Reisen & Tourismus

Unentdecktes Nicaragua: Diese Highlights sollte man nicht verpassen

Kanokratnok/shutterstock.com

Nicaragua ist zwar das größte Land in Zentralamerika, es steckt touristisch jedoch noch in den Kinderschuhen. Das Land mit knapp 6 Millionen Einwohnern grenzt im Westen an den Pazifik und im Osten an die Karibik und ist somit ein Traum für Sonnenanbeter. An der Pazifikküste kann man aufgrund des steten Wellenganges gut Surfen, die kilometerlangen oft verlassenen Strände laden zu Spaziergängen ein und häufig waren wir an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten des Landes die einzigen Touristen.

Eiablage der Meeresschildkröten

In Playa el Coco erlebten wir das absolute Highlight unserer Reise. Es war uns möglich, nachts am Strand eine riesige Meeresschildkröte bei der Eiablage zu beobachten. Die Eier gelten hier sowie in vielen anderen Ländern immer noch als Delikatesse und werden deshalb von Tierschützern eingesammelt und erst einige Tage nach dem Schlüpfen wieder ausgesetzt. Wir waren natürlich auch dabei, als die kleinen Babyschildkröten zu ihrer großen Reise vom Strand in Richtung Meer aufbrachen.

Ein weiteres Highlight erwartete uns in der Reserva Natural Isla Juan Venadoa nahe des Stranddorfs Las Peñitas. In einem kleinen Boot mit örtlichem Führer erkundeten wir die geheimnisvollen Mangrovenwälder. Leider trafen wir auf keines der hier beheimateten Krokodile, dafür konnten wir Tukane, Aras und viele weitere Vogelarten beobachten.

Ein Inseltraum: Corn Islands

Es wurde Zeit, die Karibikküste zu erkunden: die Corn Islands sind bisher vom Massentourismus verschont geblieben und schon beim Landeanflug konnte ich mich mit dem traditionellen Rum Flor de Caña vom Boardpersonal auf Karibikfeeling pur einstimmen und die traumhaften Strände der Inseln betrachten. Die erste Nacht verbrachten wir auf Big Corn Island, am nächsten Morgen brachen wir früh auf, um mit einem Speedboot nach Little Corn Island zu gelangen. Die kleinere der beiden Inseln beeindruckte uns sofort mit ihren weißen Sandstränden, dem türkisblauen Wasser und dem tropischen Regenwald im Inselzentrum. Wir fühlten uns wie Robinson Crusoe!

Zu prachtvollen Städten und spektakulären Vulkanen

Doch Nicaragua hat noch mehr zu bieten als Traumstrände. In Granada konnten wir problemlos eine der traditionellen Pferdekutschen mieten und so die kleinen, verwinkelten Gassen erkunden. Große elegante Kirchen, bunt gestrichene Lehmziegelbauten und prachtvolle Bauten aus der Kolonialzeit prägen das Bild der Stadt am Nicaraguasee. Auf dem Kunsthandwerkmarkt in der Stadt Masaya konnten wir Souvenirs und Geschenke für die Daheimgebliebenen finden, dann ging es weiter zum spektakulären Parque Nacional Volcan Masaya.

Auf dem Aussichtspunkt sahen wir direkt in den Krater des aktiven Vulkans. Auf der Wanderung durch eine surreale Landschaft kamen wir an weiteren Vulkanen vorbei. Nach der Wanderung konnten wir uns mit einem Bad im glasklaren Wasser des Kratersees Laguna Apoyo abkühlen. Denkt man an Nicaragua, denkt man natürlich auch an den lang andauernden Bürgerkrieg und die Revolution. Um mehr über die Geschichte Nicaraguas zu erfahren, besuchten wir in Leon das Revolutionsmuseum und unsere Fragen wurden von einem ehemaligen Revolutionskämpfer beantwortet. Nahe Leon besuchten wir die Schlammlöcher von San Jacinto. Die einheimischen Kinder verpassten uns auch sofort eine Schönheitsmaske aus Schlamm.

Im Hochland

Im Hochland Nicaraguas ist es schon etwas kühler, zum Glück hatten wir unsere Pullover eingepackt. Matagalpa liegt in einer wunderschönen Berglandschaft und ist die Hauptstadt des Kaffeeanbaus, also brachen wir sofort zu einer der zahlreichen Kaffeeplantagen im Umland auf. Die Stadt hat selbst wenig zu bieten, wir erlebten trotzdem ein kurioses Highlight: Wir wurden zu einer Veranstaltung der vielen verschiedenen Glaubensgemeinschaften zur Feier der Jungfrau Maria eingeladen. Es wurde gesungen und getanzt und es dauerte nicht lange, bis wir ebenfalls von den heißen Rhythmen angesteckt wurden. Dieses Erlebnis werden wir nicht so schnell vergessen!

Der Nicaraguasee

Natürlich darf auf einer Nicaraguareise der Besuch des größten Süßwassersees der Welt nicht fehlen. Nach einer wackeligen Überfahrt in einem Kahn erreichten wir die Insel Ometepe im Nicaraguasee. Die Insel beeindruckt mit ihren zwei mächtigen Vulkanen und bietet jede Menge Möglichkeiten für Aktivurlauber. Wir erkundeten die Insel per Fahrzeug, Fahrrad und zu Fuß, dabei konnten wir in Thermalquellen baden, den Urwald entdecken und lernten Kaffeebauern kennen. Nach drei Tagen brachen wir schweren Herzens wieder Richtung Festland auf.

Im Flieger Richtung Heimat konnte keiner sein absolutes Highlight unserer Nicaraguareise nennen. Das Land verzauberte uns mit seiner Geographie, Gastfreundschaft und Geschichte, jede Region hat seinen eigenen Charme. Doch bei einem Punkt sind wir uns alle einig: Die Einwohner Nicaraguas beeindruckten uns mit ihrer Freundlichkeit, wir fühlten uns immer und überall willkommen. So eine Herzlichkeit durften wir bisher in noch keinem anderen Land erleben.

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