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Die Kehrtwende der Armbanduhr: Vom Zeitmesser zum digitalen Accessoire

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Die Geschwindigkeit des technologischen Fortschritts ist atemberaubend! Allein im letzten Jahrzehnt haben wir gesehen, wie sich die Technologien rasend schnell entwickeln – und damit auch die Gesellschaft insgesamt – Vor zehn Jahren hat gewiss noch niemand etwas von einem Instagram-Modell gehört. Die Geschwindigkeit des Wandels kann schwindelerregend sein. Dennoch bleiben einige Technologien auch während der Entwicklung konstant. Zumindest im u(h)reigensten Kern.

Eine solche Technologie ist die Armbanduhr. Einst war die Armbanduhr eines der prägendsten Geräte des 20. Jahrhunderts. Nicht nur im Alltag. Sie hat sich in die Tiefe des Meeres gestürzt, hat die höchsten Berge bestiegen und ist sogar auf dem Mond gelandet. Doch kaum da das Smartphone allgegenwärtig wurde, schien die Notwendigkeit einer Uhr endgültig erledigt zu sein. Und doch ist ihre Zeit scheinbar noch lange nicht abgelaufen!

Die Armbanduhr im Zeitraffer

Bis vor mehr als einem Jahrhundert war die Armbanduhr tatsächlich ein Accessoire für Frauen. Männern war eher die Taschenuhr am schicken Kettchen angedacht. Der Erste Weltkrieg änderte dies jedoch. Im Kugelhagel sowie im Schützengraben war eine Armbanduhr weitaus praktischer als die Taschenuhr. So wurde die Armbanduhr zu einem Unisex-Gegenstand und erlangte dadurch massive Popularität. Auch im Zweiten Weltkrieg waren Armbanduhren Standard beim Militär. In der Zwischenzeit bauten große Uhrmacher, wie die renommierten Schweizer Unternehmen Rolex und Omega, Uhren, die unter extremsten Bedingungen weiter ticken sollten. In den 1960er Jahren reisten entsprechende Armbanduhren in den Marianengraben und beschritten sogar die Mondoberfläche.

Somit war der Grundstein für eine weitere Entwicklung der Armbanduhren gelegt. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurden diese nicht nur zu einem unverzichtbaren Modestück, sondern zu einem wichtigen Werkzeug mit unterschiedlichen Zusatzfunktionen und diversen Spezialisierungen. Entsprechende Uhren wurden speziell für Taucher, Piloten, Soldaten, Bergsteiger und viele weitere Berufe und Hobbys entwickelt. Armbanduhren erhielten mit jeder neuen Entwicklung Dutzende neuer Funktionen und Merkmale – gleichwohl die zugrundeliegende Technologie Jahrhunderte alt war.

Der Wandel zum Modeaccessoire

Heute nehmen wir Armbanduhren eher als Accessoire mit Gadget-Funktionen wahr. Smarte Technologie vereint mit Anleihen aus dem alten, edlen Look. So darf ein zünftiges Armband, wie es beispielsweise bei Watchband Berlin zu finden ist, nicht fehlen. Und dazu die neueste App. Doch diese Entwicklung zum digital-technischen Accessoire hat bereits in den 70ern begonnen. Denn da kam es zu einer technologisch maßgeblichen Veränderungen der Armbanduhr. Batteriebetriebene Uhren, die sich auf Quarzkristalle stützten, um die Zeit zu halten, waren zum Teil weitaus genauer als die bis dahin rein mechanischen Uhren. Infolge dessen wurde die Digitaluhr in den 1980er Jahren zu einem Phänomen und bald waren Uhren so billig, dass man sie für ein paar Mark kaufen konnte. Dies stellte eine schwere Zäsur für die Uhrenindustrie dar!

Jedoch waren die damaligen Digitaluhren oft kastenförmig und nicht selten kein Augenschmaus. Genau dies war die Kerbe, in die traditionelle Uhrmacher schlugen. Ende der 80er Jahre war das Gleichgewicht wiederhergestellt, als allem voran die in der Schweiz hergestellten mechanischen Uhren als edle Modeartikel positioniert wurden. Die Armbanduhr wurde endgültig zum Accessoire. Dies wurde durch den Aufstieg des Mobiltelefons ab Mitte der 90er noch weiter befeuert. Ironischerweise waren es die klobigen, billigen Digitaluhren, die stattdessen das Zeitliche segneten. Qualitätsarbeit siegte über das seelenlose Massenprodukt.

Entwicklung bis heute

Armbanduhren müssten eigentlich doch längst ausgestorben sein. Ihre Kernfunktion ist die Zeitmessung. Und die ist heutzutage, zumindest auf diesem Wege, kaum noch eine Notwendigkeit. Sogar die exotischsten Funktionen, die Uhren im 20. Jahrhundert erhalten haben (wie Höhenmesser, Kompass, Taschenrechner und Thermometer, um nur einige zu nennen), wurden allesamt aufs Smartphone übertragen. Warum also stirbt die Armbanduhr nicht? Tatsächlich ist die Branche nach einigen Maßstäben kerngesund!

Die Armbanduhr überlebte so wie alles Andere auch – durch Anpassung! Gerade als das Handy und später das Smartphone die Funktionalität der allgemeinen Armbanduhr obsolet erscheinen ließ, entschied sich die Uhr, selbst smart zu werden. Smartwatches, wie wir sie heute kennen, erschienen Anfang der 2010er Jahre. Tatsächlich jedoch haben Erfinder seit Generationen versucht, Armbanduhren und Computertechnologie zusammenzuführen. Es gab Uhren mit Tonaufzeichnungsgeräten, Videodisplays, Telefonanruffunktionen und anderen in heutigen Smartphones üblichen Attributen. War es am Ende also die Armbanduhr, die der Zeit voraus war?

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