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Winteranfang: Die Konjunktion von Jupiter und Saturn

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Immer wieder können wir Menschen am Himmel faszinierende Phänomene beobachten. Eines davon ist die sogenannte Konjunktion, bei der sich zwei Objekte am Himmel stark aneinander annähern und es sogar so aussehen kann, als würden sie sich berühren. Einen besonderen Stellenwert hat dabei die Große Konjunktion. Hierbei kommen sich Jupiter und Saturn sehr nahe. Dieses Ereignis findet circa alle zwanzig Jahre statt und kann bei freiem Nachthimmel für wunderschöne Bilder sorgen.

Konjunktion von Jupiter und Saturn pünktlich zum Winteranfang

Der Jupiter ist von der Sonne aus gesehen der fünfte Planet unseres Sonnensystems. Zwischen ihm und der Erde als dritten Planeten des Sonnensystems liegen mehr als 600 Millionen Kilometer. Während die Erde nur ein Jahr benötigt, um die Sonne einmal zu umkreisen, dauert dies beim Jupiter aufgrund seines größeren Abstandes zur Sonne circa zwölf Jahre. Der Saturn ist von der Sonne aus gesehen der sechste Planet unseres Sonnensystems und der letzte mit dem Auge klar erkennbare. Nach dem Jupiter hat er den zweitgrößten Umfang. Zwischen Saturn und Erde liegen mehr als eine Milliarden Kilometer. Aufgrund seiner weiten Entfernung zur Sonne benötigt der Saturn 29,5 Jahre, um sie einmal zu umrunden.

Was ist die Große Konjunktion?

Während die Zeit vergeht, drehen sich also die drei Planeten Erde, Saturn und Jupiter um die Sonne. Wenn wir auf der Erde das Hereinbrechen der Nacht wahrnehmen, wendet sich die Erdseite, auf der wir uns befinden der Sonne ab. Nun wäre es denkbar, dass wir die Planeten Jupiter oder Saturn am Nachthimmel wahrnehmen können. Dies ist allerdings nicht zwangsweise der Fall, da diese Planten sich zum Beispiel auch auf der anderen Seite der Sonne befinden können.

Wenn wir nun allerdings eine Periode betrachten, in der sowohl Jupiter als auch Saturn nachts von der Erde aus zu sehen sind, wird sich beim regelmäßigen Blick in den Nachthimmel folgende Erkenntnis feststellen lassen: Der Jupiter bewegt sich schneller. Dies liegt daran, dass er näher an der Erde ist als der Saturn und eine kürzere Zeit für seine Umlaufbahn benötigt. So wird es also zu dem Moment kommen, in dem der schnellere Jupiter am langsameren Saturn vorbeizieht. Dieses Phänomen wird dann Große Konjunktion genannt.

Die Berührung von Jupiter und Saturn

Während der Großen Konjunktion kann es so aussehen, als wenn Jupiter und Saturn sich sogar berühren. In der Realität ist dies natürlich nicht der Fall, weil der Saturn viel weiter von der Erde entfernt liegt als der Jupiter. Der Nachthimmel ist allerdings nur ein zweidimensionales Abbild dieses dreidimensionalen Raumes und so glaubt der Betrachter von der Erde aus eine Berührung der beiden Planeten wahrzunehmen. Diese scheinbare Berührung muss allerdings nicht zwangsweise der Fall sein, da der Jupiter den Saturn auch am Nachthimmel überholen kann, ohne ihn zu berühren. Dann bewegen sich beide Planeten seitlich aneinander vorbei. Da sie sich dabei allerdings sehr nahe sind, spricht man auch hier von der Großen Konjunktion.

Konjunktion von Jupiter und Saturn
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Der Grund dafür, dass sich Jupiter und Saturn bei dem beschriebenen Überholvorgang immer sehr nahe sind, besteht darin, dass sich die Umlaufbahnen aller Planeten unseres Sonnensystems ungefähr auf einer Ebene befinden. Diese Ebene wird auch Ekliptik genannt. So kreisen Erde, Jupiter und Saturn ungefähr auf derselben Ebene um die Sonne. Wenn nun von der Erde aus betrachtet der Jupiter den Saturn überholt, dann steht er deshalb ziemlich genau zwischen der Erde und dem Saturn. Dies wird dann von der Erde aus als eine Berührung oder zumindest als eine ganz starke Annäherung wahrgenommen.

Große Konjunktion von Jupiter und Saturn am Winteranfang 2020

Am 21. Dezember 2020 kam es zur letzten Großen Konjunktion. Da es nur circa alle 20 Jahre zur Großen Konjunktion kommt, ließ sich die vorherige im Jahr 2000 beobachten und die folgende soll 2040 stattfinden. Die Große Konjunktion zum Winteranfang 2020 war sehr besonders, weil sich Jupiter und Saturn hier äußerst nahegekommen sind. Der Abstand betrug nur sechs Bogenminuten und war somit der engste seit circa 400 Jahren, erst 2080 wird es wieder eine ähnlich enge Begegnung geben.

Da die beiden Planeten sich so eng waren, sah es am Abend des 21. Dezember tatsächlich so aus, als wenn sich Jupiter und Saturn berühren. Weder mit dem bloßen Auge noch mit dem Fernrohr waren sie zu unterscheiden. Weil sich beide Planeten nur langsam bewegen, war diese Verschmelzung auch schon einige Tage vor dem 21. Dezember und einige Tage später zu sehen. Allerdings ließ sich in Mitteleuropa das Spektakel an den meisten Orten aufgrund zu starker Bewölkung gar nicht beobachten.

Religiöse und spirituelle Bedeutung

Es besteht die Vermutung, dass der Stern von Bethlehem, der zur Geburt Jesu am Himmel erstrahlte, eine Große Konjunktion gewesen sein könnte. Außerdem werden in der Astrologie oft Rückschlüsse aus der Tatsache gezogen, in welchem Sternzeichen die Große Konjunktion stattfindet. Hierfür betrachtet man die Sterne, die am Nachthimmel hinter der Großen Konjunktion stehen. Dieses Sternzeichen und das ihm zugehörige Element sollen dann Rückschlüsse auf die anstehende Epoche bis zur nächsten Großen Konjunktion zulassen.