfest, bei dem wir schmackhafte Osterrezepte genießen und innerhalb der Familie die Oster-Dekoration selbst gestalten. Mit dem Fest werden auch vielerorts zahlreiche Bräuche zelebriert, die zum Teil eine lange Tradition haben. Zu den bekanntesten dieser Bräuche zählen unter anderem folgende

Ostereier färben

Ein besonders weit verbreiteter Brauch ist die Bemalung und Färbung von Ostereiern. Ob diese Tradition seinen Ursprung im christlichen Glauben hat, ist nicht zur Gänze geklärt. Zumal die Färbung von Eierschalen bereits älter ist als die gesamte christliche Tradition. Zu früheren Zeiten haben Christen jedoch Eier als ein Zeichen der Auferstehung von Jesus Christus verstanden. Diese Eier wurden ausschließlich mit roter Farbe bemalt – als Hinweis auf das Blut, welches durch seinen Tod vergossen worden ist. Heutzutage haben wir mit diesem „Do-it-yourself-Projekt“ einen riesengroßen Spaß. Wir dekorieren und schmücken auf diese Weise unsere Osternester gemeinsam mit unseren Familien.

ostereier suchen
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Ostereier suchen

Zum ersten Mal wurde die Eiersuche schriftlich im 17. Jahrhundert festgehalten. Dieser Brauch hält sich bis heute und bereitet vielen Kindern weltweit große Freude. Früher gab es jedoch bereits einen ähnlichen Brauch – und zwar den des „Eierbringens“. Hierbei waren es besonders Vögel, die vielen Kindern Freude bereitet haben. Mittlerweile existieren sowohl zur „Eiersuche“, als zum „Eierbringen“ viele Theorien über die Herkunft dieser beiden Bräuche.

Der Osterhase: Ein traditioneller Osterbrauch

Die braunen Tiere mit den langen Ohren kennt wohl so ziemlich jeder. Aber warum ist es genau dieses Tier, welches die begehrten Ostereier bringt? Genau wie das Ei ist der Hase schon seit vorchristlicher Zeit ein bekanntes Symbol für die Entstehung des Lebens und der Fruchtbarkeit. Eine angehende Hasenmutter kann einmal im Jahr bis zu 20 Junge zur Welt bringen. Des Weiteren ist Ostern auch als „Fest des Frühlings“ bekannt, und der Hase trägt für viele die Bedeutung eins Frühlingsboten. Zum ersten Mal wird das Tier in Verbindung mit Ostereiern im Jahr 1682 erwähnt. Jedoch ist nicht geklärt, woher der Mythos der Verbindung zwischen Hase und Ei kommt.

Auch warum er diese bemalen und verstecken soll, ist aus den bekannten Überlieferungen nicht zu entnehmen. Ein potenzieller Hinweis geht bis ins Mittelalter zurück. Üblicherweise beglich man zur heutigen Osterzeit seine Schulden. Und die Tilgung dieser Schulden erfolgte oft mit Sachgütern – und diese waren häufig Eier oder Hasen. Interessant ist außerdem, dass in manchen deutschen Regionen auch lange Zeit der Kuckuck, der Fuchs, oder der Hahn die Ostereier brachte. Im Großen und Ganzen konnte sich der Hase jedoch weitgehend gegen seine Konkurrenz durchsetzen.

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Osterwasser als Osterbrauch in Deutschland

Als Symbol für Leben und Fruchtbarkeit gilt auch das Osterwasser, welches auch als gesegnetes Taufwasser der Osternacht bekannt ist. Der Brauch von Ostern stammt noch aus einer Zeit, die heidnisch geprägt war. In dieser Zeit glaubte man, das Wasser besondere, heilende Kräfte besitzen würde. Am Morgen des Ostersonntags gingen deshalb alle Frauen an einen Bach, um entweder im Wasser zu baden, oder sich welches zu holen (woher auch der Name „Osterwasser“ kommt). Damals hieß es, dass das Osterwasser für Schönheit und Fruchtbarkeit sorgen würde.

Das Osterfeuer

Zwar spielen Licht und Feuer im Christentum eine bedeutsame Rolle, aber der Ursprung dieses Brauchs kommt aus einer Zeit, in der es den christlichen Glauben noch nicht gegeben hatte. Ein Osterfeuer sollte die bösen Geister des Winters vertreiben und den Frühling als kommende Jahreszeit begrüßen – dies war ein heidnisches Ritual aus mittelalterlicher Zeit. Im Gegensatz zu heute war es für die Menschen damals fürs Überleben notwendig, dass die kalte Jahreszeit möglichst kurz andauerte. Und auch in Zeiten von Heizungen und Supermarkt-Versorgung bleibt dieser Brauch bis heute bestehen. Schließlich ist das Ende des Winters und der Beginn des Frühlings immer noch für viele Menschen ein Grund zur Freude, da die Temperaturen steigen und es mehr Tageslicht gibt.

Osterbräuche in Deutschland: Osterräder

Hierbei handelt es sich um eine abgeänderte Variante des Osterfeuers. Holzräder, die mit Stroh gestopft sind, werden entzündet und einen Hang hinab gerollt. Dieser Brauch wird häufig in manchen kleinen Gemeinden in Norddeutschland zelebriert, ist aber auch in einigen hessischen Orten und den österreichischen Alpenregionen bekannt. Größere Bekanntheit im Zusammenhang mit diesem Brauch erlangte der Ort „Lüdge“ im Weserbergland. Dort wird einmal im Jahr ein großer Osterräderlauf veranstaltet, bei dem stets viel Publik anwesend ist. Im Anschluss gibt es dann sogar noch ein Feuerwerk.

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Osterreiten: Ein Osterbrauch aus Brandenburg

Diese österliche Tradition ist häufiger in Brandenburg und in Sachsen anzutreffen. Der exakte Ursprung des Osterreitens ist nicht bekannt, jedoch werden heutzutage die Prozessionen am Ostermontag veranstaltet. Auf reich geschmückten Pferden reiten Männer, die in Frack und Zylinder gekleidet sind, eine zuvor festgelegte Strecke entlang. Üblicherweise führt eine solche Strecke in den Nachbarort. Auf ihrem Weg verkünden die Reiter die Auferstehung von Jesus Christus. Im Regelfall reiten an der Prozessionsspitze Fahnenträger, sowie Träger mit Kreuzen oder Christusstatuen. An der Strecke entlang tummeln sich an vielen Orten zahlreiche Zuschauer, die dieses Ereignis beobachten.

Eierwerfen

Diese Tradition gibt es in unterschiedlichen Varianten. In Bayern – wo dieser Brauch noch am häufigsten zelebriert wird – wird das Ei üblicherweise in einen kleinen Sack aus Wolle gepackt, und daraufhin auf eine Weide oder Wiese geschleudert. Diesen Wurf wiederholt man so lange, bis die Eierschale zerbricht. Der Teilnehmer bei dem das passiert, scheidet aus. Derjenige, dessen Ei die meiste Zeit ganz bleibt und die meisten Würfe übersteht, ist Sieger.

Dieser Brauch wird nicht nur in Bayern, sondern auch in anderen Regionen Deutschlands in verschiedenen Variationen praktiziert. An manchen Orten werden Ostereier auch über das Dach des Hauses geworfen. Dabei steht ein Partner auf der anderen Seite des Hauses, um das Ei zu fangen. Es hieß, man schütze das Haus auf diese Art und Weise vor Blitzeinschlägen.

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Osterkerze

Die Osterkerze gilt als Symbol des Lebens und kommt in zahlreichen Traditionen vor – darunter die griechische, jüdische, römische und christliche. Beim Christentum ist der Brauch im 4. Jahrhundert entstanden. Darüber hinaus steht die Osterkerze für Jesus Christus, der von den Toten zurückgekehrt ist. Entzündet wird die Kerze in der Nacht vom Ostersamstag auf den Ostersonntag zum Osterfeuer. Osterkerzen werden meistens nur noch in Kirchen zu Gottesdiensten angezündet. Sämtliche Mitglieder einer Gemeinde nutzen die Osterkerze, um ihre eigene Kerze zu entzünden. Sobald der Gottesdienst zu Ende ist, verbleibt die Kerze auf dem Altar um immer wieder entzündet zu werden – bis zum Pfingstfest.

Osterbräuche: Der Osterspaziergang

Hierbei handelt es sich um eine österliche Tradition, die entweder am Ostersonntag oder Ostermontag zelebriert wird. Zahlreiche Familien freuen sich dabei auf eine besinnliche Zeit und planen einen Ausflug in die Natur. Der Osterspaziergang wurde auch in einem Werk von Johann Wolfgang Goethe („Faust – Tragödie erster Teil) erwähnt. Bei einem ausgiebigen Osterspaziergang ginge es darum, die Jahreszeit des Frühlings zu begrüßen. Der Gang unter freiem Himmel hat jedoch einen religiösen Ursprung und wird auch als „Emmausgang“ bezeichnet. Dieser ist eine Erinnerung an den Marsch in die Stadt Emmaus, wo zwei Jünger von Jesus die Schilderung der Auferstehung von Maria Magdalena nicht glauben konnten.