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Milch kochen leicht gemacht: Nur nichts anbrennen lassen

Milch kochen
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„Möchtest du eine heiße Milch mit Honig?“ Diese Frage aus unserer Kindheit kennen wir alle. Kratzen im Hals, Stimme weg, Schnupfennase läuft – dieses warme und süße Getränk als altbewährtes Hausmittel kannten schon unsere Großmütter. Heiße Milch war und ist schon immer ein Bestandteil unserer alltäglichen Ernährung. Pudding, Kakao, Grießbrei, heiße Milch mit Honig,… Die Liste der Rezepte ist lang. Nun gibt es aber zwei Szenarien, die beim Milch kochen tunlichst vermieden werden sollten.

Milch kochen: So kocht nichts über

Eine Sekunde lang weggeschaut, die Milch kocht über den Topfrand und landet – auf dem Herd. Egal ob Ceranfeld, Elektro- oder Induktionsherd; übergekochte Milch ist eine riesige Schweinerei. Sowohl das Überkochen als auch das anschließende Putzen und Schrubben lassen sich aber mit ein paar Tricks und Tipps vermeiden.

1. Stetiges Rühren

  • Einen hohen Topf benutzen
  • Topf nur bis ungefähr zur Hälfte oder weniger füllen
  • Herd einschalten
  • Beim Herd bleiben und stetig mit einem (Holz)Kochlöffel umrühren
  • Fängt die Milch an zu schäumen und vergrößert sich das Volumen, ist die Milch fertig gekocht

Mit dieser Methode bildet sich keine Haut auf der Milch und es entsteht kein Wärmestau unterhalb der Haut. Kommt es zur Hautbildung, ist die Gefahr groß, dass diese Haut aufreißt und der mit der Milch aufsteigende Wärmedampf alles schlagartig zum Überkochen bringt.

2. Butter

  • Einen hohen Topf benutzen
  • Topfboden und einen kleinen Teil vom oberen Topfrand innen mit Butter ausreiben, z. B. mit einem Pinsel
  • Milch nur bis maximal zur Hälfte des Topfes einfüllen
  • Den Herd einschalten – mittlere Hitze
  • Wenn sich das Volumen vergrößert und die Milch anfängt zu schäumen ist sie fertig gekocht

Der Butterrand oben am Topf verhindert, dass die Milch überkocht. Den Trick hierbei liefern die Fett- und Eiweißverbindungen von Butter und Milch, die durch eine chemische Reaktion das Überkochen verhindern.

3. Metall-Löffel

  • Einen hohen Topf wählen
  • Maximal bis zur Hälfte (oder weniger) Milch hineingeben
  • Einen Metall-Löffel mit in den Topf stellen
  • Herd auf mittlere Hitze einschalten
  • Bei Volumenvergrößerung und Schaumbildung ist die Milch fertig gekocht

Hier verhindert das wärmeleitende Metall des Löffels das Überkochen der Milch – einfach, kostengünstig und effektiv! Es gibt noch weitere Hausmittel gegen den Überkoch-Unfall. Den Topf erst mit klarem Wasser ausspülen ist zum Beispiel eines davon. Oder ein wenig Wasser in den Topf einfüllen, bevor die Milch zugeschüttet wird. Tatsächlich bestätigt ist die Wirksamkeit dieser Maßnahmen aber eher nicht.

frau kocht milch
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Die Milch brennt an: Was tun?

Wer den Geruch von angebrannter Milch schon einmal in der Nase hatte, wird ihn so leicht nicht wieder vergessen. Ein bisschen süßlich, ein bisschen bitter, und insgesamt – naja: verbrannt. Ganz abgesehen vom Geruch ist angebrannte Milch – genauso wie die übergekochte – ein absolutes Ärgernis in der Küche. Denn angebrannte Töpfe zu reinigen ist Schwerstarbeit; die braune, verklebte Schicht am Topfboden ist wirklich schwer abzukriegen. Diese Schicht bildet sich übrigens, wenn die Fette und Eiweiße aus der Milch zu heiß werden und sich durch eine chemische Reaktion miteinander verbinden. Was sich hier hochtrabend anhört, ist im Realfall einfach diese verklebte und verbrannte Schicht am Topfboden, über die man sich jedes Mal schwarz ärgert. Aber auch hier gibt es ein paar Tricks, die man anwenden kann, wenn man seine Milch ganz ohne Anbrennen kochen möchte.

1. Rühren, rühren, rühren

  • Ein hoher Topf ist auch hier wieder das passende Gefäß
  • Topf nicht über die Hälfte mit Milch befüllen
  • Herd einschalten
  • Während des Kochens ständig rühren, am besten mit einem Holzkochlöffel
  • Schäumt die Milch und vergrößert sich das Volumen ist sie heiß und fertig gekocht

Durch das beständige Rühren wird die Wärme vom Topfboden in der Milch aus gleichmäßig verteilt, die untere warme Schicht vermischt sich mit der oberen kalten Schicht. Auch der Topfrand gibt seine Wärme durch das Verrühren gleichmäßig an die Milch ab. Es bildet sich kein Wärmestau, die Milch brennt nicht an.

2. Eile mit Weile

Ein anderer Trick besteht darin, die Milch einfach langsam zu erwärmen.

  • Einen hohen Topf höchstens bis zur Hälfte mit Milch befüllen
  • Den Herd nur auf kleiner Wärmestufe einstellen
  • trotzdem beim Herd bleiben!
  • Bei Schaumbildung und Volumenvergrößerung ist die Milch heiß und fertig gekocht

Die Wärme entwickelt sich auf diese Weise im Topf nur langsam. Vom Topfboden und vom Topfrand aus wird die Milch stetig erhitzt, die Verbrennungstemperatur für Fett und Eiweiß wird aber nicht erreicht.

Milch kochen leicht gemacht: Vielversprechende Hilfsmittel

Murmeln im Topf oder so genannte „Milchwächter“ (Scheiben aus Porzellan, Glas oder ähnlichem) werden mit in den Topf gelegt. Diese Milchwächter fangen an zu klappern, sobald die Milch Bläschen bildet, sprich: sobald sie anfängt zu kochen. Übrigens ist auch aufsteigender Dampf ein gutes Hilfsmittel, um mit Augenmaß zu beurteilen, wann die Milch heiß wird. Fängt es an zu dampfen, dauert es nicht mehr lange und die Milch kommt hoch.

Erwärmen in der Mikrowelle

Milch erhitzen in der Mikrowelle ist nicht ideal, funktioniert aber:

  • Ein mikrowellengeeignetes Gefäß wählen
  • Milch bis maximal zur Hälfte eingießen
  • Mit einem geeigneten Deckel abdecken
  • Das Gefäß nicht ganz in die Mitte des Drehtellers stellen, so erwärmt sich die Milch gleichmäßiger
  • Bei ca. 700 Watt für ca. 20 Sekunden erwärmen
  • Probieren – wenn die Milch noch zu kalt ist, nochmal zurück in die Mikrowelle stellen und für nochmal ca. 10 Sekunden erwärmen
  • So lange wiederholen, bis die Milch heiß ist

So kocht man Milch richtig: Das Fazit

Es gehört ein bisschen Ausprobieren und ein bisschen „Try and Error“ dazu, bis man den Dreh heraushat, mit welchem Topf, mit welcher Füllmenge und mit welcher Methode man am besten an seine heiße Milch kommt. Viel Spaß beim Ausprobieren!

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