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4 Tipps für erfolgreiche Eigenleistung beim Hausbau

Bildquelle: Rawpixel

Wer den Bau seines Hauses nicht komplett der Baufirma überlassen möchte, kann durch die Eigenleistung selbst Hand anlegen. Wenn Teilwerke vom Bauherren übernommen werden, spart das nicht nur Kosten, sondern führt auch zu günstigeren Hypothekenzinsen und steigert die Wahrscheinlichkeit, ein Darlehen für den Hausbau zu erhalten. Mit diesen vier Tipps wird das Eigenwerk zum Erfolg.

1. Handwerkliches Können und Kosten richtig einschätzen

Falsch eingeschätzte handwerkliche Fähigkeiten können nicht nur zu Verzögerungen im Bau, sondern auch zu großen Mehrkosten und gefährlichen Schäden führen. Deshalb sollten Bauherren ihre Möglichkeiten genau überdenken. Zu Arbeiten, die auch Amateure übernehmen können, zählen zum Beispiel das Verlegen von Fliesen und Laminatboden, Malerarbeiten oder Spachteln und Schleifen. Die Installation von Heizungstechnik, Gas und Sanitäranlagen hingegen sollte immer dem Profi überlassen werden.

Es macht zudem Sinn, vorher die Kosten für die Eigenleistung zu berechnen. Gerade Fliesen und Farbe können von Bauunternehmen oft deutlich günstiger eingekauft werden als von Heimwerkern. Zudem kann das nötige Werkzeug fehlen – und nicht in jedem Falle lohnt sich die Anschaffung. Rechnen Sie auch die nötige Zeit mit ein: Als Laie haben Sie weniger Routine bei der handwerklichen Arbeit und benötigen mehr Arbeitsstunden als das erfahrene Bauunternehmen.

2. Leistungsbeschreibung genau prüfen

Für die Eigenleistung und daraus resultierende Mängel oder Schäden haftet die beauftragte Baufirma nicht – das Gleiche gilt für die privaten Bauhelfer. Damit dennoch Regressansprüche gegenüber der Baufirma bestehen, müssen Bauherren im Vertrag eindeutig formulieren, wo die eigene Arbeit beginnt und wo noch die Experten am Werk sind. Dazu gehört auch, festzulegen, wer für welche Mängel oder Risiken aufkommen muss. Um sicherzugehen, dass der Leistungsumfang wie besprochen auch im Vertrag festgehalten wurde, sollten Sie diesen von einem Fachmann prüfen lassen. Vor der Eigenleistung beim Hausbau sollten Bauherren die vorherigen Arbeiten der Baufirma sorgfältig überprüfen.

Ein Sachverständiger kann helfen, die Arbeit abzunehmen und Mängel zu dokumentieren. Beginnen Sie erst nach der Abnahme, selbst zu bauen. Im Gegensatz kann der Bauleiter auch Ihr Werk abnehmen, bevor der nächste Handwerker zu arbeiten beginnt. So ist immer klar, wer für einen Schaden verantwortlich war. Die Leistungsbeschreibung ist auch ausschlaggebend für den Hauspreis. Je mehr Leistungen Sie selbst übernehmen, desto geringer fällt am Ende auch der Preis für das Haus aus. Als Grundlage dienen hierbei Ausbaustufen der Baufirmen. Am günstigsten ist ein Bausatzhaus gefolgt von Ausbauhäusern. Die Preise für schlüsselfertige Häuser sind hingegen am höchsten, da hier so gut wie alle Arbeiten von der Baufirma übernommen werden.

3. Muskelhypothek bei der Baufinanzierung anbringen

Die Muskelhypothek bezeichnet die Kosten, die durch eigene Mithilfe gespart werden. Dadurch kann die Darlehenssumme reduziert werden, aber auch die Zinskonditionen für den Baukredit einer Bank können günstiger ausfallen. Die meisten Banken erkennen zehn bis fünfzehn Prozent der Bausumme als Eigenleistung an. Wie viel das am Ende ist, findet der Bauherr gemeinsam mit einem Finanzberater beim Erstgespräch heraus. Hier werden die Charakteristika der Finanzierung geklärt und die Darlehenssumme berechnet.

4. Bauhelfer ausreichend absichern

So sehr Sie auch aufgepasst haben – Probleme können auftreten. Für gewöhnlich haftet dann der Bauherr. Er muss selbst für Mängel zahlen und für eventuelle Unfälle der Bauhelfer aufkommen. Deshalb sollten Bauherren nicht bei der Absicherung sparen. Alle privaten Helfer, zum Beispiel Freunde und Familienmitglieder, müssen spätestens sieben Tage nach Baubeginn bei der Berufsgenossenschaft angemeldet werden. Nur dann greift auch die gesetzliche Unfallversicherung.

Eine Bauherrenhaftpflichtversicherung deckt darüber hinaus Schadenersatzansprüche ab. Sie greift auch bei Eigenleistung und bietet für einen etwas höheren Beitrag meist die zusätzliche Möglichkeit, private Helfer mitzuversichern. Übrigens: Bauherren sind verpflichtet, durch die Bereitstellung von Helmen und Arbeitskleidung für den Schutz ihrer Helfer zu sorgen. Nur so können Sie sichergehen, dass beim Hausbau alles reibungslos verläuft.