Gesundheit & Medizin

Medikation: Warum es sich lohnen kann, mehr für Medikamente zu bezahlen

Farknot Architect/shutterstock.com

Wer heute Medikamente braucht, muss nicht mehr zwangsläufig in eine Apotheke gehen. Seit dem Jahr 2004 sind Online-Apotheken nämlich legal. Das hat zu einem Boom bei den Anbietern geführt. Hier finden Sie fünf Fragen, die Sie sich stellen sollten, bevor Sie im Internet Medikamente kaufen.

1. Was sind die Vor- und Nachteile, wenn man Medikamente im Internet kauft?

Vor allem chronisch Kranke, die immer wieder dieselben Medikamente brauchen, profitieren von Online-Apotheken: Zum einen bekommen sie die Ware zugesandt, zum anderen sind die Kosten meistens niedriger. Bestellungen sind bei den meisten Anbietern versandkostenfrei und werden nach Hause geliefert, was für Gehbehinderte und Landbewohner ein großer Vorteil ist. Zu den Nachteilen gehört, dass man ein Originalrezept braucht. Ein weiterer Nachteil ist, dass es ein paar Tage dauert, bis die Bestellung ankommt. Auch die persönliche Beratung durch den Apotheker entfällt bei den meisten Online-Apotheken.

2. Wie erkenne ich seriöse Versandapotheken?

Ein Hinweis auf eine legal arbeitende Versandapotheke ist das EU-weit geltende Sicherheitslogo. Alle Versandapotheken in der EU sind verpflichtet, es auf ihrer Website anzuzeigen. Ein Klick darauf führt zu einem Verzeichnis aller im Herkunftsland genehmigten Versandapotheken. Auch ein Blick in das Impressum hilft meistens bei Nachforschungen. Wenn dort ein verantwortlicher Apotheker aufgeführt ist, und man eine Adresse und eine Telefonnummer für Rückfragen findet, ist das schon einmal ein gutes Zeichen.

3. Wie erkenne ich unseriöse Anbieter und gefälschte Medikamente?

Im Webshop sollten Sie sich die Angaben zum Medikament genau anschauen. Handelt es sich um das Medikament, das Sie sonst auch bekommen? Stimmt die Dosierung überein? Ein Zeichen von fehlender Seriosität sind fehlende Verpackungen und Beipackzettel. Reißerisch beworbene Pillen gegen Übergewicht oder Erektionsstörungen sind meistens unseriös und können gefälscht sein. Hier könnten auch Abo-Fallen drohen. Die EU hat Sicherheitsmerkmale auf den Verpackungen von Arzneimitteln eingeführt, um Fälschungen zu erschweren. Dazu gehören Klebesiegel und ein Data Matrix Code.

4. Wo ist es legal, Medikamente online zu kaufen?

Die Regelungen dazu sind in der EU sehr unterschiedlich. In Frankreich darf man erst seit 2013 rezeptfreie Medikamente online kaufen. Deutsche Kunden können Arzneimittel von Apotheken mit Sitz in der EU oder EWR legal kaufen, wenn die Sicherheitsstandards mit deutschen Regelungen vergleichbar sind. Das gilt etwa für die Niederlande, Schweden, Tschechien und Island. Hier ändern sich allerdings die Regelungen immer wieder.

Beim Kauf verschreibungspflichtiger Medikamente ist es normalerweise nötig, ein gültiges Rezept zuzuschicken und dem Apotheker eine Telefonnummer zu geben, um Warnungen bei Unverträglichkeiten zu ermöglichen. Ausführliche und aktuelle Informationen rund um den Kauf von Medikamenten im Internet gibt es auf den Seiten des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information.

5. Worauf sollte ich sonst noch achten?

Unseriöse Anbieter sind ein Problem, weil sie oft gefälschte Medikamente verschicken. Laut Stichproben der WHO ist etwa jedes zweite Präparat von einem nicht zertifizierten Online-Händler gefälscht. Gute Hinweise, dass alles mit rechten Dingen zugeht, sind (wie gesagt) ein Impressum mit dem vollständigen Namen des Betreibers der Apotheke und einer Postadresse, in dem man auch Informationen zur beruflichen Qualifikation des verantwortlichen Apothekers findet, sowie das Bestehen auf einem Originalrezept.

In der Beschreibung des Medikaments sollten der Name des Präparats, die aktiven Wirkstoffe, das Anwendungsgebiet, Warnhinweise und der Herstellername enthalten sein. Die Informationen zu den Präparaten sollten ausgewogen sein und sowohl Vor- als auch Nachteile der Anwendung beschreiben. Gute Web-Apotheken haben außerdem eine Hotline und man kann über E-Mail Fragen stellen.


Fazit: Wenn es sich finanziell lohnt und Sie auf persönliche Beratung verzichten können, steht dem Einkauf von Medikamenten im Internet eigentlich nichts im Wege. Dumping-Angebote sind aber oft illegal.