Gesundheit & Medizin

Welche klare Brühe vor Darmspiegelung? Unsere Empfehlung

Gemüsebrühe
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Bei einer Darmspiegelung spielt die Ernährung eine bedeutsame Rolle. Die Ärzte geben eine Reihe von Empfehlungen, an die sich der Patient genau halten sollte. Klare Brühen sind ein zentraler Bestandteil der Vorbereitung auf eine Koloskopie.

Am Vormittag des Tages vor der ärztlichen Untersuchung kann der Betroffene noch feste Nahrung zu sich nehmen. Ab etwa 13 Uhr bis zur Darmspiegelung sind dann jedoch nur noch Getränke und klare Brühen erlaubt. Der Grund ist, dass dunkle Flüssigkeiten wie Kaffee, schwarzer und grüner Tee sowie Cola-Getränke die Darminnenwand einfärben. Und der untersuchende Mediziner kann unter diesen Umständen Veränderungen im Gewebe deutlich schlechter erkennen. Also am besten Wasser trinken oder klare Säfte, Früchte- und Kräutertees oder eben eine klare Suppe.

Klare Brühe vor Darmspiegelung: Grundlegende Informationen

Grundsätzlich wird eine Brühe – das Wort stammt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet „heiße Flüssigkeit“ – aus Gemüse, tierischen Knochen und Fleischabschnitten gekocht. Die Nährstoffe dieser Grundlage gehen ins Wasser über, und das Ergebnis ist eine klare, würzige, leicht getrübte Suppe (auch Fonds genannt). Damit erhält man eine gute Basis für andere Zubereitungen, die Brühe wird aber oft auch ohne eine weitere Verarbeitung konsumiert.

Eine klare Suppe, auch Kraftbrühe genannt, besteht also vor allem aus gekochtem Fleisch. Die Flüssigkeit schmeckt aromatisch und zeigt kein sichtbares Fett. Sehr häufig enthält die klare Brühe zusätzlich eine Suppeneinlage, die aber bei einer anstehenden Darmspiegelung nicht ratsam ist.

Hähnchenbouillon
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Welche klare Brühe eignet sich vor der Darmspiegelung? Verschiedene Arten von klaren Suppen kurz vorgestellt

Über die allgemein bekannten Suppen hinaus gibt es noch andere Grundstoffe, aus denen eine klare Brühe hergestellt wird:

  • Die Fischbrühe (Fischfond) kocht man aus Resten von diversen Speisefischen wie etwa Gräten und Köpfen oder auch von Hummer-Schalen.
  • Hildegard von Bingen beschreibt eine Kalbsfuß-Suppe oder -brühe.
  • Unter Fischsud versteht der „Gourmet“ eine Brühe aus Wasser, Zwiebeln, Kräutern, Möhren sowie Gewürzen (Pfeffer, vielleicht Zitrone, Essig oder Wein). Fischanteile werden unter dieser Bezeichnung verarbeitet und Schalentiere, aber auch Geflügel. Das langsame Garen erfolgt bei schwacher Hitze.
  • Ausgangsprodukte für eine Fleischbrühe sind Rind-, Kalb- und auch Lammfleisch. Allerdings gibt es helle und auch dunkle Sorten, was bei einer Koloskopie bedeutet: Die hellen Brühen sind zu bevorzugen, weil sie die Untersuchung nicht beeinträchtigen.
  • Als Bouillon bezeichnet man eine kräftige Rinderbrühe. Kommen noch Anteile von Hackfleisch, Wurzelgemüse und Eiweiß hinzu, ist eine Kraftbrühe das Resultat. Brühe und Fleisch sind im Verhältnis von fünf zu eins in der Suppe enthalten.
  • Wie der Name unschwer erkennen lässt, verwendet der Koch für eine Geflügelbrühe vor allem Hühnerfleisch. Zur Verfeinerung ergänzt er den Fond mit Tauben oder anderem Geflügel.
  • Für eine Gemüsebrühe (auch Wurzelbrühe) bildet gemischtes Gemüse die Basis, also hauptsächlich Wurzelgemüse wie Suppengrün, außerdem Kräuter und Pilze. Beim Kochen sollte etwas Pflanzenöl hinzugegeben werden, um die fettlöslichen Aromastoffe zu binden.

Besonders die Bezeichnung „Gemüsebrühe“ kann für den Koloskopie-Patienten als eine nachdrückliche Aufforderung gelten, ein anderes Produkt zu wählen. Etwa eine Rinderbrühe, die meist tatsächlich klar und ohne störende Gemüse-Partikel ist. Gleiches gilt für eine Suppe aus Hühnerfleisch, und bei Fertigprodukten ist es besser, wenn der Betroffene das Produkt bereits kennt und sicher sein kann, dass keine störenden Anteile enthalten sind.

klare brühe
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Vorsicht auch bei Instant-Produkten

Vor allem sollte der Patient unbedingt auf eine Einlage in der Suppe verzichten, denn dann ist ganz sicher mit Gemüseanteilen zu rechnen, die dem Arzt die Sicht erschweren können. Aus dem selben Grund stehen auch Instant-Brühen auf der Verbotsliste. Der Lebensmittel-Handel bietet zwar diverse Produkte etwa als Gemüse- oder Rinds-Bouillon an, aber oft sind darin kleine Bestandteile enthalten, die ähnliche Probleme bei der Koloskopie verursachen können.

Die Zutatenliste auf der Verpackung eines namhaften Anbieters nennt zum Beispiel klein geraspelte Zwiebeln, Sellerie, Petersilie oder Karotten im niedrigen Prozentbereich. Aber auch derart geringe Anteile sind vor einer Darmuntersuchung nicht zu empfehlen. Schon kleinste Gemüsestückchen können dem behandelnden Arzt die Sicht erschweren und in der Folge die Untersuchungsergebnisse als zweifelhaft erscheinen lassen.

Die Vorbereitung einer Darmspiegelung

Eine klare Rinder- oder Hühnerbrühe ist bei einer Koloskopie noch aus einem anderen Grund ein wichtiger Bestandteil der Ernährung. Weil die Nahrungsaufnahme mindestens für einen halben Tag sehr eingeschränkt sein soll, stellen Suppen eine gute Alternative zu den gewohnten Nährmitteln dar. Denn der Anteil an essentiellen Proteinen, Vitaminen und Mineralien ist in Fleischbrühen relativ hoch, so dass der Patient auch bei reduzierter Nahrungsaufnahme ausreichend mit Nährstoffen versorgt bleibt.

Denn immerhin soll der Betroffene bereits zwei Tage vor der eigentlichen Untersuchung seine Ernährungsweise umstellen und nur noch leichte Kost zu sich nehmen. Gemüse und Obst gehören nun nicht mehr auf den Speisezettel, das gilt auch für fettes Fleisch und ölige Speisen. Damit entfallen für viele aber wesentliche Bestandteile ihrer Basisversorgung, was den Organismus schwächen kann. Den entstandenen Versorgungsmangel kann der Patient aber mit einer klaren Brühe ausgleichen, die er auch mehrfach trinken und so für eine ausreichende Zufuhr von Nährstoffen sorgen kann.

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