Gesundheit & Medizin

Butterwickel bei Husten & Co.: Anwendung und Wirkung

Butterwickel
Orawan Pattarawimonchai/shutterstock.com

Eltern kennen es häufig: das Kind wird seit Tagen von einem hartnäckigen Husten geplagt. Egal welche Mittel schon getestet wurden, nichts scheint wirklich zu helfen. Die Kleinen mühen sich oft ab, das Husten fällt sichtbar schwerer und der Schleim löst sich nicht richtig. Aber auch Erwachsene oder ältere Menschen haben oft mit diesem Phänomen zu kämpfen. Ein in Vergessenheit geratenes Hausmittel könnte hier Abhilfe verschaffen. Butterwickel sind einfach anzuwenden, natürlich und helfen meist schnell.

Butterwickel: Was ist das eigentlich?

Butterwickel sind eine Abwandlung des kalten Wickels. Es handelt sich um Naturfasertücher, im besten Fall Leinentücher, die mit dünnen Butterscheiben belegt werden und auf den Brustkorb des Patienten gelegt werden. Über die Nacht hinweg oder während des Mittagsschlafes zieht die Butter dann in die Haut ein, weil sie sich auflöst. Wenn der Patient aufwacht, werden Reste abgewaschen. Butterwickel wirken besonders gut bei festsitzendem Husten, Halsschmerzen oder hartnäckigem Schleim. Ähnlich wie bei anderen kalten Wickeln kann hier oft schnell ein Effekt festgestellt werden.

Wann verwendet man Butterwickel?

Butterwickel können bei allen Erkrankungen angewandt werden, bei denen auch ein anderer kalter Wickel zum Einsatz kommen könnte. Besonders wirksam sind sie bei Husten und Atemwegsinfekten, da sie am Brustkorb eingesetzt werden. Aber auch bei Fiebererkrankungen können sie einen kühlenden Effekt erzielen. Auch zur Kühlung von geschlossenen Verletzungen, wie beispielsweise Verstauchungen, kann man auf Butterwickel zurückgreifen. Die Anwendungsgebiete sind vielfältig und das Beste ist, dass Butterwickel quasi keine Nebenwirkungen haben, da es sich um ein rein natürliches Mittel handelt. Man kann also auch als Laie bei der Anwendung nicht viel falsch machen. Sollte der gewünschte Effekt nicht erzielt werden, kann man Rücksprache mit dem Heilpraktiker oder Arzt halten, um mögliche Ursachen festzustellen.

Wie werden die Wickel hergestellt?

Die Herstellung von Butterwickeln ist einfach, schnell und unkompliziert. Hierfür wird Butter zunächst in dünne Scheiben geschnitten. Im besten Fall hat man die Butter bereits einige Zeit bei Zimmertemperatur liegen lassen, sodass sie sich leichter schneiden lässt. Den besten kühlenden Effekt erzielt man jedoch mit Butter direkt aus dem Kühlschrank. Anschließend nimmt man sich ein Tuch aus Naturfasern zur Hand. Besonders gut eignen sich Leinentücher. Synthetische Stoffe sind meist nicht atmungsaktiv genug und haben so nicht den gewünschten Effekt. Die Butterscheiben verteilt man dann flächendeckend auf dem Tuch, es sollte möglichst gut bedeckt sein. Anschließend wickelt man dieses um den Brustkorb des Patienten.

Bestenfall bedeckt die Butterschicht die Vorder- und Rückseite des ´Brustkorbs, damit die Durchblutung auf beiden Seiten angeregt werden kann. Der Patient legt sich dann schlafen; bei Kindern kann die Behandlung auch zum Mittagsschlaf stattfinden. Während der Ruhezeit schmilzt die Butter und zieht größtenteils in die Haut ein. Nach der Ruhephase werden Reste mit einem warmen Lappen abgewaschen. Natürlich kann das Schlafen auf einem „Butterbett“ mitunter schwerfallen, die Patienten gewöhnen sich in der Regel aber schnell daran.

Informationen zur Wirkung

Butterwickel wirken ähnlich zu anderen kalten Wickeln. Durch deren kühlenden Effekt wird die Durchblutung im Brustbereich angeregt. Dies führt dazu, dass sich festsitzender Schleim und hartnäckiger Husten leichter lösen können. Die Wickel erleichtern das Abhusten und sind gerade für ältere Menschen oder Kinder eine Bereicherung. Die Butter schmilzt durch die Körperwärme des Patienten und zieht in die Haut ein. Das hat zusätzlich den Effekt, dass die Haut nicht austrocknet und eventuell gereizte Stellen gekühlt und gepflegt werden.

Welchen Vorteil haben Butterwickel?

Durch die rein natürliche Anwendung wird dem Körper keine Chemie zugeführt. Die Butterwickel werden in Kombination mit einem Naturfasertuch angewendet, sodass der Körper nicht in Kontakt mit synthetischen Materialien kommt. Außerdem sind sie sehr einfach und schnell in der Anwendung, für die meisten Menschen gut verträglich und wirken in der Regel zügig, sodass erste Effekte bereits kurze Zeit nach der Behandlung mit Butterwickeln festgestellt werden können.

Wann sollte man sie lieber nicht anwenden?

Normalerweise droht keine Gefahr bei der Anwendung von Butterwickeln. Dennoch sollte man bei einer Laktoseintoleranz oder bekannten Unverträglichkeiten der Haut auf deren Verwendung verzichten. Außerdem ist es oft nicht ratsam, auf die ausschließliche Anwendung dieser natürlichen Methode zu setzen. Besonders, wenn sich der Husten nach mehrmaliger Anwendung nicht bessert, sollte zusätzlich ein Arzt konsultiert werden. Wenn hohes Fieber vorliegt oder sich Symptome einer Lungenentzündung zeigen, sollten Butterwickel allenfalls begleitend und nur in Rücksprache mit dem behandelnden Arzt angewendet werden.

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