Gesundheit & Medizin

Rippenzerrung: Symptome, Ursachen und mögliche Behandlung

Rippenzerrung
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Zwischen den Rippen existieren zahlreiche Muskelverbindungen. Sie versetzen den Bereich des Brustkorbs in die Lage, sämtliche dort notwendigen Bewegungen ausführen zu können und werden in Fachkreisen als Interkostalmuskulatur bezeichnet. Kommt es zu einer Zerrung in diesem Umfeld, kann dies mit starken Schmerzen verbunden sein.

Wie kommt es zu einer Rippenzerrung?

Wird die Muskulatur vor dem Sport nicht ausreichend aufgewärmt, ist die Gefahr von Zerrungen oder Muskelfaserrissen besonders groß. Dies gilt für viele Muskeln des Körpers und betrifft natürlich auch die zwischen den Rippen. Abrupte Drehungen des Oberkörpers, wie sie beim Golfen üblich sind, ziehen nicht selten eine schmerzhafte Rippenzerrung nach sich. Je untrainierter die einzelnen Muskeln sind, desto höher die Gefahr, durch ungewohnte sportliche Aktivitäten eine Zerrung auszulösen. Die Rippenzerrung kann jedoch selbst in alltäglichen Situationen entstehen. Beim Ausrutschen beispielsweise, wenn versucht wird, sich durch eine schnelle Bewegung noch irgendwo festzuhalten.

Die Aufgabe der Rippen im menschlichen Körper

Die Rippen, die den menschlichen Brustkorb bilden, sind hauptsächlich darauf ausgerichtet, wichtigen Organen ein schützendes Umfeld zu bieten. Vor allem Herz und Lunge sind dabei von großer Bedeutung. Der Brustkorb lässt sich durch die Interkostalmuskeln, die in den Zwischenräumen der Rippen zu finden sind, bewegen. Er kann einwandfrei gehoben oder gesenkt werden.

Welche Symptome gibt es?

Es sind meist ziehende, an einen Krampf erinnernde Schmerzen, die bei der Rippenzerrung verstärkt auftreten. Diese entwickeln sich eher langsam, zwingen allerdings Betroffene meist, ihre Aktivitäten beim Sport oder anderen körperlichen Belastungssituationen, zu unterbrechen. Der gezerrte Rippenbereich vermittelt ein angespanntes Gefühl, das sich auch durch eine Massage nicht bessert. Lockerungsübungen zeigen keine Wirkung mehr. Später können noch recht unangenehme Beschwerden hinzukommen. Oft wird von Schmerzen beim Husten oder dem Drehen des Oberkörpers in eine andere Position berichtet.

Rippenzerrung oder Muskelfaserriss?

Die Rippenzerrung ist zwar äußerst schmerzhaft, stellt jedoch nur die leichteste muskuläre Verletzung dar. Vor allem die langsame Entwicklung der Schmerzen, die sich im Laufe der Zeit verstärken, deutet auf eine Rippenzerrung hin. Der Muskelfaserriss dagegen macht sich durch einen heftigen, sofortigen Schmerz bemerkbar. Handelt es sich bei der Rippenzerrung lediglich um eine Überdehnung, ist der Muskelfaserriss dagegen mit einer Gewebeschädigung verbunden. Aber selbst die Rippenzerrung kann unter Umständen noch in einen Muskelfaserriss münden. Dies ist dann der Fall, wird wieder zu früh trainiert und sich keine Schonung gegönnt.

Sofortmaßnahmen bei einer Zerrung

Die betroffene Stelle sollte umgehend gekühlt werden. Hierfür eignet sich ein handelsübliches Coolpack am besten. Aber auch kalte Umschläge haben sich bewährt. Lässt der Schmerz durch diese Behandlung etwas nach, kann versucht werden, leichte Dehnübungen durchzuführen.

Wie lange hält eine Rippenzerrung an?

Wird auf große körperliche Belastungen und das Training verzichtet, dürfte es nur wenige Tage dauern, bis die Zerrung verschwunden ist. Sollten die Schmerzen allerdings länger anhalten, ist ein Arztbesuch unverzichtbar.

arzt untersucht rippen
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Ärztliche Untersuchung bei Verdacht

Um einen Muskelfaserriss oder andere Verletzungen definitiv ausschließen zu können, wird der Arzt einige Untersuchungen vornehmen. Im Vordergrund steht zunächst die Befragung des Patienten. Wie und wann sind die Schmerzen entstanden, wie haben sie sich im Lauf der Zeit entwickelt und andere relevanten Fakten. Danach folgt die körperliche Begutachtung, wobei der Arzt das Augenmerk auf die Dehnbarkeit und Belastung des entsprechenden Bereichs legt. Auch wird er testen, bei welcher Art von Bewegung Schmerzen auftreten. Beim Abtasten der Muskeln kann der Mediziner meist bereits einen vorhandenen Muskelriss erkennen, da dieser sich durch eine Gewebelücke zeigt. Besteht ein Verdacht auf Muskelfaserriss, wird eine Ultraschall-Untersuchung erforderlich.

Wie sieht die Behandlung aus?

Neben der Unterbrechung sportlicher Aktivitäten für einige Zeit ist generell Schonung angesagt. Wer glaubt, bei einer Rippenzerrung weiter trainieren zu müssen, riskiert dann doch noch einen Muskelfaserriss. Diverse Salben und Cremes können angewendet werden. So hat sich unter anderem auch Arnikatinktur bewährt. Wer sich besser fühlt, kann anschließend mit Dehnübungen beginnen. Allerdings gilt es natürlich, eine Überbelastung zu vermeiden. Die wäre nämlich kontraproduktiv und könnte den Heilungsprozess deutlich verlängern.

Rippenzerrung vorbeugen

Ein gut trainierter Rücken wird seltener eine Rippenzerrung erleiden. Gestärkte Muskeln sind unverzichtbar für eine stabile Funktion. Aber selbst dann ist es gerade für Sportler unbedingt notwendig, vor dem Training eine ausreichende Aufwärmphase einzuplanen. Das optimale Aufwärmen sorgt für eine höhere Temperatur des Körpers. Dies zieht eine bessere Aufnahme des Sauerstoffs in den Muskeln nach sich. Sie sind dann perfekt vorbereitet auf die folgende Anstrengung und eine Verletzungsgefahr verringert sich drastisch. Die Muskeln sind elastischer und weniger anfällig für unterschiedliche Zerrungen, wie auch der der Rippen.

Im Alltag gilt es auf gutes Schuhwerk zu achten, damit Stürze und Ausrutscher vermieden werden. Die Schuhe sollten immer der jeweiligen Witterung angepasst werden und über entsprechende Sohlen verfügen. Wer unter einer Erkältung oder anderem Unwohlsein leidet, muss generell während dieser Zeit auf Sport verzichten. Ein geschwächtes Immunsystem kann auch dazu beitragen, dass eine Rippenzerrung schwerer verläuft als normal üblich. Die Zerrung der Rippen ist also in vielen Fällen vermeidbar, werden einige Dinge beachtet.