Home & Living

Thermopenfenster sind innen nass: Was kann man tun?

Thermopenfenster sind innen nass
Ambiento/shutterstock.com

Sind die Fenster plötzlich nass und rinnt es an der Innenseite hinunter, ist der Ärger groß. Noch besorgniserregender ist es jedoch, wenn es sich auch noch um ein Thermopenfenster handelt. Immerhin sollten diese verschiedene Wettereinflüsse ideal isolieren. Doch keine Sorge, denn in der Regel ist Wasser an der Innenseite nicht so schlimm. Dennoch ist es wichtig, dass Sie das Problem ernst nehmen, diesem entgegenwirken und somit ein größeres Problem, wie Schimmelbefall, vermeiden.

Thermopenfenster sind innen nass: Grundlegende Informationen

Thermopenfenster wurden in den 50er-Jahren flächendeckend eingesetzt, um eine bessere Isolation von Gebäuden zu ermöglichen. Denn die Doppelglas- und manchmal auch Dreifachglasfenster wirken besonders isolierend und sorgen somit für ein angenehmes Raumklima und Energieeffizienz. Der Clou liegt dabei nicht nur in den Mehrfachverglasungen, sondern ebenso in den Übergängen. So handelt es sich bei Thermopenfenstern um ganze Elemente, welche ihre Raffinesse erst durch die Gesamtheit aus Glas und Abstandhalter erhalten.

Zwischenräume werden in diesem Sinne meist mit dem Gas Argon gefüllt, was zudem für einen dämmenden Effekt sorgt. Nässe, Feuchtigkeit und Schimmel zwischen den einzelnen Verglasungen werden wiederum durch das Beifügen eines Trocknungsmittels vermieden. Doch gerade bei dieser Menge an raffinierten Facetten hinter den Thermopenfenstern, wirkt eine nasse Innenseite umso besorgniserregender.

Was bedeutet es, wenn Thermopenfenster innen nass sind?

Egal, ob Thermopenfenster oder eine andere Art von Fenster – bei der Nässe handelt es sich um Kondenswasser, welches immer ein Zeichen für eine zu hohe Luftfeuchtigkeit im Raum darstellt. Dabei tritt dieses Phänomen bei selber relativer Luftfeuchtigkeit nur im Winter beziehungsweise bei niedrigen Temperaturen auf. Denn bei der relativen Luftfeuchtigkeit handelt es sich um das temperaturabhängige Verhältnis von aufgenommenem Wasser in der Luft zu der möglichen Höchstmenge an aufgenommenen Wasser. Warme Luft kann aber weitaus mehr Feuchtigkeit binden als kalte Luft, weswegen sich das Problem eben in der kalten Jahreszeit bemerkbar macht.

nasses fenster
matuska/shutterstock.com

Trifft die warme Raumluft, welche eben mehr Feuchtigkeit binden kann, auf das kalte Fenster, kondensiert die enthaltene Feuchtigkeit und setzt sich in Form von Kondenswasser am Fenster nieder. Das ist aber nur der Fall, wenn die Raumluft vergleichsweise zu viel Feuchtigkeit gebunden hat. Ergo: Die Luftfeuchtigkeit in Ihrer Wohnung ist zu hoch. Handelt es sich dabei um Nässe zwischen den einzelnen Verglasungen Ihrer Thermopenfenster, könnte das Problem aber auch tiefer liegen. In diesem Fall deutet die Nässe im Zwischenraum nämlich ebenso auf eine defekte beziehungsweise fehlende Dämmung der Verglasung hin.

Risiken von hoher Luftfeuchtigkeit im Raum

Eine hohe Luftfeuchtigkeit im Raum birgt zahlreiche Risiken für Ihre Gesundheit sowie den Bau selbst. Denn Feuchtigkeit bietet die beste Basis für die Entstehung von Schimmel, was durch kalte Wände ebenso begünstigt wird. Dieser greift wiederum die Bausubstanz an und sorgt somit für langwierige Schäden. Gleichzeitig bringt die Feuchtigkeit auch Holz von Parkett, Tür- und Fensterrahmen und anderen Elementen zum Arbeiten. Dies kann ebenso für optische und funktionelle Nachteile sorgen, wenn die Tür beispielsweise nicht mehr schließt oder sich der Parkettboden wölbt. Dabei kann ein Schimmelbefall nur durch umfangreiche Sanierungsmaßnahmen dauerhaft entfernt werden.

Liegt die hohe Luftfeuchtigkeit außerdem nicht nur dem eigenen Fehlverhalten in Sachen Lüften und Co zugrunde, müssen auch die Ursachen, wie Rohrbruch und Wasserschäden, beseitigt werden. Denn neben den materiellen Schäden gefährdet eine hohe Luftfeuchtigkeit in Verbindung mit Schimmelbefall auch Ihre Gesundheit. Die Sporen belasten somit die Atemwege und können gerade bei Kindern in Zukunft Asthma und andere Erkrankungen der Atemwege begünstigen.

In diesem Sinne sollten nasse Fenster an der Innenseite stets ernst genommen werden. Denn es handelt sich in der Regel nicht um ein eigenständiges Problem, sondern um einen Indikator für einen anderen Mangel. Die gute Nachricht ist dabei, dass sich Kondenswasser am Fenster vergleichsweise schnell bildet, sobald die Außentemperaturen sinken. Bei schnellem Handeln kann das Problem also frühzeitig erkannt und bekämpft werden.

Schnelle Maßnahmen bei nassen Thermopenfenstern

Einfach das Wasser wegwischen und vergessen? Nein. Denn bei einer nassen Innenseite Ihrer Thermopenfenster handelt es sich eben nicht um ein eigenständiges Problem. Sie sollten daher stets die Ursache für das gebildete Kondenswasser bedenken. Das heißt aber nicht, dass Sie das Kondenswasser nicht wegwischen sollen. Tatsächlich sollten Sie dies nämlich tun, um somit die Entstehung von Schimmel in den Fugen sowie am Fensterrahmen zu vermeiden. Auf Dauer ist dies nämlich die Folge, wodurch der erste Schimmel also bereits in die Wohnung eingezogen ist. Da Sie jetzt außerdem das Problem von hoher Luftfeuchtigkeit in Ihren Räumen bemerkt haben, sollte dieser effektiv entgegengewirkt werden.

Als rasche Maßnahme gegen eine hohe Luftfeuchtigkeit rentiert sich das Stoßlüften. Bei diesem werden alle Fenster im Objekt weit geöffnet, wodurch einmal die komplette Wohnung durchziehen kann. Dieses Vorgehen sollte aber nicht nur einmalig, sondern auf Dauer durchgeführt werden. Denn sofern keine bautechnischen Schäden vorliegen, liegen die Ursachen für feuchte Räume nämlich in einem schlechten Lüftverhalten sowie fehlenden Belüftungsmöglichkeiten.

richtiges lüften
ronstik/shutterstock.com

So vermeidet man von innen nasse Thermopenfenster

Da nasse Thermopenfenster ein Indikator für eine hohe Luftfeuchtigkeit im Raum sind, sollten dauerhafte Maßnahmen eingeführt werden. Nachdem der erste Schreck also vergangen ist, Sie die Fenster gewischt und einmal eine Stoßlüftung durchgeführt haben, geht es um dauerhafte Maßnahmen. Zu diesen gehören:

  • Das richtige Lüft- und Heizverhalten: Hierbei ist es wichtig, dass mehrmals täglich die ganze Wohnung gelüftet wird. Oft wird angenommen, dass das dauerhafte Kippen von Fenstern ausreicht. Dem ist jedoch nicht so, da ein intensives Stoßlüften hierdurch nicht ersetzt wird. Bei diesem kann nämlich einmalig ein kompletter Luftaustausch stattfinden. Darüber hinaus ist aus das richtige Heizverhalten wichtig, da Sie beim Heizen quasi die Luft austrocknen. Es besteht jedoch keine Sorge, dass Lüften im Winter für hohe Heizkosten sorgt. Denn gerade Stoßlüften birgt im Gegensatz zu permanent gekippten Fenstern keine Kostenfalle.
  • Genügend Möglichkeiten zur Belüftung: Gerade in der Küche oder in Nassräumen ist hohe Luftfeuchtigkeit ein wichtiges Thema. Deswegen müssen auch hier genügen Optionen zur Belüftung bestehen. Diese äußern sich als Dunstabzugshaube oder Entlüftung im Badezimmer.
  • Luftentfeuchter: Gerade wenn die hohe Luftfeuchtigkeit der mangelnden Qualität des Baus zugrunde liegt und Sie tatsächlich nichts für die Luftqualität im Raum können, eignen sich auch Luftentfeuchter. Diese werden im Raum aufgestellt und saugen quasi die Feuchtigkeit aus der Luft, welche sich in einem Tank niederschlägt.
  • Zwangsbelüftung: Bei der Zwangsbelüftung wird durch bestimmte Einsätze quasi immer für einen offenen Spalt am Fenster gesorgt, welcher die dauerhafte Luftzirkulation ermöglichen soll. Derartige Maßnahmen eignen sich beispielsweise im Keller.

Wurden derartige Maßnahmen zur Vermeidung einer hohen Luftfeuchtigkeit eingehalten, sollte auch Kondenswasser an den Thermopenfenstern kein Problem mehr darstellen. Während dieses zwar schon als eigener Indikator für eine hohe Luftfeuchtigkeit im Raum steht, können Sie ergänzend auch ein Hygrometer zur Kontrolle besorgen. Dieses zeigt Ihnen stets die jetzige Raumtemperatur sowie relative Luftfeuchtigkeit an. Dabei gilt, dass 40 bis 60 % bei 20 Grad ideal sind. In diesem Fall sollte auch keine Nässe im Fenster entstehen. Andernfalls liegt das Problem wohl auch in einem Defekt oder Mangel der Fenster selbst.