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Schieferplatten kleben: Darauf sollten Heimwerker achten

Schieferplatten kleben
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Besonders im Innenbereich finden sich immer öfter Wandverkleidungen aus Schiefer. Die Fliesen stellen die Anbieter aus zugeschnittenen Platten her, und das Material unterscheidet sich bei der Verarbeitung erheblich von herkömmlichen Wandverkleidungen, die aus Keramik oder einem anderen Naturstoff bestehen.

Schieferplatten kleben: Grundlegende Informationen

Schiefer ist wasserabweisend, seine Oberfläche besteht aus feinen, sich überlagernden Blättchen. Flüssigkeit kann nur an einer beschädigten Stelle oder einer Schnittkante eindringen. Dann kann es passieren, dass Feuchtigkeit in die Zwischenräume gelangt. Dann kommt es zu einer Dehnung des Materials, und die Ecken biegen sich etwas nach oben. So entsteht oft, gleich nachdem die Schieferplatten verlegt sind, ein Absatz. Die unschöne Kante stört das Gesamtbild, vor allem bei ebenen Fliesen aus dunklem Material, die in dieser Hinsicht auffällig sein können. Nicht selten kommt es vor, dass sich der Schiefer zunächst etwas anhebt und später wieder senkt. Dann bleiben keine Überstände, nur bei einer Klopfprobe sind die Unebenheiten noch hörbar.

Unter Druck gehärtet

Das Schiefergestein wird auch als metamorph bezeichnet. Das bedeutet, es wurde durch natürliche Druck- oder Temperaturerhöhung mineralogisch verändert. Schiefer entstand vor 400 Mill. Jahren aus Ablagerungen von Tonschlamm, der Druck der Auflagen verfestigte das Material. Die verarbeiteten Schieferplatten sind optisch sehr vielfältig. Tonschiefer ist meist grauschwarz, andere Arten mehr rötlich, bläulich oder grün. Wer Schiefer verwendet, ist gut beraten, immer nur Platten aus ein und derselben Grube anzuwenden. Unterschiede der natürlich entstandenen Verfärbung fallen bei großflächigem Einsatz schnell auf.

Innen und außen vielfältig verwendbar

Aber nicht nur die bestechende Optik ist der Grund für die Beliebtheit des Werkstoffs. Schiefer hat weitere besondere Eigenschaften, die eine Verwendung sowohl im Innen- als auch im Außenbereich zulassen. Das Material ist bei hoher Festigkeit strapazierfähig. Zwar ist es sehr weich und deshalb anfällig für Kratzer. Diese verschwinden aber auch bald wieder. Schiefer ist temperaturbeständig und wetterfest, außerdem nicht brennbar. Die oben beschriebene Feinstruktur macht ihn resistent gegen Feuchtigkeit, weshalb viele ihn auch im Bad verarbeiten. Die Platten speichern die Wärme, deshalb setzt man sie gerne bei einer installierten Fußbodenheizung ein.

schiefer für den innenbereich
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Das Kleben von Schieferplatten: So gelingt es!

Sollen die Platten neu verklebt werden oder nur schadhafte Stellen ausgebessert werden, immer kommt es auf den richtigen Kleber an. Klebt man den Schiefer neu, nachdem sich ein Bruch ereignet hat, müssen die entsprechenden Stellen sauber, aber nicht eckig oder kantig sein. Wichtig ist darüber hinaus ein besserer Steinkleber aus einem synthetischen Harz wie Epoxid, Polyurethan oder anderen. Nur Kleber mit kristalliner Wasserbindung sollten Verwendung finden, also ein Natursteinkleber mit den entsprechenden Eigenschaften.

Ein weiteres wichtiges Kriterium ist das schnelle Abbinden des Klebstoffs, damit nur wenig Wasser in das Gefüge des Schiefers eindringen kann. Die beste Wahl aber sind Kleber, die statt Wasser Kunststoffdispersionen verwenden. Sie sind zwar etwas teurer, die Ergebnisse sind aber eindeutig besser.

Schiefer kleben mit Epoxidharz

Will man Schieferplatten im Bad oder im Außenbereich verkleben, raten Experten zu Klebstoffen mit Epoxidharz. Denn bei diesen Anwendungen geht es um die Beständigkeit gegen eindringende Feuchtigkeit, die auch der Klebstoff garantieren sollte. Zum Aushärten braucht der Kleber einen Tag bei einer Temperatur von 20 Grad Celsius.

Die Gummidichtung

Bei diesem Verfahren ist zu prüfen, ob bei der Herstellung tatsächlich Gummi für die Dichtung verwendet wurde. Oft ist der Heimwerker mit einem gummiähnlichen Kunststoff konfrontiert. Es sind auch diverse Mischungen aus Gummi bekannt, deren Klebeeigenschaften vielfältig sind. Probleme können entstehen, wenn die Inhaltsstoffe der Mischung ausdiffundieren, dann kann es zu Schäden an der Verklebung kommen. Gute Ergebnisse liefern deshalb Ein- oder Zwei-Komponenten-Kleber.

Schiefer und Metall verkleben

Diese Arbeiten sind nicht ohne Risiken. Verschiedene Klebe-Eigenschaften sind zu berücksichtigen, denn die Metalle haben jeweils andere Besonderheiten. Ob Stahl, Aluminium, Messing oder Kupfer: Das Kleben ist dann durchaus eine anspruchsvolle Angelegenheit und mit ausreichender Materialkenntnis zu verbinden. Generell sind aber Zwei-Komponenten-Klebstoffe auf Pur- oder Epoxidharz-Basis zu empfehlen.

Glas und Schiefer

Auch bei der Kombination dieser beiden Werkstoffe sind Epoxidharz-Kleber zu empfehlen, weil so beste Ergebnisse erzielt werden. Dauerelastische Kleber sind eine gute Alternative.

Schieferplatten und Kunststoff

Der Kunststoff sollte besser duroplastisch sein. Wie bei Glas sind auch hier Zwei-Komponenten-Kleber auf Epoxidharz-Basis die besten Mittel für eine verlässliche Verbindung. Auch dauerelastische Klebstoffe werden mit gutem Erfolg verwendet.

Schieferplatten kleben: Die Arbeitsschritte

Wie bei anderen Klebeverfahren auch, müssen die zu behandelnden Flächen sauber, staubfrei und trocken sein. Wer sauber arbeiten und die Arbeit nicht unnötig verkomplizieren will, klebt alle angrenzenden Bereiche sauber ab. Die Stränge des Steinklebers trägt der Raumausstatter nunmehr längs an den Rändern auf. Dann folgt die Mitte der Platte mit Wellenformen, damit sich beim Aufdrücken der Kleber besser ausbreitet. Für eine optimale Verteilung sorgt ein Spachtel, mit dem er die Masse vollflächig aufbringt. Je nach Breite der Schieferplatte sind mehr oder weniger Klebestränge notwendig.

Unbedingt ist zu beachten, dass die „Topfzeit“ nur wenige Minuten beträgt. Der Kleber ist also ziemlich bald zu verarbeiten. Will sagen, die Komponenten, die verklebt werden sollen, müssen möglichst bald aufgesetzt und gegeneinander gedrückt werden. Wartet der Heimwerker zu lange, bildet sich auf dem Kleber eine Haut, die seine Eigenschaften mindert und das Arbeitsergebnis oft komplett ruiniert. Das Zeitfenster, das man für die Ausführung hat, ist je nach Umgebungstemperatur und Luftfeuchtigkeit unterschiedlich lang. Nach dem Aufsetzen der Schieferplatte bleibt noch etwas Zeit für leichte Korrekturen. Sind die Kleberückstände ausgehärtet, werden sie einfach abgeschnitten.

Wie bereits oben beschrieben, kommt es bisweilen zu Verformungen an den Kanten, die sich aber wieder zurückbilden, wenn der Schiefer ausreichend Platz hat. Beim Kleben kommt es zu diesem Phänomen, denn der Kleber gibt Wasser an den Schiefer ab. Bei grobem Material kommt es nicht zu einem störenden Eindruck, bei ebenem Schiefer fallen die Verformungen aber sehr negativ auf. Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Ausformungen erst ergeben, wenn der Kleber noch nicht ganz fest ist. Dann hebt sich der Rand nur etwas und findet wieder ins Klebebett zurück. Meist bleibt nichts zurück, nur die bereits erwähnte Klangprobe bestätigt, dass die Ränder lose sind.

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