Mode & Fashion

Nachhaltige Mode: Warum vielen die Herkunft ihrer Kleidung immer wichtiger wird

New Africa/shutterstock.com

Ein neues T-Shirt für wenige Euro, eine Hose, die das Budget nicht stark belastet, aber schon nach wenigen Wochen verschlissen ist: Wer sich heute auf der Suche nach günstiger Kleidung befindet, wird mit etlichen Möglichkeiten konfrontiert.

Gleichzeitig beschäftigen sich viele Verbraucher mit der Frage, unter welchen Bedingungen ihre „Fast-Fashion“-Kleidung hergestellt wurde und welche Auswirkungen die Produktion auf die Umwelt hat. Eine Frage, die hierbei über allem steht: Woran sehen Verbraucher, ob ein Kleidungsstück tatsächlich nachhaltig ist? Auf der Suche nach der passenden Antwort hilft ein Blick auf die verwendeten Materialien, die Herkunft und die Verarbeitung.

Das Material als wichtige Basis für mehr Nachhaltigkeit

Baumwolle, Polyester, Leinen oder Viskose: Die Auswahl an Materialien ist groß. Dabei unterscheiden sich die verschiedenen Stoffe nicht nur in Bezug auf ihren Tragekomfort, sondern auch in ihrer Herstellung und den hiermit verbundenen Auswirkungen auf die Umwelt.

  • Baumwolle ist eine Naturfaser, deren Anbau (je nach Region und Anbaumethode) erhebliche Mengen an Wasser benötigt.
  • Polyester wird meist aus fossilen Rohstoffen hergestellt. Beim Waschen können sich winzige Kunststofffasern lösen, die dann ins Abwasser gelangen.

Allerdings ist es falsch, hieraus zu schließen, dass Naturfasern grundsätzlich immer die bessere Wahl sind. Wer sich einen Überblick verschaffen möchte, muss auch die Produktionsbedingungen und die spätere Nutzung der Endprodukte berücksichtigen. Genau das gilt auch für Accessoires.

Segeltuchtaschen bestehen zum Beispiel aus robustem Gewebe, das oft die Grundlage für eine längere Nutzung bildet. Ein weiterer Aspekt, der den Nachhaltigkeitsgedanken vieler Hersteller unterstreicht, ist eine Fertigung nach Bedarf. Wenn Taschen erst nach Eingang einer Bestellung hergestellt werden, werden Lagerbestände bewusst niedrig gehalten.

Ergänzend hierzu trägt auch die Weiterverarbeitung von Stoffresten dazu bei, Materialien möglichst vollständig zu nutzen.

Was verrät das Etikett über die Herkunft?

Hinweise wie „Made in Bangladesh“, „Made in Portugal“ oder „Made in China“ verraten wenig darüber, woher die eingesetzten Rohstoffe stammen und unter welchen Bedingungen sie verarbeitet wurden. Stattdessen werden viele Kleidungsstücke in mehreren Ländern produziert. Dies ist dann der Fall, wenn die Baumwolle in einem Land angebaut, in einem anderen Land zu Garn verarbeitet und anschließend an einem weiteren Standort zu Stoff gewebt wird. Erst danach folgen Zuschnitt und Konfektionierung.

Zusatztipp: Verbraucher, die mehr über die Herkunft ihrer Kleidung erfahren möchten, sollten auf den Internetseiten der Hersteller nach Informationen zu Produktionsstätten und Lieferketten suchen. Einige Unternehmen arbeiten hier sehr transparent und erläutern, welche Anforderungen sie an ihre Produktionspartner stellen.

Wie aussagekräftig sind Nachhaltigkeitssiegel?

Wer beim Kauf von Kleidung auf die Details achtet, stößt häufig auf verschiedene Zertifizierungen. Diese unterscheiden sich teilweise deutlich voneinander. Während manche dieser Siegel vor allem ökologische Anforderungen berücksichtigen, fokussieren sich andere zusätzlich auf soziale Kriterien.

Ein bekanntes Beispiel ist der Global Organic Textile Standard, kurz „GOTS“. Er stellt Anforderungen an die Verarbeitung von Textilien aus kontrolliert biologisch erzeugten Naturfasern und berücksichtigt dabei gleichzeitig auch Umwelt- und Sozialkriterien.

Bei eher unklaren Werbeversprechen ist Vorsicht geboten. Begriffe wie „grün“, „bewusst“ oder „umweltfreundlich“ helfen ohne weitere Erläuterungen nur wenig weiter. Deutlich aussagekräftiger sind überprüfbare Kriterien und Informationen darüber, welche Eigenschaften eines Produkts genau zertifiziert wurden.

Die Haltbarkeit als wichtiger Faktor

Um die Umweltbilanz von Kleidung (und Accessoires) fundiert zu bewerten, ist es wichtig, neben der Herstellung und der Herkunft, auch die Nutzungsdauer miteinzubeziehen. Ein Kleidungsstück, das regelmäßig über mehrere Jahre hinweg seinen Zweck erfüllt, schneidet hier besser ab als ein Teil, bei dem sich schon nach kurzer Zeit die Nähte lösen.

Verbraucher sollten daher schon beim Einkauf auf eine verlässliche Verarbeitung, stabile Reißverschlüsse und individuelle Pflegehinweise achten. Ergänzend hierzu lohnt sich ein Blick auf den Kaufpreis. Eine Jacke für 120 Euro, die fünf Jahre lang regelmäßig getragen wird, ist (gerechnet auf die Nutzungsdauer) am Ende günstiger als eine Jacke für 40 Euro, die bereits nach einer Saison entsorgt wird.

Von den Babyboomern bis zur Gen Z: Wem ist Nachhaltigkeit besonders wichtig?

Ob Nachhaltigkeit beim Einkaufen eine wichtige Rolle spielt, ist oft auch eine Frage des Alters bzw. der Generation. So zeigte eine Statista-Umfrage aus dem Jahr 2025, dass 49 Prozent der Generation Z nachhaltige und ethisch handelnde Marken bevorzugen. Bei den Millennials sind es 47 Prozent, während sowohl in der Generation X als auch bei den Babyboomern jeweils 43 Prozent auf entsprechende Charakteristika achten.

Allerdings bedeutet ein ausgeprägtes Nachhaltigkeitsbewusstsein nicht automatisch, dass jüngere Menschen auch ressourcenschonender konsumieren. So zeigte eine repräsentative YouGov-Umfrage aus dem Jahr 2024, dass 92 Prozent der Babyboomer versuchen, Produkte möglichst lange zu nutzen. Bei Millennials und der Generation Z sind es jeweils 67 Prozent. Die Zahlen unterstreichen einmal mehr, dass sich der Wunsch nach Nachhaltigkeit je nach Altersgruppe unterschiedlich äußert.

Cookie Consent mit Real Cookie Banner