Gesundheit & Medizin

Wie lange dauert der Muskelaufbau nach einer Hüft OP?

regeneration nach hüft op
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Infolge einer Hüftoperation kommt es oftmals zu einer länger andauernden Immobilisierung. Die Patienten können sich längere Zeit nicht bewegen, da jede Bewegung mit Schmerzen verbunden und den Heilungsverlauf hinauszögern kann. Werden die Muskeln des Bewegungsapparats nicht genutzt, bauen sich diese schon nach kurzer Zeit ab. Der anschließend notwendige Muskelaufbau nach einer Operation kann je nach Person viel Zeit in Anspruch nehmen und erfordert Geduld.

Rehabilitationsphase: So lange dauert der Muskelaufbau nach einer Hüft OP

Von grundlegender Bedeutung ist es, dass der Patient im Anschluss an die Operation eine Rehabilitationsmaßnahme erhält, um sein neues Gelenk optimal nutzen zu können. Diese Maßnahme betrifft vor allem physiotherapeutische Behandlungen, die den Muskelaufbau fördern sollen. Wie lange kann dieser Aufbau dauern? Grundsätzlich hängt der Wiederaufbau der Muskulatur nach einer Hüftoperation davon ab, wie die Operation verlaufen ist und in welchem Ausmaß Einschränkungen infolge von Schmerzen oder Schädigungen der Nerven vorhanden sind. Im besten Fall kann der Muskelaufbau innerhalb von wenigen Wochen abgeschlossen sein.

In manchen Fällen kann es jedoch notwendig sein, mehrere Monate lang an der Rehabilitation zu arbeiten, bevor die gewünschten Ergebnisse erzielt werden. Zu bedenken ist in diesem Zusammenhang, dass sich besonders häufig ältere Menschen einer Hüftoperation unterziehen müssen, die an weiteren Komorbiditäten leiden.

Insbesondere muss bedacht werden, dass die schrittweise Steigerung der Belastung für den Körper essenziell ist, damit das neue Gelenk optimal genutzt werden kann; denn die möglichst komplikationsfreie Nutzung des neuen Gelenks ist untrennbar mit dem Muskelaufbau verbunden. Zudem sollten regelmäßige Kontrolltermine vereinbart werden und gegebenenfalls die Intensität und Dauer der physiotherapeutischen Übungen angepasst werden.

Tipps für eine schnellere Rehabilitation

Patienten können nach der Entlassung aus dem Krankenhaus und auch nach einer stationären Rehabilitationsmaßnahme selbst dazu beitragen, den Genesungsprozess zu fördern.
Hierzu eignen sich folgende Tipps:

  • Es sollte ein ergonomischer Stuhl mit guter Rückstützung verwendet werden. Ein entsprechend gestalteter Stuhl kann dabei helfen, den Körper in der richtigen Position zu halten und gleichzeitig Komfort zu bieten.
  • Patienten sollten versuchen, auch beim Sitzen die Ober- und Unterschenkel auf gleicher Höhe zu halten und es vermeiden, eines der Beine hochzulegen.
  • Langes Stehen oder Sitzen ohne Bewegung für lange Zeiträume sollte vermieden werden.
  • Gehstützen oder Rollatoren sorgen für mehr Stabilität. Dadurch kann das Risiko von Stürzen minimiert und die Bewegungskontrolle erhöht werden.
kinesio tape
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Welche Art von Operationen an der Hüfte sind besonders häufig?

Hüftoperationen sind heutzutage sehr verbreitet und gelten als Routineeingriffe. Hüfte und Becken spielen eine zentrale Rolle im menschlichen Körper und der Umstand, dass Gelenke mit der Zeit abnutzen, führt vor dem Hintergrund einer älter werdenden Bevölkerung zu immer mehr Hüftoperationen. Häufig wird eine Hüft-TEP (Totalendoprothese) implantiert. Die Operation macht oftmals Revisionseingriffe erforderlich. Bei einer Hüft-TEP ersetzt der Chirurg das kranke Gelenk durch ein künstliches Hüftgelenk, bestehend aus Metall-, Kunststoff- oder Keramikteilen. Die neuen Teile ermöglichen es dem Patienten, sich wieder frei und weitgehend schmerzfrei zu bewegen.

Ein Revisionseingriff ist nötig, wenn das künstliche Hüftgelenk nach mehreren Jahren verschlissen oder beschädigt ist. In diesem Fall wird das alte Gelenk entfernt und durch ein neues ersetzt. In manchen Fällen kann es notwendig sein, den Oberschenkelknochen bei einer Hüft-OP anzupassen. Diese Art von Operation wird als Femurosteotomie bezeichnet und kann bei Patienten mit Knochenfehlstellungen oder -deformitäten helfen, die Beweglichkeit wiederherzustellen und die Schmerzen während des natürlichen Bewegungsablaufs zu lindern.

Eine weitere Option ist die (Triple-)Osteotomie der Hüfte, bei der der Chirurg den Beckengürtel anpasst, um die Belastung des Gelenks zu reduzieren und so die Beweglichkeit zu verbessern. Insgesamt sind Hüftoperationen sehr komplex und erfordern viel Erfahrung des Operateurs sowie viel Geduld vom Patienten.

Warum bilden sich nach einer Hüft-OP die Muskeln zurück?

Nach einer Hüftoperation bilden sich die Muskeln des gesamten Bewegungsapparats häufig zurück. Dies ist auf den reduzierten Einsatz der Muskeln infolge der Operation zurückzuführen. Da der Patient weniger beweglich ist und sich weniger körperlich belasten kann, wird die Muskulatur nur noch unzureichend beansprucht. Die Einschränkungen der Mobilität und der damit verbundene Rückgang der Muskulatur sind in den anhaltenden Schmerzen nach der Operation begründet.

Die teils kaum erträglichen Schmerzen hindern den Patienten oft daran, aktiv an physiotherapeutischen Übungen teilzunehmen oder aktiv am Rehabilitationsprozess mitzuwirken. Auch wenn teils hochpotente Schmerzmedikamente verschrieben werden, um den Schmerz zu lindern, kann die analgetische Wirkung nicht immer ausreichend sein, um den Patienten vollständig zu mobilisieren.

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