Gesundheit & Medizin

Depressionen: Ein noch immer unterschätztes Krankheitsbild

Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen bei Erwachsenen in Deutschland und betreffen rund 8,2 Prozent der Bevölkerung. Frauen sind doppelt so häufig wie Männer von einer Depression betroffen. Obwohl in den letzten Jahrzehnten viel Aufklärungs- und Forschungsarbeit geleistet wurde, werden Depressionen und die Folgen für Betroffene so wie deren Umfeld noch immer häufig unterschätzt. Woran man Depressionen erkennt, welche unterschiedlichen Formen es gibt und wo Betroffene Hilfe finden, darüber informiert unser Artikel.

Depressionen: Din Krankheitsbild mit vielen Facetten

Für Betroffene stellt eine Depression häufig eine massive Einschränkung der eigenen Lebensqualität dar und kann bis hin zu Selbstmordabsichten führen. Sie ist zudem häufig mit langer Krankenzeit verbunden, was auch wirtschaftlich zu gravierenden Auswirkungen für Patienten und Unternehmen führt. Es gibt verschiedene Ausprägungen einer Depression. Dazu gehören die saisonale, chronische, melancholische, psychotische, somatisierte, reaktive und bipolare Depression. Mutter können zudem nach der Geburt an einer Wochenbettdepression erkranken.

Bei alten Menschen tritt vermehrt eine Altersdepression auf. Bis heute ist nicht abschließend erforscht, wie Depressionen entstehen und warum sie auftreten. Klar ist jedoch, dass es verschiedene begünstigende Faktoren gibt. Dazu gehört in erster Linie die genetische Veranlagung. Aber auch einschneidende Lebensereignisse, anhaltender Stress und Traumata können zum Auftreten einer depressiven Erkrankung führen.

Klassische Anzeichen für eine Depression

Zu den typischen Anzeichen einer vorliegenden Depression gehört eine ausgeprägte Niedergeschlagenheit, welche länger als zwei Wochen anhält. Hinzu kommen Symptome wie Schlafstörungen, der Interessenverlust, soziale Isolation, Antriebslosigkeit, Müdigkeit und innere Leere. Auch körperliche Beschwerden wie Verdauungsstörungen, Schlafprobleme, Konzentrationsschwäche, ein erhöhter Puls und der Verlust von Appetit können durch eine Depression ausgelöst werden.

Wer bei sich selbst eine Depression vermutet, der sollte so schnell wie möglich ärztlichen Beistand einholen und sich zu geeigneten Therapieverfahren beraten lassen. Im Arztgespräch lässt sich durch Testverfahren schnell ermitteln, ob ein Patient unter einer Depression leidet und wie stark diese bereits ausgeprägt ist. Je eher Depressionen professionell behandelt werden, desto besser gestalten sich die Aussichten auf einen Therapieerfolg.

Hilfe für Betroffene: Psychotherapie, Medikamente und Co.

Je nach Ausprägung und Art der vorliegenden Depression so wie möglicherweise auftretenden Begleiterkrankungen werden unterschiedliche Therapieansätze bei der Behandlung von Depressionen genutzt. Die Psychotherapie ist eine wichtige Säule bei der Depressionsbehandlung und widmet sich vor allem der Ursachenforschung, dem Überwinden von Traumata und der Wiederherstellung einer psychischen Stabilität von Patienten. Begleitet werden kann eine psychotherapeutische Behandlung von Lichttherapie, täglicher Bewegung an der frischen Luft, einer Verhaltenstherapie und Maßnahmen zur Stressreduktion.

In akuten Phasen und schweren Krisen oder bei schweren Depressionen kann zudem eine medikamentöse Behandlung mit Antidepressiva erfolgversprechend sein. Geht eine Depression mit suizidalen Absichten einher, ist meistens ein stationärer Aufenthalt in einer psychiatrischen Fachklinik notwendig, um den Patienten zu stabilisieren und geeignete Therapiemaßnahmen einzuleiten. In einer akuten Krise finden Betroffene schnelle Hilfe bei ihrem Hausarzt oder dem Sorgentelefon unter der Nummer 0800 1110111.