Wirtschaft & Finanzen

Industrie-Trends: Massenproduktion per Spritzgussverfahren

Roman Zaiets/shutterstock.com

Ein kurzer Blick in ein Kinderzimmer genügt, um eine ganze Menge davon zu erblicken: Spielzeuge aus Kunststoff. Auch an anderen Orten in der Wohnung oder dem Haus begegnen einem zahlreiche Produkte aus Plastik. Selbst Gegenstände wie der Autoschlüssel bestehen aus dem vielseitigen Material. Bei der massenhaften Herstellung kommt fast ausschließlich eine bestimmte Fertigungsmethode zum Einsatz: der Spritzguss.

Flüssiger Kunststoff in Form gebracht

Beim Spritzgießen wird ein flüssiges Material in eine Form gegossen. Sobald das Material abgekühlt ist, kann das fertige Produkt aus der Form entnommen werden. Verschiedene Arten von Thermoplast sind für den Spritzguss geeignet, darunter Polypropylen, Polyethylen und Nylon. Je nachdem, welche Eigenschaften die fertigen Produkte haben sollen, kann das Material mit Kautschuk, Mineralien oder anderen Bestandteilen vermischt werden.

Größter Kostenfaktor: Die Form

Bevor die Produktion per Spritzguss überhaupt beginnen kann, muss zunächst die Form hergestellt werden. Üblicherweise wird sie aus einem Block aus Aluminium oder Stahl gefräst. Die Steuerung dieses Vorgangs geschieht per Computer. Der Rechner erhält eine CAD-Datei mit den relevanten Informationen für die Erstellung der Form. Bei der Form selbst handelt es sich um ein Negativ des Produkts, das massenhaft hergestellt werden soll. Die Kosten für den Spritzguss werden erheblich durch den Preis für die Form bestimmt. Wie viel Geld für die Form auf den Tisch gelegt werden muss, hängt unter anderem davon ab, wie detailliert sie ist und ob sie aus Aluminium oder Stahl besteht.

Aufgrund des recht teuren Vorlaufs lohnt sich das Spritzgussverfahren üblicherweise erst ab einer Menge von 500 Produkten. Übersteigt die Produktionsmenge 10.000 Stück, dann sind die Kosten für die Form sogar geringer als die für Materialien und den Betrieb der Maschine. Maßnahmen wie die Verringerung der Seitenwände und der Verzicht auf allzu viele Details können die Herstellungskosten zusätzlich überschaubar halten.

3D Druck für kleinere Mengen

Soll eine kleinere Serie oder gar nur ein Prototyp entstehen, dann ist der Spritzguss allerdings wegen seiner hohen Anfangskosten keine gute Wahl. Sinnvoller ist hingegen das 3D Druck Verfahren, das sich sowohl in Unternehmen als auch Privathaushalten zunehmender Beliebtheit erfreut. Im Gegensatz zum Spritzguss hat der 3D Druck keine Anlaufkosten. Zudem kann jedes Produkt ein individuelles Design erhalten. Daher eignet sich diese Fertigungsmethode vor allem für die Herstellung von Prototypen.

Aber auch die Produktion von Prothesen in der Medizin oder von Bauteilen in der Automobilindustrie sind Beispiele dafür, wo der 3D Druck gute Dienste tut. Teile können bei Bedarf leicht und günstig bei diversen Fertigungsdienstleistern 3D gedruckt werden, darunter 3D Hubs.

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