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Guitalele stimmen: Schritt-für-Schritt Anleitung zum Selbermachen

guitalele stimmen
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Um zu erfahren, wie ein Musikliebhaber seine neue Guitalele stimmen kann, muss der Käufer zunächst einige Feinheiten über diese Mischung aus Konzertgitarre und Ukulele wissen. Die Guitalele – auch als Gitalele oder Gitarrlele zu finden – ist eine auf Ukulelengröße zurechtgeschrumpfte Konzertgitarre.

Guitalele stimmen: Ein interessantes Hybridinstrument

Der Hybrid zwischen einer klassischen Gitarre und einer Bariton- oder Tenor-Ukulele wird – je nach gewählter Stimmung – gelegentlich als Quart- oder Quint-Gitarre bezeichnet. Das hat mit der Stimmung zu tun, in der dieses Saiteninstrument gespielt wird. Der Vorteil der kompakten und kleinen Bauweise von Guitalelen liegt darin, dass dieses Instrument auf Reisen oder am Lagerfeuer gute Dienste leistet. Außerdem ist es in seinen einfachsten Ausführungen sehr preiswert zu haben. Die Guitalele kann für Kinder durchaus als Einsteigerinstrument dienen. In diesem Fall könnte aber die spätere Umstellung auf eine größere Konzertgitarre wegen der speziellen Stimmung der Guitalele Probleme bereiten.

Wo eine Ukulele mit vier Saiten auskommt, hat die Guitalele jedoch sechs – wie eine normale Konzertgitarre. Da es sich im Grunde um eine Miniatur-Konzertgitarre handelt, sind bei der Bespannung nur Darmsaiten angesagt, nicht aber Stahlsaiten. Stahlsaiten würden viel zu viel Zug auf das kleine Instrument ausüben. Auch bei der Stimmung erweist sich, dass es Unterschiede zur Ukulele und zur Konzertgitarre gibt. Wollte man die Guitalele in der gewöhnlich benutzten Gitarrenstimmung stimmen, wäre das zwar möglich. Das Ergebnis wäre aber nicht zufriedenstellend. Sie benötigt wegen ihrer geringen Größe eine andere Stimmung.

Die spezielle Stimmung der Guitalele

Wenn jemand die Guitalele als Kindergitarre ansieht, und sie in der normalerweise verwendeten Gitarrenstimmung E-A-D-G-H-E stimmt, erlebt er eine klangliche Überraschung. Die kleine Quintgitarre klingt nämlich schwammig und leierig, weil die Saiten nicht die korrekte Spannung aufweisen. Auf eine normale Konzertgitarre übersetzt, entspräche die richtige Stimmung der Guitalele der Stimmung, die man auf einer Konzertgitarre mit einem Kapodaster im 5. Bunde erzeugen würde. Die Stimmung würde demnach also mit den Tönen A-D-G-C-E-A sehr viel besser klingen. Die gewöhnliche Gitarrenstimmung könnte möglicherweise mit kurzen Saiten, die für eine Kindergitarre geeignet sind, ermöglicht werden.

Das Problem, das ohne diese Stimmung entsteht, ist nämlich, dass der Spieler bei Zusammenspiel mit anderen andere Akkorde spielen muss, als die Mitspieler.

Das übliche Bestreben, eine Guitalele zu nutzen, ist jedoch, diese richtig gut klingen zu lassen. Das ist lediglich mit der Stimmung A-D-G-C-E-A machbar. Diese Stimmung entspricht ihrer Korpusgröße. Sie wird den spielerischen Möglichkeiten dieses Miniaturinstruments besser gerecht. Es handelt sich nämlich bei der Guitalele nicht wirklich um ein Kinderinstrument, obwohl es wegen der geringen Größe für Kinder nutzbar wäre. Vielmehr ist sie ein unterschätztes Saiteninstrument mit eigenem klanglichem Reiz. Zwar wird dieses Instrument bisher nur von wenigen Bands genutzt – aber diverse Gitarristen schätzen das Instrument für unterwegs.

stimmung anpassen
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Guitalele-Spieler müssen etwas umdenken

Problematisch ist, dass man als Guitalele-Spieler beim Mitspielen in einer Band etwas umdenken muss. Sofern die Gitarristen der Band ihre Gitarren nicht mit Kapodaster im fünften oder siebten Bund spielen möchten, muss der Spieler sich ihnen anpassen. Die Stimmung seiner Guitalele ist eine andere als die der mitspielenden Gitarren. Beim geeigneten Tuning in A-D-G-C-E-A muss der Spieler seine Akkorde fünf Halbtonschritte niedriger ansetzen. Spielt also jemand einen A-Dur-Akkord, begleitet der Spieler das mit dem E-Dur-Akkord. Außerdem kann er die Guitalele natürlich auch für Picking-Übungen oder Solo-Begleitparts nutzen.

Doch auch dann muss er bei der Begleitung anderer umdenken. Der Klang der Guitalele entspricht eher dem der berühmten Hawaiigitarre bzw. Ukulele. Er ist deutlich heller.

Eine zweite mögliche Stimmung wäre die der Quint-Gitarre – also H-E-A-D-F#-H. Im Vergleich dazu würde eine Ukulele in G-C-E-A oder in A-D-F#-H gestimmt werden. Ob die Guitalele nun eine Quart oder eine Quint höher als die 4/4 Konzertgitarre gestimmt wird, entscheidet der Spieler. Die Stimmung in H-E-A-D-F#-H klingt etwas heller, die Stimmung in A-D-G-C-E-A etwas dunkler. Zudem sind die Saiten hier etwas leichter zu bedienen, weil die Saitenspannung weniger stark ist.

Wenn der Spieler zusammen mit anderen den von ihnen gespielten G-Dur-Akkord mitspielen möchte, spielt er bei der Quintgitarren-Stimmung stattdessen D-Dur. Bei der tieferen Quartgitarren-Stimmung greift er jedoch den C-Dur-Akkord. Die Mensur entspricht also der Mensur einer 4/4 Konzertgitarre, als wäre dieseim fünften oder im siebenten Bund gegriffen worden.

Gibt es nicht noch eine einfachere Lösung?

Es gibt sie. Aber ob diese Lösung klanglich zufriedenstellend ist, muss jeder Spieler selbst ausprobieren. Wenn dickere Nylon- oder Darmsaiten auf die Guitalele aufgezogen werden, könnte die gewöhnliche Gitarrenstimmung in E-A-D-G-H-E beibehalten werden. In diesem Fall muss der Spieler jedoch einen Volumenverlust bei den tiefen Tönen hinnehmen. Der Korpus ist zu klein, um den tiefen Basstönen genügend Volumen zu verleihen. Es ist mit dieser Stimmung jedoch möglich, ohne das Umdenken der gespielten Akkorde mit anderen Bandmitgliedern mitzuspielen. Die Guitalele kann mit oder ohne Pick-Ups gespielt werden. Sie hat selbst in den preiswertesten Ausführungen noch einen erstaunlich voluminösen Klang.

In vielen Anleitungen zur Stimmung wird davon abgeraten, sie in der normalen Gitarrenstimmung zu stimmen. Bei dünneren Darmsaiten erzeugt die Stimmung der Guitalele in E-A-D-G-H-E eine zu lockere Spannung. Entsprechend schwammig ist der Klang des Instruments. In anderen Fällen, zum Beispiel bei derselben Stimmung eine ganze Oktave höher, zerlegt es die Guitalele durch zu starke Saitenspannung. Den Versuch mit dickeren Darmsaiten und der Gitarrenüblichen Stimmung E-A-D-G-H-E sollte ein Spieler gegebenenfalls dennoch wagen. Für nicht so erfahrene Musiker ist es ziemlich umständlich, die angespielten Akkorde ständig transponieren zu müssen.

Der Wechsel zwischen einer Konzertgitarre und einer Guitalele gelingt jedoch problemlos, wenn jemand nur für sich alleine spielen möchte. Der einzige Umgewöhnungsfaktor ist die Größe des Griffbretts.

Mit welchen Saiten wird die Guitalele am häufigsten gespielt?

Wie bereits gesagt, sind Darmsaiten sinnvoll, weil Stahlsaiten viel zu viel Zug auf die Decke ausüben. Erfahrene Spieler spielen gerne mit Hannabach Kinder-Saiten in 1/8 Größe bzw. mit maximal 44-48 cm Länge. Problematisch kann beim Kauf dickerer Nylonsaiten sein, dass die Slots, wo die Saiten eingefädelt werden sollen, nicht groß genug sind. Gegebenenfalls müssen sie erweitert werden.

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