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Hefeteig riecht nach Alkohol: Trotzdem noch verwenden?

Hefeteig
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Wer in Backlaune ist, greift gerne zum Hefeteig. Schließlich ist er einfach herzustellen und eignet sich für nahezu alle Vorhaben der Backkunst. Manchmal entwickelt der mühevoll erarbeitete Teig jedoch einen starken Alkoholgeruch. Wenn du dich daher fragst, ob du solchen Teig noch verwenden kannst, solltest du unbedingt weiterlesen. Wir geben dir die Antwort.

Warum riecht der Hefeteig nach Alkohol?

Schon im ersten Abschnitt können wir dich beruhigen. Dass dein Hefeteig mitunter nach Alkohol riecht, ist völlig normal. Nicht umsonst wurde die heutige (Back)Hefe ursprünglich zum Brauen von Bier eingesetzt. Den charakteristischen Alkoholgeruch erhält die Hefe dabei durch ihre Wirkung als Triebmittel. Durch aufwendige Prozesse entsteht aus Hefe Zucker, daraus CO₂-Gas und letztendlich Alkohol. Und das in gehöriger Schnelligkeit. Denn immerhin sind rund 1000000 Hefezellen in einem Gramm Hefe enthalten. Wie du siehst, ist also genug Masse vorhanden, um etwaige Alkoholgerüche zu fabrizieren.

Hefe und der liebe Sauerstoff

Für den oben beschriebenen Prozess der Gärung ist Sauerstoff notwendig. Dabei ist der Hefeteig, anders als andere Teigarten besonders auf Sauerstoff angewiesen. Wenn der Hefeteig genug Sauerstoff zur Verfügung hat, bilden die Hefepilze Zucker. Wenn der Sauerstoff aufgebraucht ist, entstehen aus dem gewonnenen Zucker Alkohole. Daher ist der Sauerstoffmangel letztendlich ausschlaggebend für den typischen Alkoholgeruch.

Um diesen zu vermeiden, solltest du deinen Hefeteig nicht mit einem Deckel luftdicht verschließen, sondern beispielsweise mit einem Tuch abdecken. Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, solltest du den Hefeteig außerdem mehrmals während des Aufbewahrens durchkneten. So entweicht CO₂ und neuer Sauerstoff gelangt in den Teig. Gerade wenn du den Teig länger gehen lassen möchtest, ist es notwendig, den Teig öfters durchzukneten.

teig kneten
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Hefeteig riecht nach Alkohol: Verwendbar oder nicht?

Wie du siehst, kannst du stark riechenden Hefeteig durchaus verwenden. Dabei brauchst du dir über die enthaltene Alkoholmenge keine Gedanken zu machen. Die Konzentration ist keineswegs so hoch, dass du dein Backwerk Kindern vorenthalten musst. In den meisten Fällen wird der Geruch ohnehin nach dem Backen verschwinden. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass dein Teig bei mindestens 80 Grad Celsius gebacken wird.

Vergorenen Teig solltest du meiden

Wenn der Hefeteig jedoch vergoren riecht, solltest du ihn lieber dem Mülleimer zukommen lassen. Dann ist er nämlich ungenießbar und kann im schlimmsten Fall zu Durchfall und Magenkrämpfen führen. Das erkennst du vor allem an dem durchdringenden, fauligen Geruch. Dieser erinnert stark an Essig. Das passiert, wenn der Hefeteig zu lange aufgegangen ist. Neben dem Geruch erkennst du vergorenen Hefeteig auch daran, dass er zusammenfällt. Je nach Raumtemperatur kann das bereits nach einigen Stunden geschehen. Im Idealfall bewahrst du Hefeteig nach der Zubereitung also im Kühlschrank auf.

Wie lange ist Hefeteig haltbar?

Manchmal möchte man aber Hefeteig vorbereiten, um beispielsweise am Sonntag frische Brötchen zuzubereiten. Wenn du jetzt Angst hast, dass dir deine Brötchen nicht gelingen, können wir dich beruhigen. Gut gekühlt ist dein Hefeteig nämlich bis zu 24 Stunden haltbar. Ohne dabei an Qualität und Geschmack einzubüßen. Das liegt daran, dass auch in der Kühlung der Gärprozess stattfindet, allerdings viel langsamer. Damit der Teig auch wirklich gelingt, geben wir dir einige wertvolle Tipps.

  • Wenn du vorhast, den Teig länger aufzubewahren, solltest du unter Umständen die Menge der verwendeten Hefe reduzieren. Je nach Rezept kannst du dabei auf fast die Hälfte der Hefe verzichten.
  • Achte darauf, den Hefeteig in einem ausreichend großen Gefäß kaltzustellen. Idealerweise verzichtest du auf einen Deckel und deckst den Teig nur mit einem Tuch ab. Bedenke aber dabei, dass du den Teig öfters durchkneten musst.
  • Nach dem Kneten solltest du den Teig sorgfältig mit Mehl bestäuben. Dafür brauchst du keine Unmengen, bereits eine kleine Hand voll ist ausreichend.
  • Bevor du den Teig weiterverarbeitetest, sollt du ihn ca. 20 Minuten bei Raumtemperatur stehen lassen.

Du kannst deinen Hefeteig allerdings auch einfrieren. Bei -18 Grad Celsius ist er über mehrere Monate hinweg haltbar. Dabei solltest du aber ein paar Dinge beachten.

  • Bevor du den Teig einfrierst, solltest du ihn zu einer Kugel formen.
  • Um ein Ankleben des Teiges zu vermeiden, solltest du ihn dezent mit Mehl bestäuben.
  • Bewahre den Teig unbedingt in einem geeigneten Gefäß auf. Hierfür bieten sich Gefrierdosen oder Gefrierbeutel an.
  • Nach dem Auftauen kannst du den Hefeteig zwar wie frischen Teig verwenden, musst aber noch warten, bis er aufgegangen ist.
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