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Futtermais essen: Lässt er sich bedenkenlos verzehren?

Futtermais
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Mais ist einfach lecker. Groß und Klein, Alt und Jung lieben die goldgelben Kolben mit den knackig saftigen Körnern. Mais ist sogar ganz offiziell zum „Gemüse des Jahres 2021“ ernannt worden. Doch der Mais der süß und lecker schmeckt ist meistens ein ganz anderer, als der, der auf großen Feldern angebaut wird.

Kann man Futtermais vom Feld essen?

Im Sommer können sich mancherorts riesige Maisfelder schier endlos aneinanderreihen. Vor allem Kinder bekommen dann oft Lust auf die süße, saftige Leckerei und wollen dann nur zu gern einen oder zwei Kolben stibitzen. Da stellen sich zwei Fragen:

  • Kann man den auf Feldern angebauten Mais bedenkenlos essen?
  • Kann man es verantworten, ein oder zwei Kolben einfach abzubrechen?

Dazu muss man wissen, dass Maissorten, die heutzutage großflächig angebaut werden, eigentlich nicht für den menschlichen Verzehr gedacht sind. In der Regel handelt es sich um sogenannten Futtermais. Das ist vor allem die auch als „Zahnmais“ bekannte Sorte oder es handelt sich um andere Hartmaistypen. Nach der Reife verarbeitet man den Futtermais zu 60 Prozent zu Maissilage und der Rest landet in Futtermitteln für Tiere. Futtermais hat zwei Eigenschaften, durch die er für den menschlichen Verzehr weniger attraktiv ist:

  • Reif ist Futtermais sehr hart und für Menschenzähne fast nicht zu beißen
  • Unreif sind die Körner entweder noch zu grün und geschmacklich langweilig oder die Milch im Futtermais wird sehr schnell mehlig

Mais direkt vom Feld nehmen: Eine Gewissensfrage

Die meisten Menschen, die sich ein paar Kolben einfach vom Feld nehmen, denken Dinge wie: Ein bis zwei Kolben können ja keinen Schaden für den Landwirt bedeuten oder auch, dass der Diebstahl so gering ist, dass er gar nicht bemerkt werden wird. Nur denken regional sehr viele Menschen so und das Interesse an den Kolben ist groß. Häufig zeigt sich sogar dieses Bild: Die äußersten Reihen von Futtermaisfeldern sind völlig niedergetrampelt und ausgeplündert. Dabei gehen manche Menschen auch weniger zimperlich vor und reißen gleich die ganze Pflanze aus.

futtermais vom Feld
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Selbst wenn das in Euro keinen wesentlichen Schaden für einen Landwirt bedeutet, ist das ärgerlich. Immerhin gehören die landwirtschaftlichen Flächen nicht den Passanten. Nur weil Felder aus praktischen Gründen nicht eingezäunt sind, bedeutet das keine offene Einladung an vorbeigehende Menschen. Nahe von Ballungsgebieten und stark frequentierten Strecken gehen die Schäden durch stibitzten Mais und andere Feldfrüchte schon so weit, dass sich Bauern ordentlich aufregen und Maßnahmen ergreifen. Irgendwie ist das ja auch verständlich.

Fragen und erkundigen ist freundlich und gesund

Es geht beim Futtermais ja nicht nur um das „Klauen“, sondern auch um den ein oder anderen gesundheitlichen Aspekt. Sind der Landwirt oder der Hof in der Nähe können Passanten und Familien einfach nachfragen, ob sie ein paar Kolben nehmen dürfen. Fairerweise sollte dem Landwirt dafür dann auch etwas Geld angeboten werden. Dieses Verhalten wäre angemessen und bringt den Menschen, die unsere Lebensmittel produzieren, den nötigen Respekt entgegen. Mancherorts haben Landwirte sogar schon reagiert und legen selbst geerntete Kolben auf einem Tischchen bereit und stellen eine Kasse daneben, ganz so das beim Blumen-selber-schneiden auch ist.

Wer die Gelegenheit hat, persönlich mit dem Landwirt zu sprechen, kann sich auch gleich erkundigen, wie der Mais denn angebaut wird. Wurde er gespritzt oder der Boden chemisch gegen Schädlinge behandelt? Das alles sind Umstände, die man beim Anblick der verlockenden Kolben gern vergisst. Nicht zuletzt darf man gerade beim Mais auch die vielen genmanipulierten Sorten vergessen. Gentechnisch veränderter Maus wird auch bei uns im großen Stil angebaut und verwertet. Das alles sind Nachteile, die gesundheitsbewusste Menschen dann doch nachdenklich stimmen können.

Futtermais oder doch lieber leckeren Zuckermais essen?

Zum Essen für Menschen gibt es den Zuckermais. Der hat auch im reifen Zustand weiche Körner, schmeckt wunderbar süß und ist saftig. Zuckermais kann roh und gekocht genossen werden. Man bekommt ihn als ganzes Stück in den Blättern auf dem Wochenmarkt, beim Bauernmarkt oder ohne Blätter im Kühlregal des Supermarktes. Wer einen Garten hat, kann Zuckermais selbst aus kleinen Pflanzen oder Samen ziehen. Beim Urban Gardening wird Mais sogar mitten in der Stadt in kleinen Hochbeeten angebaut. Doch Vorsicht, wenn Mais nicht in großen Pflanzungen steht, muss er zur Blüte von Hand bestäubt werden. Besonders lecker ist Zuckermais gegrillt. Dazu wird er mit etwas Olivenöl, Butter oder einer würzigen Marinade eingepinselt.