Gesundheit & Medizin

Bremsenstich: Symptome, Behandlung und Hausmittel

bremsenstich
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Die Bremse zählt zur Gattung der Fliegen. Je nach Region bezeichnet man sie als Blinder Kuckuck, Bräme, Dase oder Blinde Fliege. Auch wenn Bremsen wie gewöhnliche Stubenfliegen ausschauen, so sind sie allerdings heller und etwas größer. Als grau-braune Fliegen haben sie winzig dunkle Punkte. Die besonders aufdringlichen Insekten sind zwischen den Monaten April und August in Mitteleuropa sehr aktiv und zeigen sowohl großes Interesse an Kühen, Pferden und Rindern auf der Weide als auch am Menschen. Nachfolgend erfährt man alles Wissenswerte über diese lästigen Fliegen und die mitunter schmerzhaften Stiche.

Bremsenstich: Wo Bremsen zu finden sind

  • Im Garten

Viele der Hobbygärtner stellen im Garten große Wasserbehälter auf, um das Regenwasser aufzufangen. Allerdings sollte das Wasser auch möglichst bald zum Gießen verwendet werden, da sich ansonsten die Bremsen vermehren. In einigen Gärten sind Teiche zu finden, an welchen es auch diese Insekten gibt. Wenn man sich an warmen Tagen in der eigenen grünen Oase aufhalten möchte, empfiehlt es sich auch gerade bei Gartenarbeiten, helle und weite Kleidung zu tragen, da die Insekten ansonsten durchbeißen können. Wer sich gerne in seinen Garten setzen möchte und sich dabei nicht aus der Ruhe bringen lassen will, kann auch zu Teebaumöl, Citronellöl oder Zedernöl greifen. Denn die Bremsen können den Geruch der ätherischen Öle nicht leiden.

  • Am Badesee

Die Eier legen die Bremsen in Feuchtbiotopen mit Wasserpflanzen oder Schilf oder in schlammigen Ufern ab. Aus diesem Grund ist es möglich, dass man in den Uferbereichen durch die Weibchen stark belästigt wird. Wird sich mit dem Schlauchboot oder der Luftmatratze in Richtung Seemitte bewegt oder vom Ufer weggeschwommen, verfolgen einen lediglich wenige Bremsen. Es kann sein, dass man ein, zwei oder drei Tierchen bemerkt und rasche Reaktionen zeigt. Da Bremsen im Wasser hilflos sind, empfiehlt es sich, sie zu erschlagen und zu ertränken.

  • Beim Radfahren

Ein Bremsenangriff kann auf dem Fahrrad gefährlich werden, wenn man nicht die Nerven behält. Allerdings kommt einem auf dem Zweirad das Tempo zur Hilfe. Viele berichten, dass man den hartnäckigen Bremsen auf dem Fahrrad bei einer Mindestgeschwindigkeit von zwanzig Stundenkilometern entkommt, selbst wenn sie rascher fliegen können.

  • Beim Wandern

Wer sich vor allem im Juli bei einem Feuchtbiotop aufhalten will, sollte eine lange Hose, eine langärmlige, weite und helle Bluse oder Jacke anziehen, um sich vor starken Bremsenattacken zu schützen. Dazu ist es auch wichtig, um den Kopf ein Moskitonetz zu tragen. Selbst wenn durch Felder und an Waldrändern gewandert wird, kann man heftig von Bremsen angegriffen werden. Was dagegen hilft, ist das erweiterte Wahrnehmen für die Landschaft und die Umgebung. Dabei sollte man sich umsehen, damit Nester mit viel Bremsen erkannt und die Gegend gemieden wird.

Des Weiteren empfiehlt es sich, auf die Pflanzen beim Laufen zu achten. Man erkennt feuchte Landstriche an der Vegetation. Dunkle Wiesen und Binsen weisen darauf hin, dass es auf oder im Boden Wasserrückstände gibt. Sumpfdotterblumen oder andere Blumen mögen genauso wie die Bremsen die Ränder der kleinen Bäche und Sümpfe.

biss einer bremse
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Was bei einem Bremsenstich passiert

Bei der Bremse geht es um einen geschickten und schnellen Flieger. Sie verfolgt ihren Wirt so lange, bis sie gestochen hat. Dazu sucht sie sich gerne die Ohren, das Gesicht oder andere schwach behaarte Körperbereiche aus, an welchen sie Blut saugen kann. Die Bremse verfügt über einen starken Saugrüssel. Mit dem hinterlässt sie Wunden, die für ein Insekt besonders groß sind. Solche Wunden bluten ziemlich lange nach. Der Betroffene verliert pro Mahlzeit der Bremse 0,2 Milliliter Blut. Durch die Blutung kann es dazu kommen, dass sich der Stich entzündet. Schlimmstenfalls tritt sogar eine Blutvergiftung auf. Beim Opfer klebt die Bremse an seiner Haut fest. Selbst wenn man nach ihr schlägt, fliegt sie auch nicht davon.

Der Stich ist wegen der Hartnäckigkeit angeschwollen. Er schmerzt ganz besonders. Um den Stich zu behandeln, muss das Insekt weg.

Mögliche Beschwerden und Symptome

Es gibt bei eindeutigen Anzeichen kein Zweifel daran, dass eine Bremse zugestochen hat. Weil sie besonders nervig ist, wissen viele sowieso, dass es das Insekt war. Allerdings kann man auch den Stich sofort spüren. Nachdem man gestochen wurde, sind die Schmerzen groß. Beim Stich gibt es keine Schwellung, sondern er bildet einen großen Quaddel. Die Haut färbt sich um die Einstichstelle herum großflächig dunkelrot. Dabei fängt sie an, stark zu jucken. Den Bremsenstich spürt man besonders lange. Mindestes zwei Wochen kann es dauern, bis die Schmerzen verschwunden und die Stichwunde ganz verheilt ist.

Wie gefährlich ist der Bremsenstich?

Oft ist der Stich von der Bremse harmlos. Jedoch können trotz allem Gefahren lauern. Denn es besteht das Risiko von einer Bremsenstichallergie oder einer Bremenstiftblutvergiftung. Der Stich kann sich schnell entzünden. Insbesondere eine Bremsenstichallergie ist riskant. Wer allergische Reaktionen darauf zeigt, sollte bei einem Stich unmittelbar einen Arzt konsultieren. Wenn das nicht passiert, ist es möglich, dass der Stich Atemnot und schlimmstenfalls einen lebensgefährlichen Schock auslöst. Deswegen sollten Allergiker stets eine Notfallspritze bei sich tragen. Wird man mit einer Bremse konfrontiert, müssen sofort Gegenmaßnahmen erfolgen. Neben einer eventuellen Bremsenstichallergie können Bremsen durch ihren Stich Erkrankungen übertragen. Selbst außerhalb von den Tropen oder Afrika gelten diese Insekten als Überträger von Weischer Krankheit, Milzbrand, Tularämie, Lyme-Borreliose und anderen vielen schweren Erkrankungen.

Vor allem Heranwachsende sind besonders gefährdet, da sie die Bremsen nicht richtig einschätzen können. Säuglinge, welche in dem Kinderwagen im Außenbereich schlafen oder selbst Kleinkinder, welche nah bei einem Gewässer spielen, sind dem Risiko eines Stichs ausgesetzt. Sticht die Bremse zu und entzündet sich der Stich, ist das bei Heranwachsenden besonders gefährlich, auch wenn sie keineswegs an einer Bremsenstichallergie leiden. Es kann eine Bremsenstichblutvergiftung auftreten, welche für Kinder gleich lebensgefährlich ist.

Wie kann ein Biss behandelt werden?

Der Biss sollte gereinigt werden. Zudem ist eine antiseptische Salbe oder Spray aufzutragen, damit man die Wunde sauber hält und Juckreiz sowie Irritationen reduziert. Oft kann ein Bremsenstich binnen weniger Tage selbst heilen. Jedoch sollte man auf Anzeichen einer Infektion achten, wie etwa übler Geruch oder übermäßiger Eiter. Treten ungewöhnliche Symptome auf, ist ein Arzt aufzusuchen. Dasselbe gilt, wenn der Bremsstich zu einen ausbreitenden Hautausschlag, Atembeschwerden oder sich verschlimmernden Schmerzen führt.

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Hausmittel gegen Bremsenstiche

Wer von einer Bremse gestochen wurde, kann einige Hausmittel anwenden. Diese werden nachfolgend etwas näher erläutert.

  • Zwiebel

Bei vielen kommt in der Küche die Zwiebel zum Einsatz. Sie gibt dem Essen eine gewisse Würze. Zudem verringert sie den Juckreiz und wirkt abschwellend. Die Bremsen halten sich wegen des starken Geruchs fern. Man schneidet ein Stück Zwiebel ab und legt es auf den Insektenstich.

  • Weinessig

Auf einen Lappen wird der Weinessig geträufelt und danach fest auf den Bremsenstich gedrückt. Dieses Hausmittel bietet gleich einige Vorteile. Es verhindert, dass es zur Entzündung des Stichs kommt. Der Weinessig kühlt die Stichwunde. Gegen eine eventuelle Bremsenstichblutvergiftung ist er eine hervorragende Prophylaxe.

  • Kokosöl

Das Kokosöl hat eine antibakterielle Wirkung. Es schützt damit vor Bremsen. Zudem lindert es den Juckreiz und trägt zur Wundheilung bei. Man gibt auf die Einstichstelle etwas Kokosöl und verreibt es gut. Die Anwendung sollte wiederholt werden, sobald wieder das Jucken beginnt.

  • Stichheiler

Der batteriebetriebene Stichheiler beruht sich auf konzentrierte Wärme von knapp über 50 Grad Celsius. Auf die Stichwunde hält man eine Kontaktfläche. Dann wird der Temperaturknopf gedrückt. Ein paar Sekunden später lassen die Schmerzen, der Juckreiz und das Brennen nach. Mit dem Stichheiler wird chemiefrei gearbeitet. Er kann hygienisch desinfiziert werden und ist der ideale Helfer für unterwegs und daheim.

  • Aloe Vera

Durch den Saft der Aloe vera erfährt man einen feuchtigkeitsspendenden und kühlenden Effekt. Die Stichstelle wird er beruhigen und lindern. Wer eine Aloe vera Pflanze zu Hause hat, kann von ihr ein Blatt ab- und ausschneiden. Dann wird der Saft entnommen und auf die Stelle gegeben. Das übrige Blatt kann man in den Kühlschrank legen und später erneut einsetzen.

  • Heißer Löffel

Damit der Stich sich nicht entzündet oder eine starke Schwellung bildet, ist das Eiweiß, welches die Bremse unter die Haut spritzt, zu zerstören. Allerdings funktioniert das erst ab mindestens 40 Grad Celsius. Um den Bremsenstich zu behandeln, sollte der Löffel mit einem Feuerzeug erhitzt werden. Danach testet man die heiße Stelle kurz an dem Stich. Ist es zu heiß, empfiehlt es sich, den Löffel ein bisschen abkühlen zu lassen. Als Nächstes wird auf die Einstichstelle das heiße Metall ganz fest gepresst. Dieser Vorgang muss möglichst oft wiederholt werden, bis der Schmerz abnimmt und sich die Stichschwellung stark verringert hat.

  • Kälte

Auch wenn ein Bremsenstich ganz schön schmerzen und jucken kann, sollte man trotzdem vermeiden, die Stichstelle zu kratzen. Wer auf den Stich einen Eiswürfel hält, wird rasch eine Erleichterung bemerken. Durch die Kälte wird die Stelle betäubt und den Betroffenen Ruhe geschenkt für einige Zeit.

  • Natron

Ist ein Bremsenstich angeschwollen, sorgt das zu einer Paste verrührte Natron für Erleichterung. Außerdem nimmt das Hausmittel auch den ersten starken Schmerz. Die Paste wird gemischt aus einem Teelöffel Wasser und drei Esslöffeln Natronpulver. In einer kleinen Schale rührt man alles zusammen an. Der Brei ist dann auf den noch frischen Bremsenstich aufzutragen. Wenn der Stich angeschwollen ist, muss die Paste 30 Minuten einwirken, ehe sie erneuert wird. Das Natron verhindert, dass die organischen Säuren, welche im Gift vom Insekt zu finden sind, in die Haut tief eindringen. Durch dieses Hausmittel werden die Säuren neutralisiert.

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