Gesundheit & Medizin

Nackenschmerzen: Ursachen und Therapiemöglichkeiten

© Aleksej/Adobe Stock

Mit einem schmerzenden Nacken hat jeder gelegentlich zu kämpfen. Häufige Ursachen sind Haltungsprobleme und überlastete Muskeln im Rücken-, Nacken- und Schulterbereich. Die Probleme können aber auch tiefer liegen. Wir zeigen Ihnen, wie sie entstehen und welche Therapieansätze wann erfolgversprechend sind.

Häufige Ursachen für Nackenschmerzen: Verspannungen, Verschleiß, Verletzungen

In den meisten Fällen ist für den steifen Nacken nicht nur eine einmalig auftretende Belastung wie Zugluft oder ein langer Arbeitstag verantwortlich. Meistens entsteht er durch langfristig überlastete Muskeln. So wird die Funktionalität von Muskeln in Rücken, Schultern und Hals beispielsweise durch Fehlhaltungen beim langen Sitzen gestört. Mit der Zeit verkürzen sie sich und beeinträchtigen die Halsmechanik. Mediziner sprechen in diesem Fall von myofaszialen bzw. unspezifischen Beschwerden. Häufig strahlen die Schmerzen in den Hinterkopf, die Schultern und den oberen Rücken aus. Das begünstigt Fehlhaltungen, die sich wiederum negativ auf den Nacken auswirken.

Verschleißbedingte Nackenschmerzen treten vor allem im Alter auf. In Fachkreisen spricht man dabei von degenerativen Erkrankungen der Halswirbelsäule. Häufig gehen sie mit Schmerzen und Bewegungseinschränkungen einher. Typische Ursachen für die altersbedingte Degeneration sind:

  • Schäden an Bandscheiben und Wirbelkörpern
  • Verschleiß kleiner Wirbelgelenke
  • Bildung knöcherner Sporne an den Wirbeln

Zu guter Letzt sind auch Verletzungen der Halswirbelsäule für Nackenschmerzen verantwortlich. Am weitaus häufigsten tritt das Schleudertrauma auf, das trotz starker anfänglicher Schmerzen in den meisten Fällen harmlos ist.

Seltenere Auslöser von Nackenschmerzen

Daneben gibt es noch einige untypischere Auslöser von Nackenschmerzen. Sie werden häufig noch von anderen Symptomen wie Fieber, Wirbelsäuleninstabilität und Schluckbeschwerden begleitet. Ein paar Beispiele:

  • Fibromyalgie
  • Rheumatische Erkrankungen
  • Knochenerkrankungen
  • Tumorerkrankungen
  • Herzinfarkte

Im Normalfall besteht aber kein Grund zur Sorge. Wenn die Nackenschmerzen allein auftreten, sind sie in der Regel keine Vorboten schlimmerer Erkrankungen.

Therapie bei verspannungsbedingten Nackenschmerzen

Die meisten Beschwerden klingen innerhalb weniger Tage und Wochen wieder ab. Für die Überbrückung dieses Zeitraums können Schmerzmittel eingenommen werden. Auch Wärmepackungen werden bei nicht infektionsbedingten Nackenschmerzen empfohlen. Sie sollen die Muskeln auflockern, ihre Durchblutung fördern und auf diese Weise das Schmerzgefühl lindern. Einen ähnlichen Ansatz verfolgen Therapiemöglichkeiten wie Strom, Ultraschall und Massage. Ergänzend kann auch eine Physiotherapie durchgeführt werden. Dabei begünstigen Entspannungs- und Dehnungsübung den Genesungsverlauf.

Außer Acht lassen darf man dabei nicht, dass nicht nur Erwachsene Probleme mit dem Nacken haben. Schon Babys können darunter leiden. Die Symptome werden dann von den Eltern oft falsch gedeutet. Schreit ein Baby beispielsweise oft beim Stillen, verkrampft es und will nur an einer Brust trinken, kann dafür eine Blockade im oberen Halswirbel verantwortlich sein. Ein Osteopath kann diese mit gezielten Handgriffen lösen. Deshalb kann eine osteopathische Behandlung bei Babys je nach Fall sinnvoll sein.

Tipp: Einen Überblick über weitere Therapiemöglichkeiten und weiterführende Informationen zum Thema Nackenschmerz finden Sie in den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin.

Tipps für einen entspannteren Nacken

Wichtig ist aber nicht nur die Therapie, sondern auch die Vorbeugung. Sonst kommen die Nackenschmerzen nach kurzer Schmerzfreiheit schnell wieder. Wir haben Ihnen deshalb zum Abschluss noch ein paar Tipps zusammengestellt, mit denen Sie auf Nummer sicher gehen:

  • Führen Sie regelmäßige Übungen zur Dehnung von Muskeln und Bändern durch. Steigern Sie sich dabei kontinuierlich.
  • Vermeiden Sie übertriebene Schonung ebenso wie Überbelastungen.
  • Vermeiden Sie Stress.
  • Sitzen Sie während der Arbeit auf einem ergonomischen Bürostuhl, der sich flexibel an Ihren Körper anpasst.
  • Lassen Sie Ihre Sitzhaltung kontrollieren.
  • Meiden Sie Zugluft und Feuchtigkeit.

Eine weitere Möglichkeit ist das Dynamische Sitzen. Tipps zu dieser und weiteren Formen der Vorbeugung gibt das Bundesministerium für Gesundheit in seiner Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung.

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