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Lifestyle-Trend: Junge Leute trinken alkoholfrei statt Wein

Smeilov Sergey/shutterstock.com

Wenn du hip sein willst, verzichtest du auf Alkohol: „Cool nüchtern trinken“ ist der Trend. Die zunehmende Nachfrage nach alkoholfreiem Wein und Sekt beginnt, die Weincommunity zu verändern. Es gibt keine Tageszeitung, keine Zeitschrift, kein Fachmagazin, das nicht in den ersten Januartagen über das Thema Alkoholverzicht berichtet hat. Es ist klar, dass viele Menschen nach den Feiertagen einen Gang zurückschalten, ihre Leber schonen, ihr Gewissen beruhigen wollen.

Aber immer mehr Menschen verzichten nicht nur während des „Dry January“ auf Alkohol. Nein, das sogenannte „Mindful Drinking“, die neue Nüchternheit, ist für viele zu einem selbst erklärten Lebensstil geworden. „Das wachsende Interesse am Dry January ist Ausdruck dafür, dass cooles nüchternes Trinken, also bewusster alkoholfreier Genuss, für viele Verbraucher immer mehr zum Thema wird“, bestätigt Cathrin Duppel, Marketing Managerin bei Rotkäppchen-Mumm. Laut GfK Haushaltspanel 2021 sind alkoholfreie oder dealkoholisierte Getränke oft die erste Wahl, vor allem in der Altersgruppe unter 40.

Eine neue Trinkkultur entsteht

Und spätestens als der Lieblingsprimitivo der Deutschen, der „Doppio Passo“, letzten Sommer als „alkoholfreie“ Version auf den Markt kam, war klar: Dealcoholisierte Weine sind aus den Supermarktregalen nicht mehr wegzudenken. Weine ohne Alkohol – eine Studie des in London ansässigen Marktforschungsinstituts IWSR bestätigt, dass sie, Sekt, Bier, Cider und Spirituosen, einschließlich ihrer reduzierten Alkoholvarianten, in den kommenden Jahren massiv im globalen Absatz steigen werden.

Deutschland ist seit Jahren der weltweit größte Markt für alkoholfreie Weine, Biere, Sekte und Spirituosen, gefolgt von Japan, Spanien und den USA. Kein Wunder also, dass in diesem Jahr erstmals die führende Branchenmesse ProWein dem Thema alkoholfreier Weine für Aussteller und Besucher mit der „World of Zero“ eine eigene Halle widmet.

Während immer mehr deutsche und spanische Weingüter den Trend als Chance sehen und alkoholfreie Weine auf den Markt bringen, sind sie in Italien bisher selten anzutreffen. Die meisten italienischen Produzenten, vor allem die kleineren und mittleren, sind skeptisch gegenüber alkoholfreien Produkten. Es ist daher nicht verwunderlich, dass der italienische Landwirtschaftsminister Francesco Lollobrigida bei der EU-Kommission lobbyieren will, um alkoholfreien Wein nicht als solchen bezeichnen zu dürfen. Italiens aktuelles Weingesetz trägt dieser Überzeugung Rechnung. Große italienische Weinunternehmen stehen jedoch im Widerspruch dazu und sehen wichtige Marktanteile in der Zukunft.

Schlussfolgerung

Der Bedarf an alkoholfreien Alternativen ist real und wird weiter wachsen. Italien steht vor einem Dilemma, das das Land lösen muss, um mit den Zeiten Schritt zu halten. Die Zukunft liegt in einer Welt, in der alkoholfreie Produkte gesetzlich in der Weinwelt verankert und reguliert sind. Der Trend zu einem bewussten, alkoholfreien Lebensstil wird voraussichtlich anhalten und sich ausbreiten.

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