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Portulacaria Afra: Richtig pflanzen, pflegen und vermehren

Portulacaria Afra
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Portulacaria afra, auch Jadebaum, Speckbaum oder Elefantenstrauch genannt, ist eine ausdrucksstarke Zimmerpflanze, die sich bei einem warmen Klima auch im Freien wohlfühlt. Sie ist sehr pflegeleicht und kann aufgrund der kleinen, runden, sukkulenten Blätter auch mal eine Weile alleine bleiben. Eine weitere Besonderheit ist die Eignung als Bonsai- Baum.

Portulacaria Afra: Herkunft und Verbreitung

Die ursprüngliche Heimat von Portulacaria ist Südafrika und Ostafrika. Die Verbreitungsgebiete sind in Mosambik, Eswatini und in den Provinzen Ostkap und KwaZulu-Natal. Dort wächst sie als Wasser speichernder, immergrüner, reich verzweigter Strauch oder als kleiner Baum. Da sie als Nahrung für Vieh und Wild dient, sieht sie oftmals wie ein kleines verwachsenes Bäumchen aus. Die Gattung Portulacaria gehört zur Familie der Didiereaceae und zur Ordnung der nelkenartigen Gewächse. Neben der Naturform des Portulacaria afra gibt es außerdem die 2 Sorten Portulacaria afra ‚Variegata ‘ und ‚Tricolor ‘.

Der Wuchs

In ihrer Heimat kann Portulacaria eine Wuchshöhe von bis zu 3 bis 4 m erreichen. In der Kultivierung wird sie etwa 50 cm groß. Die Triebe, Blätter und der Stamm sind dick und fleischig. Sie können ähnlich wie Kakteen in ihrem Pflanzengewebe Wasser speichern und so auch trockenen Zeiten gut überstehen. Die zahlreichen Blätter sind etwa 1 bis 1,5 cm klein und besitzen eine ovale Form. Sie sitzen in 2 bis 3 cm Abstand gegenständig an den dicken Trieben. Die Farbgestaltung besteht aus einem ein- oder mehrfarbigen Hellgrün.

Manche sind zusätzliche Weiß und haben einen rötlichen Rand. Im Kontrast dazu stehen Stamm und Äste in einem satten Dunkelbraun bis Rotbraun. Junge Arten besitzen eine weiche und grüne Rinde. Die Rinde von älteren Exemplaren ist fest und rotbraun. In der Natur bildet Portulacaria afra kleine rosa Blüten in Büschelform und Kapseln mit Samen aus. Diese sitzen verteilt an den Zweigen. In der Zimmerkultur entstehen keine Blüten.

Der richtige Standort für den Jadebaum

Hinsichtlich der Herkunft aus warmen Ländern fühlt sich der Jadebaum nur an einem hellen, sonnigen und windgeschützten Standort wohl. Geeignet ist ein Platz auf der Fensterbank, im Wintergarten oder im Freien auf Balkon und Terrasse. Die verträglichen Temperaturen liegen bei mindestens 20 °C. Wer die pflanze in die direkte Sonne stellen möchte und einen Sonnenbrand an den Blättern vermeiden möchte, muss sie langsam daran gewöhnen.

jadebaum
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Portulacaria Afra überwintern

Da es sich um ein kälteempfindliches Gewächs handelt, sind Temperaturen unter 10° C zu vermeiden. Die geeigneten Temperaturen im Winterquartier liegen etwa zwischen 10° bis 20° C. Ebenfalls wichtig ist ausreichend Helligkeit. Falls der Raum im Winter weniger Licht bekommt, sollten die Temperaturen gesenkt werden. Das optimale Substrat besitzt eine durchlässige und mineralische Konsistenz. Ratsam ist Kakteenerde aus dem Handel. Auch ein Gemisch aus 2 Teilen Blumenerde und 1 Teil Sand und Tongranulat oder Kies ist verwendbar.

Die Wassergabe

Die Wassergabe erfolgt während der Wachstumsphase von April bis September und wenn der Boden trocken ist. Es wird durchdringend gegossen und das überschüssige Wasser aus dem Untersetzer oder Übertopf entfernt.  In der Winterphase benötigt die Pflanze nur wenig Wasser. Als Faustregel gilt: Je kühler die Portulacaria steht, desto trockener muss das Substrat sein.

Wichtig: Bekommen die Sukkulenten zu wenig Wasser, können sie dieses nicht in den Blättern und Trieben einspeichern und die Anteile verschrumpeln. Bekommen sie stattdessen zu viel Wasser reagieren sie mit Fäulnis an Wurzeln und Trieben. Zusätzlich werfen sie sofort Blätter ab und die Pflanze stirbt ab. Um weiterhin eine Portulacarias zu erhalten, können rechtzeitig gesunde Stecklinge entfernt und kultiviert werden.

Den Jadebaum richtig düngen und umtopfen

Die Nährstoffgabe erfolgt in der Wachstumsphase ab April bis spätestens September. Verabreicht wird spezieller Dünger für Kakteen und Sukkulenten, genau nach der Dosierempfehlungen auf der Verpackung. Zur Wahl stehen Flüssigdünger, der mit dem Gießwasser gegeben wird oder Langzeitdünger in Form von Stäbchen, Granulat oder Peletts. Vor allem junge Speckbäume besitzen eine reges Wachstum. Der Topf wird schnell zu klein und die Pflanzen müssen alle zwei Jahre im Frühjahr umgetopft werden. Schauen die Wurzeln bereits aus dem Ablaufloch im Topf, wird es höchste Zeit. Der größere Topf misst 2 bis 3 cm mehr Umfang.

Portulacaria Afra vermehren

Eine Vermehrung der Zimmerpflanze gelingt durch Stecklinge oder Aussaat:

Stecklinge

  • einen gesunden und kräftigen Trieb aussuchen
  • etwa 5 bis 10 cm lang von der Mutterpflanze abtrennen. Dabei sehr sauber arbeiten. Durch die entstandenen Wunden, können über Schmutz Keime hineingelangen und Pilzkrankheiten entstehen
  • die Blätter am unteren Bereich am Steckling entfernen
  • den Steckling etwa 2 Tage liegen lassen und die Schnittstelle trocknen lassen
  • den Steckling in eine Topf mit Kakteenerde setzen
  • den Topf an einen hellen Platz stellen
  • die Erde mäßig feucht halten

Je nach Jahreszeit, bilden sich nach 2 bis 5 Wochen erste Wurzeln.

Aussaat

  • als Lichtkeimer brauchen die Samen keine Abdeckung. Sie werden einfach auf die Erde gelegt und angedrückt
  • eine Kunststofftüte- oder folie über die Pflanze und den Topf stülpen. Darunter entsteht ein Treibhausklima, welches das Wachstum anregt. Um Schimmelbildung zu vermeiden, die Abdeckung jeden Tag lüften
  • den Topf auf einen hellen und warmen Platz am Fenster stellen
  • die Erde feucht halten

Nachdem die Keimlinge mehr als zwei Blattpaare entwickelt haben, können sie jeweils in einen eigenen Topf.

Portulacaria Afra schneiden
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Das Schneiden des Jadebaums

Wächst Portulacaria zu struppig, verträgt sie problemlos einen Schnitt. Verwendet wird ein sehr saubers und scharfes Messer. Die beste Zeit ist während der Wachstumsphase von April bis September. Entfernt werden quer und zu lange wachsende Triebe. Es müssen aber ausreichend Äste stehen bleiben, damit neue wachsen können und die Pflanzenstatur noch füllig und harmonisch erscheint. Bitte kein Wundverschlussmittel verwenden, da dieses Fäulnis auslösen kann.

Portulacaria afra als Bonsai kultivieren

Dicker Stamm, feine Verzweigung und eine gute Schnitt- Verträglichkeit prädestiniert Portulacaria für die Kultivierung als Bonsai. Der Name „Bonsai “ beschreibt die japanische Variante einer Gartenkunst aus dem alten China: „Bon“ = Schale und „sai “ = Pflanze. Es handelt sich um einen Baum in Miniaturausgabe mit allen Eigenschaften eines Baumes in Originalform. Dieser wächst in einem niedrigen Gefäß, wobei ihm ein begrenzter Platz zur Verfügung steht. Gleichzeitig halten ihn verschiedene Kulturmaßnahmen klein.

Neben Zimmer- Bonsais gibt es auch Garten- Bonsais, wobei der Garten-Bonsai größer werden kann. In Europa gibt es die Mini-Bäume seit Ende des 19. Jahrhundert. Für die Kultivierung ist das Drahten eine unverzichtbare Technik. Dabei werden gezielt Äste abgewickelt und durch Biegen in Form und Position gebracht. Portulacaria kann das ganze Jahr über auf diese Weise kultiviert werden.

Welche Materialien sind notwendig?

Zum Drahten eignen sich eloxierter Aluminiumdraht oder ausgeglühter Kupferdraht. Der Handel bietet Stärken zwischen 1 und 8 mm an. In der Regel reichen Stärken von 1 mm, 1,5 mm, 2,5 mm und 4 mm für den Anfang aus. Damit keine Schäden an den dicken Ästen entstehen, werden diese vorher sorgfältig mit Raffiabast umwickelt. Um einen gesamten Baum zu drahten, wird zuerst der Stamm bearbeitet. Anschließend kommen von unten beginnend die Hauptäste und die Zweige dran. Der Draht muss stark genug sein, um die Äste in die neue Form zu halten und stabilisieren. Als Faustregel gilt: Die Stärke des Drahtes misst etwa ein Drittel der Astdicke.

1. Zwei Äste drahten

  • zwei Äste in gleicher Dicke und nahe beieinander auswählen
  • den Draht in einer langen Länge für beide Äste und den Stamm kürzen
  • den Draht zweimal zuerst um den Stamm und anschließend um den ersten Ast wickeln. Dadurch werden die Äste nicht so stark in ihrem Wachstum behindert und die neue Form ist stabil. Der Draht muss beim Wickeln im 45° Winkel stehen. Den Restdraht abschneiden.
  • soll der betroffene Ast direkt am Ansatz abwärts gebogen werden, ist er von unten hinzuführen. Soll der Ast dagegen aufwärts gebogen werden, ist er von oben hinzuführen
  • anschließend die restlichen Äste in Angriff nehmen

2. Einen Ast drahten

  • den Ast auswählen
  • den Draht in der richtigen Länge kürzen
  • den Draht zweimal im Winkel von 45° um den Stamm wickeln
  • den Ast wie gewünscht nach unten oder nach oben drahten
  • wie gewünscht weitere Äste drahten
  • verlaufen mehrere Drähte an der gleichen Stelle, müssen diese parallel dicht nebeneinander liegen
jadebaum als bonsai
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3. Die Äste biegen

Nachdem alle Äste am Baum gedrahtet sind, werden diese gebogen und positioniert. Um Verletzungen zu vermeiden, darf das Biegen nur einmal erfolgen:

  • mit der einen Hand die Außenseite der Biegung festhalten und mit dem Daumen der anderen Hand den Ast auf der Innenseite in Position biegen
  • für das natürliche Erscheinungsbild noch gerade Teile der Äste etwas biegen

Bis der Baum die gewünschte Form erhalten hat, dauert es einige Monate. Zeigen die Äste die gewünschte Form und sind stabil, kann der Draht entfernt werden. Die Drähte müssen rechtzeitig entfernt werden, damit sie nicht in die Rinde einschneiden. Dazu wird er an der Windung durchtrennt. Der bearbeitete Portulacaria darf nicht in die direkte Sonne gestellt werden. Er bekommt die normale Pflege.

4. Einen Ast weiter nach unten biegen

  • zum Schutz vor Verletzungen ein Tuch um den betroffenen Ast legen
  • einen Spanndraht mit einer Drahtschlinge befestigen, und den Ast vorsichtig nach unten biegen
  • den Spanndraht an der Bonsai- Schale oder an einer dicken Wurzel befestigen
  • hält die Biegung, kann der Spanndraht entfernt werden

Portulacaria afra: Mögliche Krankheiten und Schädlinge

Stimmen die Bedingungen zeigt sich Portulacaria afra als äußerst robust und widerstandsfähig. Das Immunsystem ist gestärkt und Schädlinge sowie Krankheiten haben keine Chance. Die häufigste Krankheit ist die Triebfäule, hervorgerufen durch zu viel Wasser und Staunässe. In diesem Fall hilft nur noch das rechtzeitig Entfernen gesunder Stecklinge und das Ziehen einer neuen Portulacaria, Aber auch trockene Heizungsluft kann die Pflanze schädigen und zu einem Befall durch Spinnmilben oder Schmierläusen führen.

Die Bekämpfung gelingt mit einem spezifischen chemischen Pflanzenschutzmittel. Befindet sich der Befall noch am Anfang, kann alternativ ein Hausmittel helfen. Diese besteht aus einer Seifenlauge mit einem Schuss Spiritus. Damit die betroffene Pflanze mehrmals besprühen.