Gesundheit & Medizin

Oberschenkelkrämpfe: Ursachen und Gegenmaßnahmen

oberschenkelkrämpfe
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Autsch, es zieht, sticht und zuckt – schon wieder tut’s arg weh im Oberschenkel: Egal ob beim Sport, beim Schwimmen, egal ob nachts daheim im Schlaf oder lediglich beim Nichtstun, beim Sitzen vor dem Fernseher – wer hatte nicht schon einmal einen Oberschenkelkrampf, wer kennt nicht die damit verbundenen Schmerzen! Wenn Oberschenkelkrämpfe zwar im Normalfall nicht sehr lange dauern, so bedeuten sie für die meisten Betroffenen gleichwohl eine schmerzvolle Erfahrung – dies umso mehr, wenn es nicht bei einem einmaligen „Vergnügen“ bleibt.

In der Regel sind von den Oberschenkelkrämpfen Muskelstränge betroffen, die quer liegen. Sie firmieren unter Spasmen. Wer aber weiß, was die Ursachen sind und welche Gegenmaßnahmen sich als wirkungsvoll erweisen, der wird einen Oberschenkelkrampf auch schnell wieder los. Keine Sorge: In den meisten Fällen erweisen sich Oberschenkelkrämpfe als unbedenklich.

Oberschenkelkrämpfe: Wie lange hält eine solche Verkrampfung?

Eine immer wieder gestellte Frage bezieht sich auf die Dauer des Oberschenkelkrampfs. Gleich vorweg: Die Dauer ist nicht einheitlich. Egal ob Erwachsener oder Kind, am Tag oder in der Nacht, egal ob im Wachzustand oder im Schlaf, beim Radfahren oder Schwimmen oder wobei auch immer – der Oberschenkelkrampf hat absolut unterschiedliche Zeiten. Er kann nach wenigen Sekunden vorbei sein, sich aber auch über mehrere Minuten hinziehen. Ein akuter Oberschenkelkrampf kann lediglich einige Sekunden dauern – dem Betroffenen kommen sie hingegen möglicherweise wie Minuten vor. Dies ist verständlich, wenn es doch so schmerzhaft ist. Nicht selten ist zu beobachten, das jemand bei Auftreten eines Krampfs sogar in Ohnmacht fällt.

Bevorzugte Areale des Oberschenkelkrampfs

Wo genau der Oberschenkelkrampf in der Regel zu lokalisieren ist, interessiert natürlich auch – etwa vorne, hinten oder gar innen. Auch hier lässt sich keine allgemeingültige Aussage treffen – tatsächlich kann ein Oberschenkelkrampf im Prinzip überall auftreten. Allerdings kommt er mehrheitlich innen oder hinten vor. Im Übrigen tut es an diesen Stellen auch am meisten weh, sofern einen dieser Oberschenkelkrampf überrascht. Beim Radfahren macht er sich mehrheitlich hinten bemerkbar – hier beginnt es zu schmerzen. Beim Krafttraining verhält es sich ein wenig anders – hier trifft es demgegenüber die Innenseite des Oberschenkels.

frau hat krampf im oberschenekl
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Wie auch immer – es tut in jedem Fall mitunter höllisch weh. Kinder sind oft kaum in der Lage, diese krampfartigen Schmerzen in Worte zu fassen. Doch nahezu jeder Erwachsene wird diese einzigartigen Schmerzen schon einmal erlebt haben und kann somit leicht nachvollziehen, was junge Menschen bei einem Oberschenkelkrampf durchmachen.

Ursachenforschung: Ernährung, Vorerkrankungen, Lebensumstände

Keine Frage: Krämpfe jeglicher Art – also nicht lediglich im Oberschenkel – können auf mangelnde Ernährung hindeuten. Dies kann neben Magnesiummangel und Eisenmangel im Besonderen auch ein allgemeiner Mineralienmangel sein. Allerdings kann ein akuter Oberschenkelkrampf – sollte er mehrmals auftreten – dafür sprechen, dass der Betroffene unter Diabetes leidet. Dieser Personenkreis ist genauso wie Menschen mit Schilddrüsen- und Nervenerkrankungen ohnehin anfälliger für Oberschenkelkrämpfe. Auch sollten besondere Lebensumstände nicht außer Acht gelassen werden.

So sind etwa Schwangere genauso wie Frauen in den Wechseljahren infolge spezifischer Hormonschwankungen ganz besonders gefährdet, wenn sie via Schweißausbrüchen essentielle Nährstoffe verlieren. Zudem herrscht bei diesem Personenkreis ein ohnehin erhöhtes Risiko in puncto Oberschenkel- und Wadenkrämpfe.

Einflussfaktoren: Sport, Termperaturschwankungen, Stress, Medikamenteneinnahme

Kommt es vor allem nach dem Sport zu vermehrtem Auftreten von Oberschenkelkrämpfen, dann kann dies auf „übertriebenes“ Training genauso wie auf nicht ausreichend vorgeschaltetes Aufwärmtraining hindeuten. Gerade bei eher unsportlichen Personen, die es nicht gewohnt sind, ihre Beine intensiven Bewegungsabläufen auszusetzen, führt mangelhaftes Aufwärmen nicht selten zu Spasmen: Der Körper beziehungsweise die Muskulatur haben sich noch nicht an die anspruchsvolle intensive Nutzung können. Damit noch nicht genug: Auch Temperaturschwankungen genauso wie Stress können Krämpfe hervorrufen – insbesondere dann, wenn sich der Wechsel besonders ruckartig vollzieht, also von einem Extrem zum nächsten.

Ein Beispiel mag dies veranschaulichen: Wer sich aus einem eher warmen Zimmer danach in eine vergleichsweise kalte Außentemperatur begibt, der überfordert seine Muskeln mit dem raschen Wechsel allzu leicht. Ähnliches betrifft den plötzlichen Wechsel von körperlicher Inaktivität, beispielsweise während des Schlafs, hin zu Aktivität, welche nicht nur negative Folgen für die Muskeln, sondern auch für den Kreislauf nach sich zieht. Ein weiterer Punkt, der nicht außer Acht gelassen werden sollte, bezieht sich auf die Einnahme von Medikamenten: Krampfartige Muskelkontraktionen können auch durchaus als Nebenwirkung einer via Medikamenten durchgeführten Behandlung in Erscheinung treten.

Oberschenkelkrämpfe: Wie wird man sie wieder los?

Was kann ich beim Auftreten eines Oberschenkelkrampfs tun? Wer von einem Oberschenkelkrampf gewissermaßen nachts „überfallen“ und aus dem Schlaf gerissen wird, der wird wohl kaum in der Lage sein, lange über etwaige Tipps nachzudenken, der braucht einfach Soforthilfe. Ein oft empfohlener Tipp besagt, dass ein leichtes „Hauen oder Schlagen“ direkt auf das Areal des Oberschenkelkrampfs Ljnderung verspreche. Dies erweist sich aber als Irrglaube. Der Mangel an Mineralien & Co. genauso wie spezielle Krankheiten, die zum Oberschenkelkrampf geführt haben, sind jedoch via bloßem Hauen o.ä. auf den Krampf selbst nicht zu beheben.

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Wichtig erscheint die „richtige“ Vorbeugung, damit es erst gar nicht zu einem Oberschenkelkrampf kommt. Bei nachgewiesenem Nährstoffmangel gilt, insbesondere die Magnesium- oder Kalziumzufuhr zu erhöhen. Eine derartige Maßnahme erweist sich vor allem während der Schwangerschaft genauso wie in/nach der Menopause als sehr effektiv – möglicherweise in Kombination mit mineralhaltiger Ernährung. Nicht zu kurz kommen sollte auch Bewegung in regelmäßigen Abständen. So lässt sich die Belastbarkeit der Muskeln auf einfache Weise steigern. Ganz wichtig: Vor dem Sport das Aufwärmen nicht vergessen, damit sich die entsprechenden Muskelpartien lockern und potentielle Oberschenkelkrämpfe erst gar nicht entstehen können!

Massagen und Dehnübungen kommt ebenfalls eine wichtige Funktion zu – mit ihrer Hilfe lässt sich das Muskelgewebe fit halten. Ein guter Effekt lässt sich auch durch Förderung der Durchblutung erzielen, auf diese Weise lässt sich einem Oberschenkelkrampf wirkungsvoll vorbeugen. Als geeignet erscheinen regelmäßiges Wechselduschen, Heublumenbäder, aber auch die Verwendung von Tiger Balm. Bei alldem gilt: Täglich ausreichend Wasser trinken – so lässt sich etwaigem Flüssigkeitsmangel vorbeugen.

Praktische Tipps

Ein paar Kniffe an dieser Stelle: Bei Auftreten des Krampfs an der Oberschenkel-Vorderseite einfach den Unterschenkel anwinkeln und ihn in Richtung Gesäß ziehen, anschließend Spannung einige Sekunden halten, damit die Dehnübung ihre Wirksamkeit entfalten kann. Bei einem Krampf in der Oberschenkel-Rückseite hingegen einfach Beine ausstrecken und Zehen mit den Händen umfassen. Diese Gegendehnung mindestens fünf, besser zehn Minuten halten! Selbst während eines Oberschenkelkrampfs kann es mithilfe gezielter Gegenbewegungen noch gelingen, etwaige Spasmen zu lösen.

Last but not least darf natürlich auch ein Kräutertipp nicht fehlen: Baldrian kann mit seiner krampflösenden Wirkung für Abhilfe bei Oberschenkelkrämpfen sorgen – hier bietet sich ein Entspannungsbad durchaus an: Dazu einfach Baldriantinktur, ca. drei Esslöffel, in das Badewasser geben. Anschließend entfaltet der Baldrian mit seinen beruhigenden Eigenschaften in etwa dreißig Minuten das Übrige – Entspannung inklusive.

Oberschenkelkrämpfe: Unser Fazit

Auch wenn die meisten Oberschenkelkrämpfe unbedenklich sind, bitte einen Oberschenkelkrampf – insbesondere im Wasser – nicht unterschätzen! Egal wann und wo ein Oberschenkelkrampf auftrifft – wichtig ist jedenfalls, künftig vorbeugend jegliche Mangelerscheinungen zu vermeiden. Und: Trinken, trinken und nochmals trinken – natürlich Wasser! Wer alkoholabhängig ist, fördert demgegenüber die Wahrscheinlichkeit, dass Oberschenkelkrämpfe vermehrt auftreten. Wie auch immer – bei steigender Häufigkeit von Oberschenkelkrämpfen im Zweifelsfall einen Arzt konsultieren.

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