Gesundheit & Medizin

Zahngesundheit: Lässt sich mit Zahnpasta der Zahnschmelz reparieren?

Rasulov/shutterstock.com

Die Werbung verspricht es zwar, aber stimmt es auch wirklich? Können bestimmte Zahncremes den Zahnschmelz verstärken oder ihn sogar reparieren? Ist Zahnpasta mit Aktivkohle zu empfehlen? Es ist wichtig über diese Produkte Bescheid zu wissen und ihre Wirkung zu kennen. Es gibt sie von unterschiedlichen Herstellern und in verschiedenen Farben: Zahncremes zur Zahnschmelz-Stabilisation. Verlorengegangener oder mangelhafter Zahnschmelz soll aufgebaut oder repariert werden. Zahnschmelz setzt sich fast ausschließlich aus Kristallen zusammen, dem sogenannten Hydroxylapatit. Es ist von seiner Konsistenz her hart, aber säureempfindlich.

Hydroxylapatit besteht aus Calcium und Phosphat. Säure greift diese Schutzschicht an und löst sie auf. Herkömmliche Zahnpasta sorgt durch Fluorid-Salze wie Aminfluorid, Zinnfluorid oder Natriumfluorid für Schutz vor Bakterien und stärkt die Widerstandsfähigkeit der Zähne. Durch das regelmäßige Zähneputzen wird dafür gesorgt, dass diese Schutzschicht vor Säure und Bakterien geschützt wird. Der fehlende Zahnschmelz wird dabei aber nicht ersetzt, wie die Experten vom Medentes Zahnarztzentrum wissen.

Was tun bei empfindlichen Zähnen?

Wer schmerzempfindliche Zähne hat, sollte eine Zahnpasta mit wenig Schleifpartikeln verwenden. Zu empfehlen sind auch Salze, die durch Kaliumverbindungen oder Aminfluorid helfen, die Überempfindlichkeit der Zahnhälse zu verringern. Zwei Varianten sind dabei möglich: eine beständige Schutzschicht wird gebildet oder die Salze dringen in die offenen Poren der Zähne ein. Die Schmerzempfindlichkeit wird aber meist erst in vier Wochen spürbar reduziert und das auch nur bei täglicher Anwendung.

Bestimmte Zahnpasta stärkt den Zahnschmelz

In Drogerien und Apotheken wächst das Angebot an Zahncremes mit Hydroxylapatit. Nun wurde in wissenschaftlichen Studien bewiesen, dass bei regelmäßiger Anwendung mit Zahnpasta, die Zink-Carbonat- Hydroxylapatit enthält, eine Schutzschicht auf dem Zahnschmelz und der Dentinoberfläche entsteht. Patienten, die über schmerzempfindliche Zähne klagten, konnte eine Linderung verschafft werden und ihre Schmerzempfindlichkeit verringerte sich deutlich. Es kann also gesagt werden, dass diese Art Zahncremes durchaus helfen können, die Mundgesundheit zu erhalten. Für Zahnpasta mit Hydroxylapatit muss allerdings auch tiefer in die Tasche gegriffen werden.

Was gibt es zu Aktivkohle-Zahnpasta zu sagen?

Aktivkohle wird schon lange in der Medizin zur Entgiftung eingesetzt. In Zahncremes ist dieser Stoff in seiner Wirkung von Experten und Forschern aber umstritten. Aktivkohle ist als Filter zwar effektiv, kann aber nicht kontrolliert werden. Zudem werden Giftstoffe und wichtige Nährstoffe aufgenommen, die dem Körper dann fehlen. Zahnpasta mit Aktivkohle soll für noch weißere Zähne sorgen. Dies verspricht zumindest die Werbung. Durch Aktivkohle sollen Ablagerungen und Rückstände auf den Zähnen beseitigt werden. Experten haben aber herausgefunden, dass diese Art Zahncreme keinerlei Wirkung hat. Es kann sogar bei dauerhafter Verwendung zu bleibenden Zahnverfärbungen, Karies und Zahnverfall führen, warnt der Deutsche Zahnärzte Verband e.V.

Aktivkohle-Zahncreme fehlt Fluorid

Forscher stellten auch fest, dass Aktivkohle-Zahncreme nur mangelhaft Fluorid enthält. Aber gerade Fluorid ist für die Zahnpflege ein bedeutender Bestandteil. Als Schutz vor Karies, Zahnverfall und Remineralisierung ist er unverzichtbar. Es wurde auch festgestellt, dass diese Zahncremes sehr viel Schleifpartikel enthalten. Dies hat zur Folge, dass nach regelmäßiger Anwendung der Zahnschmelz geschädigt werden kann. Auch auf das Zahnfleisch hat dies einen negativen Einfluss: Wenn die Zahnpasta längere Zeit verwendet wurde, kann dies im schlimmsten Fall dazu führen, dass die Zähne sogar ausfallen.

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