Gesundheit & Medizin

Welche Leberwerte sind gefährlich?: Darauf sollte man achten

Welche Leberwerte sind gefährlich
Natali_ Mis/shutterstock.com

Die Leber gehört zu den wichtigsten Organen im menschlichen Körper. Sie ist zuständig für die Synthese und den Abbau diverser Substanzen. Hierbei handelt es sich um Verstoffwechselungen. Das Blut wird entgiftet. Aber auch im Bereich der Verdauung und der Blutgerinnung hat die Leber ihre Finger im Spiel. Zudem hat sie auch ihren Einfluss auf das Immunsystem. Sie steht im Zusammenhang sowohl mit dem Kohlenhydrat- als auch mit dem Eiweiß- und dem Fettstoffwechsel. Die Leber hat die Aufgabe, giftige Produkte in eine ausscheidbare Form zu bringen, so dass diese über den Urin oder den Stuhl ausgeschieden werden können.

Das Blutbild kann anhand bestimmter Werte Aufschluss darüber geben, wie funktionstüchtig und gesund die Leber ist. Sind diese Werte ab der Norm, so liegt in der Regel eine Grunderkrankung vor. Dies sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen, da die Leber unseren Körper entgiftet. Kann sie das aus irgendwelchen Gründen nicht mehr richtig leisten, wird es für Leib und Leben gefährlich.

Erhöhte Leberwerte und die Symptome

Wenn im Blutbild erhöhte Leberwerte festgestellt werden, so sollte dies immer ein Anlass für weitere Untersuchungen sein. Das tückische an der Leber ist nämlich, dass sie selbst über keinerlei Schmerzrezeptoren verfügt, so dass sich Erkrankungen der Leber nicht direkt durch Schmerzen bemerkbar machen können. Wichtig für eine Therapie ist es zudem, die Lebererkrankung frühzeitig zu diagnostizieren. Treten bereits umliegend Schmerzen auf, dann ist es für eine Behandlung in den meisten Fällen bereits zu spät. Es können aber auch andere Symptome auf eine leidende Leberfunktion hindeuten. Hierzu gehören vor allem Müdigkeit und ein Leistungsabfall. Es kann zu Konzentrationsstörungen kommen sowie Schmerzen und Druck im rechten Oberbauch. Der Urin wird dunkler und der Stuhl nimmt eine lehmfarbene Färbung an.

Das Blutgefäßsystem erleidet einen Überdruck mit einem Stau in den Eingeweiden. Im Gehirn entstehen Vergiftungserscheinungen und ein Leberkrebs droht. Bei einer Lebererkrankung sterben immer mehr der wertvollen und spezialisierten Leberzellen ab. Teilweise können diese wieder nachwachsen. Dies funktioniert aber nur solange, wie die Leber noch nicht zu stark angegriffen ist. Sogenannte Fresszellen machen sich über die abgestorbenen Leberzellen her. Hieraus können Entzündungen entstehen. Es werden weiter Botenstoffe freigesetzt welche dazu führen, dass vermehrt Fettgewebe angesiedelt wird. Dies wiederum führt zu einer Fettleber.

Welche Leberwerte sind gefährlich? Weitere Symptome im Überblick

Das Gewebe vernarbt, so dass eine Narbenleber oder auch Schrumpfleber entsteht. Diese entwickeln sich aus der sogenannten Leberzirrhose, welche das Endstadium darstellt. Das Bindegebe macht nun einen Großteil der Leber aus. Hierdurch werden weitere Symptome hervorgerufen. Darunter kann es zu einem Blutstau kommen, in dessen Folge die Gefäße im Bauch und in der Speiseröhre anschwellen. Es entsteht weiter eine Bauchwasserzucht und eine Milzvergrößerung. Weitere Beschwerden können eine Hepatische Enzephalopathie sein. Die Leber hat die Aufgabe, Ammoniak zu neutralisieren. Ammoniak entsteht, wenn Eiweiße abgebaut werden.

erhöhte leberwerte
Yevhen Vitte/shutterstock.com

Ammoniak selbst ist ein starkes Zellgift. Gelingt es der Leber nicht mehr in ausreichendem Maße, das Ammoniak abzubauen, reichert sich dieses an. In dessen Folge kann es zu einem Hirnödem kommen. Weiter kann ein Leberschaden auch ein Leberkoma hervorrufen. Diesen Zustand erreicht die Leber am Ende einer Ammoniakvergiftung. Häufig wird diese Symptomatik bei Alkoholikern festgestellt. Aber auch eine Virushepatitis oder eine Leberintoxikation können zu einem Leberzerfallskoma führen. Ist bereits eine Leberzirrhose eingetreten, so kann hieraus ein hepatozelluläres Karzinom erwachsen, also Leberkrebs.

Welche Leberwerte gibt es?

Es gibt mehrere unterschiedliche Leberwerte. Hierzu gehören GOT, GPT, AP, GGT, CHE, LDL, GLDH und Albumin. Eine Erhöhung dieser Werte deutet auf eine Erkrankung hin, da die Leberzellen schwinden und Eiweiße an das Blut abgesondert werden. Immer dann, wenn Leberzellen geschädigt werden oder absterben, zerplatzen sie. Der Inhalt ist dann im Blut messbar.
Bei Frauen gilt ein Normwert für den GOT Wert zwischen 10 und 35 U/l. Bei Männern kann dieser Wert bis 50 U/l hochgehen. Der GPT Wert sollte bei Frauen 19 U/l betragen und bei Männern 23 U/l. Für den GGT Wert gilt eine Norm von 36 U/l für Frauen und 66 U/l für Männer.

Die Alkalische Phosphase sollte sich in einem Bereich von 60 bis 180 U/l bei Frauen und Männern gleichermaßen bewegen. Bei den vorigen Werten handelt es sich um Normwerte bzw. Grundwerte der Leberfunktion. Bei einer Lebererkrankung kommen noch weitere Werte ins Spiel. Hierunter beispielsweise das Bilirubin. Es sollte einen Wert von 1,0 mg/dl bei Frauen als auch Männern nicht übersteigen. Der Kupfergehalt sollte bei Frauen zwischen 11,6 und 19,2 µg/dl und bei Männern zwischen 12,4 und 20,6 µg/dl liegen. Gleiches gilt für die Eisenwerte. Transferrin bewegt sich in einem Rahmen von 13 – 651 µg/dl bei Frauen und bei Männern zwischen 4 und 665 µg/dl.

Das Fibronogen im Plasma beträgt bei Frauen im Normbereich zwischen 200 und 450 mg/dl und bei Männern ebenso. Antithrombin-III sollte bei Männern und bei Frauen laut Norm zwischen 80 und 120 % betragen. Der Quickwert umfasst im Normbereich eine Spanne von 70 -120 % bei Männern und Frauen. Für die Plasmathrombinzeit werden 20 – 38 Sekunden bei Männern und Frauen gleichermaßen vorgegeben. Der Harnstoff im Serum sollte jeweils zwischen 10 und 50 mg/dl betragen. Zuletzt darf der Wert für Albumin den Rahmen von 56 – 68 % bei beiden Geschlechtern nicht verlassen.

Der GOT Wert

Der GOT Wert steht im Zusammenhang mit der Energiegewinnung aus Kohlenhydraten. Das GOT Enzym findet man in den Mitochondrien. Eine Erhöhung dieses Wertes kann auf schlimme Erkrankungen wie eine Leberzirrhose, einen Gallenstau oder eine Hepatitis hindeuten. Aber auch bei anderen schweren Erkrankungen wie einem Schlaganfall, einem Herzinfarkt, einer traumatischen Muskelverletzung oder einer Lungenembolie ist der GOT Wert erhöht. Glutamat-Pyruvat-Transaminase, kurz GPT, ist im Zytoplasma der Zellen zu finden. Patienten, die unter einer akuten Hepatitis leiden oder eine schwere Pilzvergiftung haben, weisen erhöhte Werte auf.

leber funktionsweise
Shidlovski/shutterstock.com

Das gilt auch für eine chronische Hepatitis und entzündliche Reaktionen der Gallenwege. Der GPT Wert ist weiter leicht erhöht, wenn eine Fettleber oder eine Leberzirrhose vorliegt, eine leichte Hepatitis oder Leberkrebs. Die Erhöhung des Wertes kann auch infolge eines Herzinfarktes auftreten. Ein Bestandteil der Zellmembran ist GGT. Dieser Wert kann schnell erhöht sein. Sind keine weiteren Werte auffällig, so kann von einem unsachgemäßen Alkoholumgang ausgegangen werden. Im Zusammenhang mit anderen auffälligen Werten kann ein Leberkrebs vorliegen, ein Gallenstau oder Metastaysen. Ein Schlaganfall erhöht ebenfalls den GGT Wert. Der Wert AP steht ebenfalls für ein Enzym. Auch hier deuten erhöhte Blutwerte auf einen Gallenstau, eine Leberzirrhose oder eine Hepatitis hin.

Gallenstau und Blutergüsse

Ein Gallenstau kommt dadurch zustande, dass die Gallenflüssigkeit nicht mehr richtig abfließen kann. Die Leberzellen leiden in dessen Folge. In der Diagnostik wird hier zusätzlich der Wert des Bilirubin hinzugezogen. Es handelt sich hierbei um ein Abbauprodukt des Hämoglobin. Sind größere Mengen Bilirubin im Blut feststellbar, so kann von einem Gallenstau durch Gallensteine ausgegangen werden. Dies wiederum kann zu einer Gelbsucht führen. Ebenfalls erhöht ist der Wert bei einem Bluterguss oder einem Lungeninfarkt. Bei einem Leberversagen, einer Hepatitis oder dem Gilbert-Meulengracht-Syndrom gilt das gleiche.

Wie funktioniert die Leber?

Die Leber funktioniert weiter auch als Speicher. Sind die Blutwerte auffällig, so kann dies auf eine Störung des Speichers hindeuten. Die Leber speichert beispielsweise Kupfer. Ist die Konzentration zu hoch, kann ein Leberschaden vorliegen. Erhöhte Eisenwerte wiederum deuten auf eine Leberzirrhose, eine Hepatitis oder Leberkrebs hin. Auch bei einer Hämochromatose oder einer Thalassämie steigen die Eisenwerte an. Die Leber ist auch zuständig für die Herstellung der Gerinnungsfaktoren, des Harnstoffes und von Albumin. Ist die Leber angegriffen, so weichen die Blutwerte deutlich ab. Funktioniert die Blutgerinnung nicht richtig, kommt es zu schwer stillbaren und anhaltenden Blutungen.

Auch sind die hohen Blutwerte ein Risikofaktor für Schlaganfälle, Herzinfarkte oder eine Lungenembolie. Antithrombin hemmt die Blutgerinnung. Ist der Wert erhöht, kann eine Leberschädigung vorliegen. Ein niedriger Quickwert hingegen kann auf eine Leberfunktionsstörung hinweisen. Der Wert PTZ stark erhöht, kann auch hier eine Leberzirrhose vorliegen. Weiter ist auch ein zu niedriger Harnstoffwert ein Indiz dafür, dass ein Leberschaden vorliegen kann. Ist der Wert für Albumin sehr niedrig, dann kann dies auf eine Leberzirrhose hindeuten oder auf eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung.

Dir gefällt unser Content?

Interessantes aus dem Web