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Essen bestellen wird immer beliebter: Was bevorzugen die Deutschen?

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Bestellessen wird immer beliebter. Kein Wunder, denn die einstigen Fastfood-Optionen wurden längst um kulinarische Köstlichkeiten und ausgewogene Speisen ergänzt. Jeder findet etwas und wer genauer hinschaut, der erkennt nicht selten, dass die Lieferdienste längst abseits üblicher Lieferanten etwas bieten: Selbst Restaurants oder Gourmetküchen stellen ihre Gerichte mitunter via App und als »Essen auf Rädern« zur Verfügung. Aber wie reagiert die Kundschaft auf die Entwicklung und gibt es eventuell Klassiker, die sich als Bayern München des Lieferessens abzeichnen?

Essen bestellen: Die Klassiker sind immer noch beliebt

Es ist rund, zeichnet sich mit absoluter Vielseitigkeit aus und überzeugt mit einer satten gelben Käseschicht: Der Klassiker, der Rekordmeister der Bestellungen ist in Deutschland tatsächlich die Pizza. Und das hat viele Gründe:

  • Generationenübergreifend – es gibt kaum jemanden, der absolut keine Pizza mag. Wobei »nicht mögen« schwierig ist, denn:
  • Variabel – ob einfach nur mit Tomatensoße und Käse, mit Salami, Schinken, Peperoni, Thunfisch, Artischocken, mit Dönerfleisch, mit Spaghetti-Bolognese, vegetarisch, vegan, mit Meeresfrüchten und allerlei. Die Pizza ist ein unglaublich wandelbares Gericht und es wird schwer sein, jemanden zu finden, der gar keine Pizza mag.
  • Günstig – Pizzen sind, im Vergleich zu anderen Gerichten, günstig. Das Preisgünstige wird allerdings nicht allein über den Preis entschieden, sondern auch, dass die Pizza meist aufgegessen wird. Denn:
  • Kalt genießbar – ja, eine frische Pizza schmeckt am besten. Viele Menschen essen sie aber auch kalt zum Frühstück oder wärmen die Reste einfach schnell im Backofen auf. Übrig bleibt selten etwas.

Gerade, wenn es schnell gehen muss oder wenn man sich bei Gästen unsicher ist, was sie mögen, ist die Pizza das Nonplusultra. Zumal die Lieferdienste alle Pizzableche mit Eigenkreationen anbieten. So kann auch der vegane Gast gleich mit bedacht werden. Natürlich stehen auch Burger hoch im Kurs. Oft haben diese – wie der Döner – aber das Problem, dass längere Lieferzeiten zu einem geschmacklichen Verlust führen. Dasselbe gilt für Beilagen wie Pommes. Gerade in den Styroporverpackungen werden aus krossen Pommes gerne labbrige Beilagen, die wenig mit Pommes gemein haben.

Essen bestellen liegt im Trend – doch was bestellen wir in Deutschland eigentlich und was ist uns dabei wichtig? Bildquelle: @ Miguel Maldonado / Unsplash.com

Wie sieht das Ganze in anderen Ländern aus?

Wie ein Schaubild offenbart von Betway offenbart, hat die Pizza einen Großteil der Welt fest in der Hand. Natürlich wird in Italien die Pizza bevorzugt, doch wer hätte gedacht, dass auch Polen, Spanien, Frankreich, Ungarn oder auch Saudi-Arabien längst in der Hand der köstlichen Pizzen sind? Und andere Länder? Es gibt natürlich, aus Pizzasicht, Abtrünnige:

  • Skandinavien – während in Schweden Burger die Beliebtheitsfrage gewinnen, ist es in Finnland und Dänemark Sushi. Portugal schließt sich in der Sushi-Frage an.
  • Großbritannien – hier wird Chinesisch bevorzugt. Das gilt übrigens auch für Irland, wie auch für die Niederlande.
  • Amerika – während im Großteil Südamerikas Pizza mit einigen Regionen mit Sushi-Vorlieben dominiert, setzen Kanadier, US-Amerikaner, aber auch die Australier und Neuseeländer auf chinesische Speisen.
  • Russland – eine Überraschung gibt es tatsächlich. In Russland wird überwiegend veganes Essen bestellt. Nur die Regionen Kasachstan und die Mongolei schließen sich der Pizzavorliebe an.

Sicherlich ließen sich aus der Auflistung unglaublich viele Vermutungen ableiten. Mögen die Skandinavier kein Sushi, weil Fisch oft auf ihrer Speisekarte steht? Setzen sich Südamerikaner gezielt über die Essgewohnheiten Nordamerikas hinweg? Und warum wird in Russland überwiegend Vegan bestellt, wenn laut »Veganworld« nur rund 1 Prozent aller Russen wahlweise vegan oder vegetarisch leben?

Welche Entwicklungen berühren die Branche?

Die Branche der Lieferdienste unterliegt gewiss sehr ähnlichen Entwicklungen, wie sie sich auch Restaurants und die gesamte Lebensmittelbranche stellen muss. Der Fokus vieler Menschen hat sich verändert. Gesundheit und Fitness nehmen einen höheren Stellenwert ein, sodass fettige und ungesunde Speisen seltener eingenommen werden. Zugleich gibt es weitere Entwicklungen:

  • Zeit – viele Menschen haben immer weniger Zeit zum Essen. Die gelieferten Speisen müssen somit leicht zu sich zu nehmen sein und keine gesonderten Umstände machen.
  • Nachhaltigkeit – die Frage, woher die Zutaten für Gerichte kommen und wie ein Betrieb mit Lebensmitteln umgeht, gewinnt ebenfalls an Gewichtung. Der Kunde wünscht Aufklärung.
  • Vegan/vegetarisch – auch diese veränderten Lebensgewohnheiten spielen eine tragende Rolle. Ein Betrieb, der keinerlei vegane oder wenigstens vegetarische Speisen anbietet, schießt sich schnell ins Aus. Doch genügt der obligatorische grüne Salat auf der Speisekarte nicht. Zugleich muss ein Betrieb sicherstellen, dass vegane Gerichte keinesfalls zugleich mit Fleischgerichten auf einer Grillplatte zubereitet werden.
  • Qualität – war es früher so, dass Lieferdienste sogleich mit simplem Fast Food zusammengebracht wurden, wünschen sich Kunden heute echte Gerichte, wenn sie Essen bestellen. Die Qualität der Zutaten, der Zubereitung und auch der Verpackungen spielen eine Rolle. Das Mahl muss gut aussehen, wenn es beim Kunden ankommt.
  • Umwelt – das ist auch rund um Lieferdienste ein wichtiger Punkt. Es ist nicht einmal gefordert, dass Lieferanten nur noch mit CO2-neutralen Fahrzeugen Essen ausfahren. Die Verpackung ist wesentlich wichtiger. Ist diese wiederverwendbar oder auch zu recyceln? Werden gar neue Verpackungsmaterialien verwendet?

Zugleich muss sich die Branche ständig mit den jeweiligen Trends befassen und auf Eigenheiten und gesundheitliche Probleme von Kunden eingehen. Glutenfrei muss glutenfrei bedeuten. Einige Produkte haben es noch nicht dauerhaft in die Angebote von Lieferdiensten geschafft. So wird selten Fleisch aus Insekten angeboten, auch andere moderne Lebensmittel sind kaum auf den Speisekarten der Anbieter zu finden.

Pizza erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Bildquelle: @ Chad Montano / Unsplash.com

Fazit – heute schon bestellt?

Dass Lieferdienste so beliebt sind, hat natürlich mit der Einfachheit der Bestellung zu tun. Kaum einer hat keine App zum Bestellen auf dem Smartphone und selbst über den Computer geht die Bestellung in Minutenschnelle. Dabei wäre es ganz gut, sich hin und wieder gezielt mit dem Lieferangebot in der eigenen Stadt zu beschäftigen. Denn abseits der Lieferdienst-Apps bieten etliche Restaurants ebenfalls Lieferdienste an. Andere stellen Interessenten Reste des Mittags- oder Abendtisches zur Verfügung. Auf diese Weise gelingt es im Handumdrehen, ein Gourmetessen zum günstigen Preis zu erhalten und gleichzeitig sicherzustellen, dass hervorragendes Essen nicht im Müll entsorgt wird.

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