Familie & Kinder

Toilettentraining für Kinder: Trocken werden leicht gemacht

toilettentraining für kinder
New Africa/shutterstock.com

Windeln wechseln ist eine der Hauptbeschäftigung im Baby- und Kleinkindalter. Kein Wunder also, dass die Zeit des „trocken werden“ sehnlichst herbeigewünscht wird. Denn irgendwann kommt ein Punkt, wo das Windeln wechseln nicht nur lästig wird, sondern oftmals auch mit einem Kampf einhergeht. Die kleinen Windelrocker rennen weg, ziehen sich die Windeln aus oder verweigern das Wechseln komplett.

Jetzt ist die Zeit gekommen, die Windeln aus dem Kinderzimmer zu verbannen und die Kleinen an die Toilette heranzuführen. Doch wie gelingt der Übergang am besten? Ganz klar mit Spaß und Neugier!

Toilettentraining für Kinder: Der richtige Zeitpunkt ist entscheidend

Wer möchte, dass sein Kind für das tägliche Geschäft die Toilette aufsucht, muss auf den richtigen Zeitpunkt warten. Kinderärzte raten davon ab, mit dem Toilettentraining zu früh zu beginnen. Damit das Kind wirklich lernt, seine Ausscheidungen zu kontrollieren, muss es erst zahlreiche Entwicklungsschritte zurücklegen. Erst wenn das Kind weiß, wie es einhalten und diesen Vorgang kontrollieren kann, ist es bereit für das „Trocken werden“. Normalerweise ist das zwischen dem zweiten und dritten Geburtstag der Fall. Ab da ist die Auffassungsgabe soweit ausgeprägt, dass sie den Vorgang verstehen und kommunizieren können.

Ein elterngesteuertes Toilettentraining, ohne dass das Kind weiß, worum es eigentlich geht, macht daher wenig Sinn. Es ist für die Sauberkeitserziehung sogar kontraproduktiv.

„Ich muss Pipi!“ – Die ersten Anzeichen richtig deuten

Kinder haben ein sehr gutes Körpergefühl und das teilen sie gerne mit uns. So lassen sich die ersten Anzeichen, die zeigen, dass das Kind bereit für die Toilette ist, sehr gut erkennen. Wer sein Kind genau beobachtet wird die typischen Anzeichen, die zeigen, dass es mal „muss“ leicht deuten können. Viele Kinder werden unruhig, hibbelig und zappeln mit den Beinen, wenn sie auf Toilette müssen. Auch ein Zurückziehen in eine ruhige Ecke ist ein typisches Verhalten. Denn auch die Kleinen erledigen ihre Geschäfte lieber im privaten. Wenn sich das Kind gegen den Wickelvorgang wehrt oder ständig die Windel wieder auszieht, kann das auch ein erster Hinweis darauf sein, dass das Kind lieber die Toilette nutzen möchte.

Kinder lernen durch Nachahmen

Schon bevor die ersten Anzeichen sichtbar werden, tun sich Eltern einen Gefallen, wenn sie ihren Kindern schon von Beginn an die Toilettengänge näherbringen. Kinder lernen durch nachahmen. Sie beobachten die Erwachsenen genau und versuchen so tägliche Dinge zu lernen. Sie lernen Reden, indem sie unsere Worte nachplappern. Sie lernen Laufen, indem sie unseren Gang nachahmen. Genauso lernen sie auch, dass das kleine und große Geschäft in die Toilette gehört, wenn sie uns dabei beobachten. Daher ist es ratsam, die Kleinen auch dort mit einzubeziehen. Nehmen Sie ihr Kind mit ins Badezimmer und erklären Sie Schritt für Schritt was sie gerade tun und warum sie es gerade tun.

Wörter und genaue Beschreibungen helfen dabei, dass Geschehene für die Kinder greifbar zu machen. So lernen sie auch, wie sie selbst mit Worten ausdrücken können, dass sie auf Toilette müssen. Bereits mit 1,5 Jahren beginnen Kinder damit zu sagen, wenn sie in die Windel gemacht haben. So stehen sie meist vor uns, greifen sich an den Po und sagen „Aa“. Kommt auf diese Reaktion eine Gegenreaktion der Eltern, verknüpfen sich die Gedanken mit diesem Erlebnis. Das Kind lernt, dass „Aa“ das große Geschäft bedeutet und es aktiv daran beteiligt ist, damit dies in der Windel landet.

Toilettentraining für Kinder: Erste Erfahrungen sammeln

Nach diesem riesengroßen Fortschritt in der kindlichen Entwicklung muss das Kind nur noch lernen, wie es dieses Bedürfnis steuern kann. Das ist ein Prozess, der mehr oder minder viel Zeit in Anspruch nimmt. Zunächst muss das Kind spüren können, was da mit dem Körper passiert. Das klappt am besten, wenn die Windel aus ist. Muss das Kind nun urinieren wird es merken, dass die Hose nass wird. Das wird unangenehm sein und das Kind wird nicht wollen, dass die Hose erneut nass wird. Jetzt kommen die Eltern ins Spiel. Nun werden Alternativen angeboten, wo das Kind hingehen kann, um das Geschäft zu verrichten.

Das kann ein Töpfchen sein oder direkt die Toilette. Entsprechende Sitzverkleinerer oder Trittleitern helfen dabei, das Kind zu unterstützen selbstständig die Toilette zu benutzten. Die Erwartungen an große Erfolge sollten zunächst aber gering ausfallen. Auch wenn schon was im Klo landet, werden Misserfolge, wo das Kind einnässt noch sehr häufig vorkommen.

kind auf toilette
Halfpoint/shutterstock.com

Freude zeigen und mit Lob arbeiten

Kinder brauchen Rückversicherung, um erlerntes zu festigen. Gelingt es dem Kind erfolgreich das Geschäft auf dem Topf zu verrichten, hilft Lob und offen geteilte Freude dabei dieses Verhalten zu einem positiven Erlebnis zu machen. Das Kind freut sich mit und wird ehrgeizig versuchen, erneut einen Erfolg zu erzielen. Sollte doch etwas danebengehen, sollte dies nicht groß thematisiert werden. Schimpfen ist bei diesem Lernprozess fehl am Platz. Einfach aufwischen, dem Kind signalisieren, dass es nicht schlimm ist und ermutigen es einfach noch mal zu probieren führt hier zum großen Erfolg.

Andernfalls entsteht Angst, etwas falsch zu machen, zu versagen und das Kind wird sich nicht trauen einen Versuch zu starten. Schlimmstenfalls versuchen sie sogar, die Unfälle zu vertuschen. Gehen Sie locker an dieses Thema heran und geben sie dem Kind Zeit. Das „Trocken werden“ ist ein Prozess der mehrere Wochen oder gar Monate andauern kann.

Rückschläge sind erlaubt

Das Kind ist seit längerer Zeit zuverlässig trocken und plötzlich nässt es wieder ein. Das passiert und ist durchaus normal. Gerade in Zeiten, wo das Kind viel Stress oder neuen Situationen ausgesetzt ist, kann es dazu kommen, dass es wieder die Windel braucht. Sie vermittelt Sicherheit und Vertrauen. Scheuen Sie sich nicht davor diesem Willen nachzukommen. Es wird nicht dauerhaft wieder zur Windel zurückgreifen. Wird die Welt um das Kind wieder ruhiger und beständiger, wird es sich alleine daran erinnern, dass es doch schon auf Toilette gehen kann.

Druck ist niemals richtig

„Dein Kind braucht immer noch eine Windel?“ Oder „Will es nicht langsam auf die Toilette gehen?“ Früher oder später werden Eltern mit diesen Sätzen konfrontiert. Gerade wenn die Kinder bereits in einem Alter sind, wo Windeln gesellschaftlich verpönt sind. Ein Kind mit drei, vier oder fünf Jahren hat schließlich auf die Toilette zu gehen. Es ist zwar richtig, dass Kinder in diesem Alter kognitiv so weit sind, um die Toilette zu nutzen, praktisch sieht es aber manchmal anders aus. Sensible Kinder oder Kinder, die intensiv in Spielwelten abtauchen, merken zwar das sie „müssen“, verdrängen oder vergessen es aber und Unfälle passieren. Auch das ist völlig normal.

Es gibt kein vorgeschriebenes Alter, bis wann Kinder weg von der Windel sein müssen. Das ist individuell. Das eine Kind ist bereits mit zwei Jahren trocken, ein anderes braucht dagegen mit sechs noch eine Nachtwindel, weil es einfach zu tief schläft. Sollten Sie sich dennoch Sorgen machen, ist der Kinderarzt der erste Ansprechpartner. Er wird gemeinsam mit Ihnen auf Ursachenforschung gehen und Sie bei Bedarf an einen Urologen verweisen. Manchmal helfen sogenannte Klingelhosen dabei, die Kinder daran zu erinnern, auf die Toilette zu gehen.

Toilettentraining für Kinder: Mit Spaß an die Sache rangehen

Zeigen Sie Ihrem Kind, das die Toilette etwas Tolles ist und es Spaß macht sie zu benutzten. So wird die Windel immer unwichtiger und das Kind spielerisch sauber.

Dir gefällt unser Content?

Interessantes aus dem Web